Ein Ehrenkommissar wird 75: Jaecki Schwarz feiert Geburtstag

Wenn Jaecki Schwarz am Freitag seinen 75. Geburtstag feiert, kann er auf eine lange und erfolgreiche Schauspielkarriere zurückblicken. Für seine Rolle als unkonventioneller Ermittler in der ARD-Reihe "Polizeiruf 110" ernannte ihn die sächsische Polizeigewerkschaft im Jahr 2006 zum "Ehrenkommissar". Mit rund 120 Film- und Fernsehrollen gehört er laut Defa-Stiftung zu den meistbeschäftigten Darstellern im DDR-Fernsehen. Und auch nach der Wende konnte er an vergangene Erfolge anknüpfen.

Schauspieler Jaecki Schwarz
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Wie genau es eigentlich zu seinem Durchbruch kam, wisse er "bis heute nicht", sagt Schwarz in einem Defa-Filmgespräch im Januar 2019. Am 26. Februar 1946 in Berlin geboren, entdeckt er bereits als Schüler seine Liebe zur Schauspielerei. Nach seinem Schulabschluss wird er an zwei Schauspielschulen abgelehnt. Er sei ein "arroganter Oberschüler", lautet die Begründung damals. Schließlich schafft er dann aber doch den Sprung an die Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg. Seine jugendlichen Rollen sind stets sorglos und sensibel, später spielt Schwarz Figuren mit Tiefe, Ironie und einer gewissen Gerissenheit.

Gregor Hecker (Jaecki Schwarz, li.) schwenkt eine weiße Fahne. Neben ihm:  Wadim (Wassili Liwanow).
Jaecki Schwarz als Gregor Hecker in "Ich war 19". Bildrechte: MDR/DREFA

Im Jahr 1967, noch als Student, erzählt Schwarz im Film "Ich war neunzehn" in seiner Rolle als junger Soldat der Roten Armee von den Schrecken der letzten Tage des Zweiten Weltkriegs. Es ist der erste große Erfolg, nach seinem Studium geht Schwarz nach Magdeburg ans Theater. In den 70er Jahren zieht es ihn nach Berlin, 23 Jahre lang ist er dort Teil des Berliner Ensembles, 1996 wechselt er ans Maxim-Gorki-Theater.

Polizeiruf-Kommissar ab 1996

Die Kommissare Schmücke (Jaecki Schwarz) und Schneider (Wolfgang Winkler)hoffen, dass Marco Witte (Jörg Schüttauf) brauchbare Hinweise auf die Entführer seiner Frau geben kann.
Die Kommissare Schmücke (Jaecki Schwarz) und Schneider (Wolfgang Winkler) Bildrechte: MDR

In der DDR ist Schwarz zudem ein beliebter Fernsehschauspieler. Er spielt 1969 in dem Fünfteiler "Krupp und Krause" und jagt 1978 als Kriminalinspektor Toni Pleisner in "Gefährliche Fahndung" von Nazis geraubte Kunstschätze. Kultstatus erreicht Schwarz dann auch in Westdeutschland ab 1996 mit seiner Rolle in "Polizeiruf 110". 17 Jahre lang ermittelt er in Halle an der Saale als Hauptkommissar Herbert Schmücke zusammen mit seinem 2019 gestorbenen Schauspielkollegen Wolfgang Winkler alias Herbert Schneider als Duo "Herbert und Herbert" gegen Ganoven und Bösewichte.

Februar 2021: Schwarz outet sich als homosexuell

Nach einem Schlaganfall im Jahr 2012 ist Schwarz auf dem rechten Auge fast blind, 2013 steigt er aus dem "Polizeiruf" aus. In einem "Bild"-Interview kündigt er 2020 schließlich das Ende seiner Karriere an. "Ich muss nicht vor der Kamera sterben", sagt Schwarz. Lange Zeit setzt sich Schwarz engagiert für die Rechte von Lesben und Schwulen ein, er fordert mehr Aufklärung über das Thema Homosexualität. Seine eigene Homosexualität macht Schwarz erst im Februar dieses Jahres offiziell öffentlich. Er ist einer von 185 Künstlern, die dies im Magazin der "Süddeutschen Zeitung" tun.

Quelle: AFP

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Legenden - Ein Abend für Jaecki Schwarz | 28. Februar 2021 | 20:15 Uhr