Ein Song wird 50: "Wie ein Stern" von Frank Schöbel

Vor 50 Jahren - im Frühjahr 1971 - erschien das von Frank Schöbel gesungene Lied "Wie ein Stern", dessen Text und dessen Synthesizer- und Flöten-Klänge mitten ins Herz treffen können. Wer die glamourös-kitschige Komposition einmal gehört hat, vergisst sie nicht so schnell. "Wiiiie ein Stern in einer Sommernacht, ist die Liebe wenn sie straaaahlend erwacht", singt Schöbel ganz unironisch.

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Frank Schöbel Bildrechte: MDR/Tom Schulze

Wann genau das Lied veröffentlicht wurde, weiß Frank Schöbel nicht mehr genau. "Wahrscheinlich im März 1971", sagt der heute 78-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. "Beinahe hätte ich "Wie ein Stern" abgelehnt. Am Klavier fand ich den Titel ziemlich schnulzig, konnte aber nicht ahnen, was das spätere Arrangement daraus macht."

Texter Dieter Lietz gab vor ein paar Jahren in der "Märkischen Allgemeinen Zeitung" zu: "Das Lied ist nicht durch meinen Text ein Hit geworden. Das hat die Melodie von Hans-Georg Schmiedecke bewirkt. Ich bekam sie als Klavierstimme auf einer Kassette zugeschickt und habe dann den Text draufgebastelt." Als dann eines Tages Frank Schöbel bei ihm im Wohnzimmer gesessen habe und das Arrangement von Gerhard Siebholz vorstellte, sei das "Gänsehaut pur" gewesen.

Frank Schöbel - Wie ein Stern 1 min
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Fr 25.10.2019 11:42Uhr 00:44 min

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Das Lied brachte Schöbels Karriere wieder in Schwung

"Wie ein Stern" war nicht nur in der DDR ein Hit. Auch in Polen, der Sowjetunion, der Tschechoslowakei, der Schweiz, in Ungarn, Österreich und der Bundesrepublik konnte sich das Lied gut behaupten. Für Schöbel war es eine Art Neuanfang, nachdem seine junge Karriere mit kleineren Hits und Filmrollen nach fast zehn Jahren zu enden drohte. "In "Schlager der Woche" beim RIAS war "Wie ein Stern" fünfmal auf Platz eins", erzählt Schöbel. Die Single verkaufte sich laut Schöbel in der DDR über 400.000 Mal und in der Bundesrepublik Deutschland über 150.000 Mal.

Der DDR-Schlagersänger Frank Schöbel, aufgenommen im August 1972
Frank Schöbel, im August 1972 Bildrechte: dpa

Eine dauerhafte Karriere im Westen blieb Schöbel trotz allem verwehrt - die Auftritte blieben im wahrsten Sinne begrenzt; die DDR-Staatsführung ließ es nicht zu. Schöbel erzählt, was ihm stattdessen widerfuhr: "Am 17. April 1972 lud Walter Ulbricht ins Staatsratsgebäude ein. Der Staatsratsvorsitzende saß die ganze Zeit, er war schon sehr gezeichnet. Erich Honecker stand frisch daneben. Man wünschte sich "Wie ein Stern", ich sang aber im Refrain relativ leise, weil ich dachte, jeder laute Ton ist zuviel für den alten Mann. Am Ende kam er, bedankte sich mit seiner fistelnden, hohen Stimme, schaute mich an und ich spürte, er wusste nicht genau, wer ich bin."

Quelle: dpa

Über dieses Thema berichtet MDR Schlagerwelt auch im Radio: Schlagerwelt | 04.03.2021 | 08:00 Uhr