Dresdner Museen und Zoo wieder offen

Dank geringer Infektionszahlen konnten Museen und der Zoo nach Monaten wieder öffnen. Die ersten Termine waren schnell ausgebucht.

Seit gestern dürfen Gedenkstätten und Museen wieder öffnen. Für einen Besuch ist eine Voranmeldung notwendig. Die gängigen Abstands- und Hygieneregeln des jeweiligen Hauses zu berücksichtigen. Viele Dresdner nahmen die Gelegenheit gern wahr.

Was es noch alles im schönen Dresden, das „Florenz des Nordens“, zu sehen gibt, lesen Sie hier:

Der Große Garten

Der innerstädtische Park ist nicht nur ein Park mit Bäumen, Herkulesallee, Bänken und allerlei Ziersträuchern – es ist der Große Garten, schon 340 Jahre alt, natürlich barock. Am Carolasee, einer ehemaligen Kiesgrube, kann man einen guten Kaffee trinken, dazu ein Stück der legendären Eierschecke – nur in Dresden erfährt dieses Kuchenteil seine Vollendung. Der Mosaikbrunnen ist reines Art Deco und wurde für die Internationale Gartenbauausstellung von 1926 errichtet. Im ersten Botanischen Garten Mitteleuropas sind fast 6000 Pflanzenarten zu finden. Der Zoologische Garten von 1861 beherbergt rund 2000 Tiere in 300 Arten. Eine Fahrt mit der Parkeisenbahn erfreut bis heute die vielen großen und kleinen Besucher.

Die historische Altstadt Dresdens

Mitten im Herzen der Stadt, unweit der Elbe, findet man eines bekanntesten Fotomotive weltweit: den Zwinger! Das Kronentor liegt hier eingebettet in zwei seitengleiche Langgalerien. Gegenüber das Glockenspiel aus Meissner Porzellan, das im Viertelstunden-Takt den Besucher die Zeit vergessen lässt. Oder das Nymphenbad, eine der schönsten Brunnenanlagen der Barockzeit. Nur ein paar wenige Meter weiter trifft man die Katholische Hofkirche, in der August der Starke seiner Frömmigkeit huldigte. Der "Fürstenzug" ist das weltweit größte Wandbild aus Meißner Porzellan. Über 100 Meter lang erfährt man hier geballte sächsische Geschichte. Die Brühlsche Terrasse, benannt nach Heinrich von Brühl, ist der Balkon von Dresden: Hoch über der Elbe lädt sie zu einem schattigen Spaziergang unter Bäumen mit Blick über den Fluss in die Neustadt ein. Wenn man sich einen Überblick über die Historische Altstadt machen möchte, wäre unbedingt der Aufstieg auf den Turm der Kreuzkirche, der größten Kirche Sachsens, zu empfehlen, die Wirkungsstätte des weltberühmten Kreuzchores, mit rund 3000 Plätzen. Weltberühmt ist auch die Semperoper.

Schloss Moritzburg und Radebeul

Spätestens seit dem Kultfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ ist Schloss Moritzburg auf der Hitliste nicht nur der Filmfreunde ganz, ganz oben. Das einstige Jagdschloss vor den Toren Dresdens bot den höfischen Lustbarkeiten schon seit dem 18. Jahrhundert eine elegante Kulisse. Zu Moritzburg gehören auch barocke Stallanlagen für die Züchtung von Kalt- und Warmblutpferden. Dazu der "Lößnitzdackel", eine Schmalspurbahn, die seit 1884 Moritzburg mit Radebeul Ost verbindet. In Radebeul lohnt sich der Besuch der Villa Shatterhand, deren ehemalige Besitzer sehr bekannt ist: Karl May! Der Abenteurer aus Sachsen wurde durch seine Romane zum wohlhabenden Mann. Über 80 Bände umfasst sein Gesamtwerk, 200 Millionen Bücher wurden rund um den Globus verkauft. Heute ist in seiner Prachtvilla in Radebeul ein Karl-May-Museum untergebracht mit vielen historischen Devotionalien der amerikanischen Ureinwohner, für die eigens im Garten des Hauses ein zusätzliches Blockhaus gebaut wurde, die Villa Bärenfett.

Die Frauenkirche

200 Jahre überragte die steinerne Kuppel der Dresdner Frauenkirche die Dächer der Altstadt. Erbaut wurde die prachtvolle protestantische Barockkirche im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts. Knapp 20 Jahre dauerte der Bau. In einer Februarnacht 1945 waren es nur wenige Stunden, die nach einem Feuersturm das Gotteshaus in sich zusammenstürzen ließen. Seither wurde der riesige, bizarre Schuttberg zum Mahnmal gegen die Sinnlosigkeit des Krieges, schmerzliche Erinnerung auch an die vielen anderen Lücken in der Stadt. Es ist  dem Überlebenswillen und dem Aufbauwillen seiner Bewohner zu danken, dass die meisten der historischen Bauwerke heute wieder in altem Glanz erstrahlen. Seit 1993 nahm das größte Aufbauwerk der deutschen Nachkriegsgeschichte - der Wiederaufbau der Frauenkirche - langsam wieder Gestalt an. Höchst selten wurden jemals Trümmerberge mit solcher Sorgfalt wie in Dresden beräumt. Schließlich hatten die Bauleute den Ehrgeiz, möglichst viele der Originalsteine für den Wiederaufbau zu verwenden. Der Bau  kostete rund 180 Millionen Euro - weit mehr als die Hälfte des Geldes kam durch Spenden aus aller Welt zusammen. So übergab der Herzog von Kent z. B. das wertvolle  Kuppelkreuz, im Namen ihrer Majestät, auch sie hatte einige Pfund aus ihrer Schatzkammer locker gemacht, im Namen vieler Spender aus dem gesamten Königreich - und in Demut vor Gott, wie der Herzog sagte. Aus dem Mahnmal gegen den Krieg wurde ein Symbol der Versöhnung, mitten auf dem Neumarkt, mit weit geöffneten Türen für Gottesdienste, Orgelspiele oder einzigartige Orchesterkonzerte.

