Der Osten - Entdecke wo du lebst | 25.02.2020 | 21:00 Uhr Villen, Wald und Wellness - Vom Leben auf Dresdens Weißem Hirsch

Weißer Hirsch Dresden
Bildrechte: IMAGO

"Nobelviertel", "Goldstaubviertel", "Villenhügel von kapitaler Pracht" - so oder so ähnlich heißt es, wenn von Dresdens Stadtteil "Weißer Hirsch" die Rede ist. Reiseführer widmen diesem winzigen, nur wenige Quadratkilometer kleinen Viertel eigene Kapitel. Doch was macht ihn aus, den Mythos "Hirsch"? Was machte dieses ehemals winzige Dorf am Rande der Dresdener Heide weltbekannt?

Hier liegt der "Weiße Hirsch"

Mit der Standseilbahn zum Luisenhof - früher und heute

Luisenhof
Bildrechte: IMAGO
Luisenhof
Bildrechte: IMAGO
Blick auf zwei Wagen einer Standseilbahn
Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
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Menschen prägen das "Hirsch"-Viertel

Heinrich Lahmann errichtete hier 1888 sein Sanatorium, wo einst die Prominenz kurte: Johannes Heesters, Heinz Rühmann, Zarah Leander, Oskar Kokoschka - die Gästeliste ist lang. Aber auch als Wohnviertel war und ist dieser Platz oberhalb der Elbhänge begehrt. Schauspieler, Sänger, Dirigenten, Sterneköche, Wissenschaftler und Unternehmer gehören bis heute zu den Bewohnern des Weißen Hirsches. Wie der Sternekoch Stefan Hermann:

Mann
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Für mich ist der Hirsch Heimat geworden. Ich bin jetzt 13 Jahre hier oben, so lange wie nirgends sonst in meinem Berufsleben. Die Menschen hier sind speziell, aber sehr liebenswert und dankbar, dass wir den Konzertplatz wieder beleben. Für viele ist es ein ganz besonderer Ort.

Stefan Hermann | bean&beluga
Der Weiße Hirsch
Der Lahmann-Park Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

So wie Hermann haben viele einen Anteil daran, dass etwas vom Glanz der Goldenen Zwanziger ins Hier und Heute strahlt.

Vieles auch im neuen Licht, so wie der modernisierte Gebäudekomplex auf dem Gelände des einstigen Lahmann-Sanatoriums. Aufwändig saniert und mit dem "Oscar der Architekturbranche" ausgezeichnet, ist das Areal heute einer der teuersten und begehrtesten Wohnstandorte Dresdens.

Veränderungen Das Lahmann-Sanatorium früher, der Lahmann-Park heute

Der Weiße Hirsch
Verlassen und grau früher,... Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Der Weiße Hirsch
Verlassen und grau früher,... Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Blick
...saniert und weiß heute. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
Der Weiße Hirsch
Eingeschlagene Fenster und verwilderte Sträucher früher,... Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Blick auf ein helles Gebäude
...eue Fenster und angelegtes Grün heute. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
Der Weiße Hirsch
Grau und vermoost damals,... Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Lahmann-Sanatorium
...jetzt weiß und verglast. Bildrechte: IMAGO
Mann mit Fotoapparat
Der Fotograf Burkhard Schade war einer der letzten Menschen, die den Verfall festgehalten haben - in Bildern und im Kopf.

Fasziniert ging Schade auf Fotosafari zwischen Damenbad und Doktorhaus. Aus den Fotos machte er einen Bildband: "Farben des Verfalls".
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Vom Besonderen

Der Film spürt der Strahlkraft dieses Stadtteils nach, blickt auch hinter die Fassaden der prächtigen Villen. Er will das Lebensgefühl dort erkunden und Menschen porträtieren, die "auf dem Hirsch" leben und arbeiten. Manche seit Generationen, andere sind gerade erst hergezogen, aber alle mit großen und kleinen Visionen. Ganz im Geiste des Mediziners Lahmann, der das Viertel berühmt machte. Bis heute ist es ein Ort, an dem nicht nur die Dresdner waldbaden, eislaufen oder Ballkleider zur Schau tragen.

