Der Osten – Entdecke wo du lebst | MDR FERNSEHEN | 30.10.2018 | 20:45 Uhr Rübe, Roggen, reiche Ernte – Der Schatz der Magdeburger Börde

Die Magdeburger Börde gilt als die Kornkammer Deutschlands. Ihr Boden ist so wertvoll, dass er den Bauern hierzulande seit Jahrhunderten Rekorderträge liefert. Eine dieser Bauernfamilien, die diesen Bodenschatz hütet, sind die Braunes aus Schwaneberg. In achter Generation bewirtschaftet sie 800 Hektar dieser edlen Erde. Für den Film haben wir sie besucht.

Familienfoto auf einem Hof.
Familie Braune: Seit acht Generationen wirtschaftet sie in der Börde. Zuckerrüben, Getreide und Saatgut verlassen heute tonnenweise ihren Hof. Bildrechte: Fa. Werkblende, Linda Süß

In kaum einer anderen Gegend in Deutschland sind bis heute die Ernteerträge so hoch wie in der Magdeburger Börde. "Zu DDR-Zeiten haben wir hier sechs bis sieben Tonnen Getreide pro Hektar gewonnen. Unser Volksgut war der erfolgreichste Landwirtschaftsbetrieb der DDR", berichtet Landwirt Dr. Herbert Otto Braune aus Schwaneberg stolz.

Familienbetrieb hütet wertvollen Boden

Prächtige schwarze Erde überzieht das Land und verspricht den Bauern seit Jahrhunderten reichhaltiges goldenes Korn und kräftige Rüben. 1934 legten Wissenschaftler deshalb hier den Bodenwert 100 fest. Höchstnote! Und Maßstab für alle anderen Regionen in Deutschland. Dr. Herbert Otto Braune hütet diesen Bodenschatz seit acht Generationen. Seine Vorfahren haben Höhen und Tiefen miterlebt. Jahre des Reichtums, Kriege, Zeiten der technischen Revolution und Zwangsverstaatlichung.

Das große Bauernsterben in den 1950er-Jahren war tragisch. Viele sind damals in den Westen gegangen. Andere mussten ins Gefängnis, weil sie ihr Land nicht hergeben wollten.

Dr. Herbert Otto Braune, Landwirt

Die Braunes sind geblieben. Sie wohnen noch heute im sogenannten Rübenpalast und regieren über 800 Hektar edle Erde. Rüben, Getreide, Gewürze, aber auch Saatgut und Hühnereier sind ihr tägliches Geschäft. Zu DDR-Zeiten revolutionierte Dr. Herbert Otto Braune im erfolgreichsten Landwirtschaftsbetrieb des Landes die Getreideproduktion. Gemeinsam mit dem Agrarexperten Dr. Max Exner gewann er unschlagbar viel Korn pro Hektar. Das erregte Aufsehen weit über die Landesgrenzen hinaus. "Alle waren erpicht darauf, unsere Geheimrezepte zu erfahren. Aber die haben wir natürlich nicht preisgegeben." Heute spricht der Landwirt darüber.

Kornkammer Magdeburger Börde

Historisches Bild von Bauern mit Wagen und Pferden und Stroh auf einem Hof.
Bauernarbeit in den 1920er-Jahren: In der Börde wurden vor allem Getreide und Zuckerrüben angebaut. Bildrechte: KWS
Historisches Bild von Bauern mit Wagen und Pferden und Stroh auf einem Hof.
Bauernarbeit in den 1920er-Jahren: In der Börde wurden vor allem Getreide und Zuckerrüben angebaut. Bildrechte: KWS
Historisches Bild von zwei Männern, die Ähren in einem Feld begutachten.
Die größten Erfolge zu DDR-Zeiten feierte das Volkseigene Gut in Schwaneberg mit dem Anbau von Getreide. Bereits in den 1960ern ernteten die Bauern sechs Tonnen pro Hektar. Das sorgte weltweit für Schlagzeilen. Bildrechte: Rudolph Wenzel, Heimatstube Schwaneberg
Historisches Bild von einem Mann, der Ähren in einem Feld bemisst
Dr. Herbert Otto Braune berechnete die Ähren auf einem Quadratmeter. Er arbeitete im erfolgreichsten Landwirtschaftsbertrieb der DDR und holte Spitzenerträge ein. Bildrechte: Rudolph Wenzel, Heimatstube Schwaneberg
Historisches Bild von zwei Frauen, die Blumensamen begutachten.
Frauen bei der Gewinnung von Pflanzensamen. Die Züchtungen aus der Börde gingen in die ganze Welt. Bildrechte: Rudolph Wenzel, Heimatstube Schwaneberg
Historisches Bild von Frauen und Männern in einem Labor.
In Klein Wanzleben wurde 1856 die erste supersüße Zuckerrübe gezüchtet. Später entwickelte sich das Unternehmen zum Weltkonzern. Bildrechte: KWS
Ein Mann sitzt an einer roten Maschine und lächelt.
Kurt Ilgenstein arbeitete im erfolgreichsten Landwirtschaftsbetrieb der DDR und kümmerte sich vor allem um die Technik. Heute beackert er seine Felder. Bildrechte: Fa. Werkblende, Linda Süß
Familienfoto auf einem Hof.
Familie Braune: Seit acht Generationen wirtschaftet sie in der Börde. Zuckerrüben, Getreide und Saatgut verlassen heute tonnenweise ihren Hof.

Dieses Thema im Programm:
MDR FERNSEHEN | Der Osten - entdecke, wo Du lebst | 30. Oktober 2018 | 20:45 Uhr

Quelle: MDR/agz
Bildrechte: Fa. Werkblende, Linda Süß
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Erträge werden optimiert

Der Film zeigt, wie und mit welchen Raffinessen die Bauern es damals geschafft haben, die Ernteerträge derart in die Höhe schießen zu lassen. Autorin Linda Süß begleitet die traditionsbewusste Familie Braune, die aktuell alles auf Öko umstellt und besucht außerdem einen Großbetrieb. Und sie fährt an den Ort, an dem einst die erste supersüße Zuckerrübe gezüchtet wurde. Aus dem kleinen Labor ist ein Weltkonzern entstanden, der heute an 70 Standorten weltweit Saatgut züchtet.

Weiter Blick über Felder der Magdeburger Börde 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mi 17.10.2018 11:11Uhr 00:28 min

https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/video-240544.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Ein Film von Linda Süß

Quelle: MDR/agz

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Der Osten - entdecke, wo Du lebst | 30. Oktober 2018 | 20:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Oktober 2018, 13:45 Uhr