Holzsußra Wieder Leben in der Kneipe: Dorfgemeinschaft rettet ihr Gasthaus

Für die 265 Einwohner von Holzsußra im Kyffhäuserkreis ist es eine kleine Erfolgsgeschichte. Nachdem die Dorfgaststätte im Dezember 2020 während der Corona-Pandemie schließen musste, entschied sich ein Teil der Anwohner, das Gasthaus in Eigenregie am Leben zu halten.

Im April gründeten sie dafür den Verein "Dorfleben Holzsußra", der sich künftig um die Verwaltung der Gaststätte kümmern sollte. Das Besondere daran: Für den Verein wurde die Rechtsform "wirtschaftlicher Verein" gewählt. Ein fast vergessener, aber in diesem Fall passender juristischer Rahmen für das Vorhaben.

Drei Personen an einer Gaststätte
Die Dorfkneiper in Holzsußra bleibt auch künftig ein Ort des Zusammenkommens. Bildrechte: MDR/Armin Kung

Kneipe in Selbstverwaltung - mit Erfolg

Inzwischen herrscht in der selbstverwalteten Kneipe wieder regelmäßig buntes Treiben. Bürgermeister Steffen Lupprian (SPD) sagte, die Gaststätte "Zum Urtal" sei jeden Samstag geöffnet. Die ersten Familienfeiern, Seniorenabende und Chortreffen des aktiven Vereinslebens im Dorf hätten bereits wieder in den Räumlichkeiten des Gasthauses veranstaltet werden können.

Betrieben wird die Lokalität durch die Vereinsmitglieder. Falls sich die Corona-Lage wieder bessere, solle auch Personal angestellt werden, so Lupprian. Das Gasthaus soll auch weiterhin als soziales Dorfzentrum erhalten werden. Außerdem wolle der Verein verhindern, dass Rechtsextreme die Immobilie kaufen.

Quelle: MDR(cfr)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 18. November 2021 | 15:30 Uhr