Die spannendsten Menschen Ostdeutschlands

Marcus Urban aus Weimar, der erste deutsche Fußballer aus dem Profibereich, der sich geoutet hat. Van Pham aus Chemnitz, die für mehr Sichtbarkeit der Deutsch-Vietnamesischen Community kämpft. Konrad Erben aus Jena, der jahrelang Gedenkveranstaltungen für die NSU-Opfer organisiert hat. Diese und andere Menschen hat Moderatorin Clarissa Corrêa da Silva getroffen. In der Serie "3 Blocks" erzählt sie in jeder Folge die außergewöhnliche Geschichte eines Menschen.

Collage 3 Blocks
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3 Blocks (Sendereihenbild mit Brand)
Moderatorin Clarissa Corrêa da Silva trifft für "3 Blocks" spannende Menschen an denen für sie drei wichtigsten Orten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Erfurterin kämpft für Emanzipation der Frauen

Medina Yilmaz 3 min
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3 min

Fr 04.02.2022 11:11Uhr 02:48 min

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Medina Yilmaz wird als einzige Tochter einer erzkonservativen türkischen Familie geboren. Als junge Frau willigt sie in eine arrangierte Ehe mit ihrem Cousin ein. Sechs Jahre später folgt die Scheidung. Sie geht in ein Frauenhaus, holt ihr Abitur nach und zieht nach Erfurt, um Staatswissenschaften zu studieren: Der lang ersehnte Neuanfang. Nach 10 Jahren in Erfurt ist sie eine in der Kultur und Politik gut vernetzte Frau, hat mit anderen Erfurterinnen einen Verein gegründet, der soziale und zivilgesellschaftliche Projekte von, für und mit Frauen im Nahen Osten fördert. Emanzipation ist Medinas größtes Anliegen. Diese Folge in der ARD-Mediathek - HIER KLICKEN

Profitänzerin im Rollstuhl aus Leipzig

Lisa Zocher 2 min
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2 min

Di 01.02.2022 10:02Uhr 02:15 min

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Lisa Zocher sitzt seit ihrer Kindheit im Rollstuhl. Durch das Tanzen im Rollstuhl lernt sie die Möglichkeiten und Grenzen ihres Körpers kennen. Wenn Lisa erzählt, dass sie Tänzerin ist, erntet sie häufig fragende Blicke. Sie lässt sich davon nicht abbringen, überzeugt bei einem Casting des Lofft-Theaters in Leipzig und erhält ein festes Engagement in der professionellen Tanzkompanie. Zunächst plagen Lisa Selbstzweifel. Sie vergleicht sich mit den anderen großartigen Tänzerinnen und Tänzern und stellt ihr Talent in Frage. Erst durch die Proben gewinnt sie Selbstvertrauen und merkt, wie gut sie mit der Tanzgruppe harmoniert. Diese Folge in der ARD-Mediathek - HIER KLICKEN

Der beste Zahntechniker Sachsens kommt aus Syrien

Mahmoud Ajawabra 2 min
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2 min

Di 01.02.2022 11:40Uhr 02:12 min

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Das Donnern der Bomben reißt Mahmoud Aljawabra aus dem Schlaf. In seiner Heimatstadt Daraa beginnt der Bürgerkrieg in Syrien. Mahmoud verliert Freunde, einen Onkel. Zusammen mit seiner Familie flieht er nach Jordanien. Dort hält er sich mit Mini-Jobs über Wasser und bekommt die Chance seines Lebens: Seine Schwester kann ihn im Zuge des Familiennachzugs nach Deutschland holen. Mahmoud hat ein großes Ziel, er will Zahntechniker werden. Sofort beginnt er mit Deutschkursen und bewirbt sich für ein Praktikum in einem Zahnlabor. Das Märchen beginnt. Er darf in der Firma eine Ausbildung machen, glänzt mit Ehrgeiz und präziser Handarbeit. Er schließt die Prüfung mit der Bestnote ab. Diese Folge in der ARD-Mediathek - HIER KLICKEN

Chemnitzerin erlebt den Rassismus in ihrer Heimatstadt

Van Pham 2 min
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2 min

Di 01.02.2022 11:38Uhr 02:13 min

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Die Viet-Deutsche Van Pham ist in Chemnitz geboren. Im Sommer 2018 marschieren Tausende Rechte durch die Innenstadt. Sie hört die fremdenfeindlichen Parolen deutlich durch ihr Fenster, als der Mob an ihrer Wohnung vorbeizieht. Schon während ihrer Kindheit ist sie rassistischen Kommentaren ausgesetzt. Erst durch ihr Studium und ihre künstlerische Arbeit hat sie die Möglichkeit, ihre Identität zu reflektieren und erlebten Rassismus zu kritisieren. Sie geht auf Spurensuche, führt Interviews mit ihren Eltern und vietnamesischen Vertragsarbeitenden der ersten Generation. Van sammelt Geschichten von harter Arbeit, Abschiebungen und Abtreibungen. Durch die Erzählungen kann sie verstehen, woher die Separierung, der Rassismus und auch die Sprachbarrieren stammen, die sie heute erlebt. Diese Folge in der ARD-Mediathek - HIER KLICKEN