Bilder zum Film "Villen, Wald und Wellness - Vom Leben auf Dresdens Weißem Hirsch" Der "Weiße Hirsch" in Dresden

Weißer Hirsch Dresden
Blick auf den Dresdner Stadtteil "Weißer Hirsch". Links ist die Sternwarte zu sehen, mittig thront der "Luisenhof". Bildrechte: IMAGO
Weißer Hirsch Dresden
Blick auf den Dresdner Stadtteil "Weißer Hirsch". Links ist die Sternwarte zu sehen, mittig thront der "Luisenhof". Bildrechte: IMAGO
Luisenhof Dresden
Hier genießen Besucher den schönsten Blick auf Dresden: auf den Terassen des "Luisenhofs". Bildrechte: IMAGO
Luisenhof Dresden
Die Geschichte des legendären Gasthauses wäre nach genau 120 Jahren beinahe zu Ende gewesen. 2016 sollte die Gastronomie ausziehen. Das Gebäude sollte gänzlich in private Wohnungen aufgeteilt werden. Dagegen haben sich der Ortsverein Loschwitz-Wachwitz und der Verschönerungsverein Weißer Hirsch-Oberloschwitz aufgelehnt. Bildrechte: IMAGO
Mann
Betreiber Karsten Rühle: "Ist eigentlich eine Herzenssache gewesen. Ich habe hier selber meine Jugendweihe gefeiert und mein Kind ihre Schuleinführung. Und der Luisenhof hat so eine langjährige Tradition. [...] Und die Dankbarkeit [der Menschen, Anm.d.R.] ist heute noch da." Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Luisenhof
Ein paar Wohnungen gibt es dennoch im Gebäude des "Luisenhofs". Bildrechte: IMAGO
Blick über einen Turm auf einen Fluss
Vom Turm, der zu einer Wohnung gehört, hat man einen wunderbaren Blick über das Dresdner Elbtal. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
Haus mit Sonnenuhr im Stadtteil Weisser Hirsch in Dresden.
Hier, auf dem "Weißen Hirsch", arbeitete einst Manfred von Ardenne in seinem Physikalischen Institut. Heute gibt es auf seinem Grundstück noch eine öffentliche Sternwarte, die jedermann den Blick in den Himmel über dem Hirsch ermöglicht. Bildrechte: imago/Rüttimann
Mann
Mike Firchau über die Sternwarte "Manfred Von Ardenne": "Das war seine Grundidee, dass man das den Dresdnern zur Verfügung stellt, dass also jeder, der hierher kommt, in den Himmel gucken kann." Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Blick von oben auf einen Gebäudekomplex
Aus dem ehemaligen Lahmann-Sanatorium ist der Lahmann-Park entstanden. Zu den historischen Gebäuden haben sich Ein- und Mehrfamilienhäuser gesellt. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
Mann
Der Dresdner Bauunternehmer Berndt Dietze hat das Lahmann-Areal wieder erblühen lassen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Mann
Heinrich Lahmanns Urenkel Horst Egbert Lahmann ist glücklich: "Dass ich das noch erleben darf, dass es hier eine Zukunft gibt, das beeindruckt mich." Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Mann
Fotograf Burkhard kennt noch das verlassene, verfallene Lahmann-Sanatorium: "Da sah man eben diese Spuren von Moosen. Dass es jahrelang völlig abgeschottet gelegen hat. Es war ja auch nicht einfach ein Durchgehen möglich. Es gab ja nur geringe Momente, wo man überhaupt mal reinsehen konnte in diesen Dornröschen-Hof." Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Mann
Sänger Hartmut Schulze-Gerlach alias Muck schwelgt in Erinnerungen über die Kakadu-Bar im Keller des Parkhotels auf dem "Weißen Hirsch": "Das ist ein Gefühl von Verbundenheit, alle im selben Raum fühlen das gleiche…" Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Weißer Hirsch Dresden
Mit Standseil- und Schwebebahn gelangen Besucher zum "Weißen Hirsch". Bildrechte: IMAGO
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Bilder zum Film "Villen, Wald und Wellness - Vom Leben auf Dresdens Weißem Hirsch" Der "Weiße Hirsch" in Dresden

Der "Weiße Hirsch" in Dresden

Bildergalerie

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Der Osten - Entdecke wo du lebst | 25. Februar 2020 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. März 2020, 15:19 Uhr

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