Die Elbhänge

Ausgedehnte Parkanlagen im englischen Stil, Terrassen für den Weinbau: es ist schon ein reizvolles Fleckchen auf der hügeligen Elbseite. Hier hat man die Wahl von inzwischen zwei Brücken, um über den Fluß zu kommen: die Hängebrücke, das "Blaue Wunder". Und die Waldschlösschenbrücke, um deren Bau es viel Ärger gab. Eine  seltene Fledermaus sollte wohl in ihrem Lebensraum gestört sein. Auch zwei Bergbahnen ziehen mehr und mehr Besucher an. Die Standseilbahn ist aus dem Jahr 1895, zunächst dampfbetrieben, später mit Strom und führerlos! Um auf den benachbarten Hang zu kommen, kann man ein anderes, ebenfalls historisches Vehikel benutzen: die Schwebebahn, 1901 in Betrieb genommen - bis heute ein herausragendes Beispiel deutscher Ingenieurbaukunst.

Die Dresdner Museen-Landschaft

Ein Muss ist die Gemäldegalerie Alte Meister mit der Sixtinischen Madonna von Rafael. Für den Besuch des Grünen Gewölbes, der ehemaligen Schatzkammer der Wettiner Fürsten, im Residenzschloss, muss man schon ein wenig Zeit mitbringen. Auch das Verkehrsmuseum im Johanneum am Neumarkt ist empfehlenswert. Ob Oldtimer, Straßenbahn, Schifffahrt oder Luftverkehr, das 1956 eröffnete Museum lässt nicht nur die Herzen von Technikbegeisterten höher schlagen. Das Stadt- und Heimatmuseum befindet sich im sogenannten Landhaus von 1776, hier gibt es Sammlungen, die die über 8oo-jährige Geschichte der Stadt dokumentieren. Und wer wissen will, wie der Mensch von innen aussieht, wie was funktioniert, im weltberühmten Hygienemuseum ist er richtig. Das Militärhistorische Museum ist auch eines der größten Museen Europas: unterschiedliche Bausteine einer Kulturgeschichte der Gewalt vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart werden hier ausgestellt.

Die Sächsische Dampffschiffahrt

Dresden besitzt die älteste Raddampferflotte der Welt. Direkt unterhalb der Brühlschen Terrasse beginnt die Fahrt und wenn man Glück hat erwischt man die „Stadt Wehlen“, den ältesten Raddampfer, gebaut 1879, oder die „Diesbar“ von 1884, als einziger bis heute noch mit Kohle beheizt. Die anderen sieben Oldtimer, die zur historischen Flotte gehören, sind nicht viel jünger und versehen langsam, aber gemütlich nach wie vor ihren Dienst. Höhepunkt jedes Jahr: die großen Flottenparaden! Zum Beispiel am 1. Mai oder zum Dampfschifffest Mitte August. Dann vereinigen sich die nostalgischen Schaufelraddampfer auf der Elbe  zu einer beeindruckenden Formation.

Die Schloßanlage Pillnitz

Eine knappe Raddampferstunde elbaufwärts von Dresden liegt Pillnitz. Die wunderschöne Barockanlage war zur Zeit August des Starken den Mätressen des Dresdner Hofes gewidmet. Sibylle von Neitschütz und Gräfin Cosel residierten hier. Neben Putten, Palais und Pavillons steht hier eine botanische Sensation - eine japanische Kamelie. Sensation deshalb, weil sie heute offensichtlich das einzige Exemplar von diesen Ausmaßen nördlich der Alpen ist. Der Legende nach brachte ein schwedischer Botaniker die kamelia japonica vor 230 Jahren nach Europa. Bei ihren 33 Metern Umfang treibt sie bis zu 35 000 karminrote Blüten.

Die Sächsische Schweiz       

Die Sächsische Schweiz ist nur eine halbe Autostunde von Dresden entfernt. Pirna, das Tor zur Sächsischen Schweiz, empfiehlt sich als Ausgangspunkt für eine Tour. Für Wanderer oder auch Kletterer am Felsen ist sie ein Eldorado nicht nur für ein Wochenende. Unterhalb der Bastei befindet sich die Felsenbühne Rathen. In den sommerlichen Spielzeiten von Mai bis September wird hier von Märchen über Freischütz, natürlich auch Karl May alles geboten, was dem Zuschauerherz nahe geht. 1936 richtete man diese Bühne in einer einzigartigen  Naturkulisse ein und hier gab es bereits 2 Jahre später die ersten Karl-May-Festspiele der Welt mit dem Schatz im Silbersee. Nicht unerwähnt darf bleiben, dass große Teile dieser atemberaubenden Wald- und Felsenlandschaft mit ihrer vielseitigen Flora und Fauna unter Naturschutz gestellt wurden. Bad Schandau, ist seit fast 200 Jahren eine gute Adresse, wenn es um Gesundheit und Wohlbefinden geht. Die Kneipp-kuren sind weithin gerühmt, andere Erkrankungen werden  im Stadtteil Ostrau behandelt Die Festung Königstein ist auf einen Tafelberg vor grauer Urzeit gebaut worden. Oft gegen sie angerannt, nie eingenommen, eine der größten Festungsanlagen Europas. Hoch über der Elbe, hat man eine grandiose Aussicht über die Sächsische Schweiz.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 11 | 16. März 2021 | 11:08 Uhr