Ex-Profifußballer aus Weimar über sein Coming-Out

Marcus Urban
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Marcus Urban wächst in der Plattenbausiedlung Weimar-West auf. Um seinem alkoholabhängigen und gewalttätigen Stiefvater zu entgehen, jongliert er tagsüber mit seinem Fußball zwischen den Blöcken. Sein Fußballtalent ermöglicht Marcus die Flucht aus der Familie. In Erfurt wird er im Sportinternat aufgenommen und beginnt eine erfolgreiche Laufbahn als Jugendfußballer. Er durchläuft diverse Jugendmannschaften und landet im Kader von Rot-Weiß-Erfurt. Doch auf dem Platz und in der Umkleidekabine muss er sich verstecken: Niemand soll erfahren, dass er Männer liebt. Das Versteckspiel frisst ihn auf, mit 20 Jahren kann er nicht mehr und beendet seine Karriere. 2006 kommt es dann zum öffentlich-medialen Coming-Out. Marcus Urban ist der erste geoutete, homosexuelle Ex-Profifußballer in Deutschland. Diese Folge in der ARD-Mediathek - HIER KLICKEN

Rapper aus Freiberg legt den Finger in die Rassismus-Wunde

John Sauter
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Freiberg im Erzgebirge in den 1980er Jahren: hier wächst John Sauter als einziges schwarzes Kind weit und breit auf. Sein Vater war Gastarbeiter aus Mosambik, musste die DDR nach ihrem Zusammenbruch verlassen. Vor den Neonazis lief Sauter manchmal davon, manchmal suchte er aber auch die körperliche Konfrontation. In einem Kulturzentrum in Freiberg ging John regelmäßig auf Konzerte. So fand er zur Musik. Ein Wendepunkt. Er zog nach Leipzig und brachte bis heute als Rapper "Johnny Katharsis" mehrere Alben heraus. John spricht über strukturelle rassistische Probleme, zeigt sie in seinen Texten auf. Diese Folge in der ARD-Mediathek - HIER KLICKEN

Magdeburgerin will jüdisches Leben neu beleben

Mascha Schubert
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Mascha Schubert ist Jüdin. Als sie Anfang der 1990er Jahre als Kontingentflüchtling aus der Sowjetunion nach Deutschland kommt, steht sie in einem Land, das sie aus Schuld aufgenommen hat. Sie erlebt Ausgrenzung, Rassismus und hat das Gefühl, nicht dazu zu gehören. Sie besucht die Schule, ohne ein Wort deutsch zu sprechen. Es dauert viele Jahre, bis sie erste Freundschaften mit deutschen Kindern aufbauen kann. Einer der wenigen Orte an dem sie sich wohl und aufgenommen fühlt, ist die jüdische Gemeinde in Magdeburg. Sie findet Freunde, fährt auf Ferienreisen und plötzlich füllt das "jüdisch sein" einen Platz in ihrem Leben aus, der vorher unbesetzt war. So gelingt es ihr, in Deutschland anzukommen. Diese Folge in der ARD-Mediathek - HIER KLICKEN

Jazzmusiker aus Freital kämpft gegen Homophobie

Erik Leuthäuser
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Das erste Konzert im Jazzclub Blue Note in Dresden war eine Offenbarung. Erik Leuthäuser singt frei, freier als je zuvor im Unterricht und plötzlich weiß er, hier gehört er hin. Die Scheinwerfer, das Publikum, der Applaus - nach Jahren der Ausgrenzung in Freital, der Stadt in der er geboren und aufgewachsen ist, findet er hier zum ersten Mal Anerkennung. Ein alles überströmendes Gefühl, das süchtig macht. Er veröffentlicht vier Alben, tourt um die Welt, studiert Jazzkomposition. Auch wenn er heute selbstbewusst mit Perlenkette und bauchfreiem Top auf der Bühne steht und seine Queerness auf Social Media in Szene setzt - in der eher konservativen Jazzszene eckt er damit an. Diese Folge in der ARD-Mediathek - HIER KLICKEN

Jenaer erinnert an NSU-Opfer

Konrad Erben
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Konrad Erben wird 1989 in Jena geboren. Einen Steinwurf von Konrads Zuhause entfernt entsteht der Nationalsozialistische Untergrund (NSU). Der "Winzerclub" unweit von Konrads Zuhause ist ein Treffpunkt von Neonazis und die Stadt Jena Ausgangspunkt der schlimmsten rechtsextremistischen Mordserie der neueren deutschen Geschichte. Heute forscht er zu eben jenen Themen: Extremismus und Radikalisierung. Zu jedem Jahrestag der Ermordung eines Menschen oder eines Attentates durch die NSU führte Konrad Erben gemeinsam mit anderen Engagierten Gedenkveranstaltungen in Jena durch. Diese Folge in der ARD-Mediathek - HIER KLICKEN