Peter Sodann feiert 85. Geburtstag

Er ist Schauspieler, Büchersammler und Ex-Bundespräsidentenkandidat: Zu seinem 85. Geburtstag am 1. Juni blickt Peter Sodann auf ein bewegtes Leben zurück. Einem breiten Publikum wurde Sodann vor allem durch seine Rolle als "Tatort"-Kommissar Bruno Ehrlicher bekannt. In den vergangenen Jahren widmete sich der Schauspieler vor allem dem Aufbau seiner "DDR-Bibliothek", für die er Millionen Bücher zusammentrug.

Peter Sodann vor dem neuen theater in Halle.
Bildrechte: imago/Felix Abraham

Mit seinen Büchern lebt der gebürtige Sachse heute in Staucha, einem kleinen Ort zwischen Leipzig und Dresden. Für seine Bibliothek in einem ausgebauten Kuhstall des ehemaligen Ritterguts sammelt und katalogisiert er alle Bücher, die zwischen Kriegsende und dem Fall der Mauer in den DDR-Verlagen veröffentlicht wurden. Ganze Buchbestände bewahrte er so vor der Müllhalde. Sodann sieht die Bücher als "historisches Kulturgut", das für nachfolgende Generationen gesichert werden muss.

Eine schwere Stunde für Alfred Mannschatz (Peter Sodann, links): sein Freund Bruno Pfefferkorn (Hans-Peter Hallwachs, Mitte) und dessen Atlatus Kodelwitz (Axel Wandtke)stellen ihn vor einer Entscheidung. Nur wenn er seinen Schwiegersohn aus dem Westen holt, kommt seine schwangere Tochter frei.
Peter Sodann im Film "Tage des Sturms" Bildrechte: MDR/Solar

Der am 1. Juni 1936 in Meißen geborene Sohn eines KPD-Mitglieds lernte zunächst Werkzeugmacher und begann in Leipzig ein Jurastudium, bevor er 1959 an die dortige Theaterhochschule wechselte. Während des Studiums leitete er das Kabarett "Rat der Spötter", das 1961 aufgelöst wurde. Nach vermeintlich staatsfeindlichen Äußerungen wurde er aus der SED ausgeschlossen und saß neun Monate in einem Stasi-Gefängnis. Nach seiner Haftentlassung ließ sich Sodann zum Spitzendreher ausbilden, um sich dann 1963 erneut an der Theaterhochschule einzuschreiben. Sein erstes Engagement führte ihn 1964 ans Berliner Ensemble zu Helene Weigel. 1975 wurde er Schauspieldirektor an den Bühnen der Stadt Magdeburg.

Tatort-Kommissar von 1992 - 2007

Später wurde Sodann Intendant des Neuen Theaters in Halle, das er selbst ab 1981 aus einem alten Kinosaal zu einem Schauspielhaus umbaute und zu einer Kulturinsel erweiterte. Dieses Engagement fand 2005 ein jähes Ende, als die Stadt Halle ihn als Theaterchef ablöste. "Dass ich vor die Tür gesetzt werde, tut schon sehr weh", bekannte der Schauspieler damals enttäuscht. Bekannt wurde der Vater von vier Kindern aber vor allem mit seiner Rolle als erster ostdeutscher "Tatort"-Kommissar, der von 1992 bis 2007 in Leipzig ermittelte.

Doch auch auf der politischen Bühne mischte Sodann immer wieder mit. Als er sich im Sommer 2005 zur Bundestagskandidatur für das linke Wahlbündnis aus PDS und WASG bereit erklärte, machte der Mitteldeutsche Rundfunk dem Schauspieler klar, dass seine "Tatort"-Karriere im Fall eines Bundestagseinzugs ein Ende hätte. Sodann zog seine Kandidatur zurück. 2009 engagierte er sich erneut für die Linke und trat für die Partei als Kandidat bei der Bundespräsidentenwahl an. "Ich habe schon immer die Absicht gehabt, die Welt zu ändern", bekannte der parteilose Sodann damals.

Quelle: AFP

Über dieses Thema berichtet der MDR auch im Fernsehen: Lebensläufe | 27.05.2021 | 23:40 Uhr