Die Rappbode -Talsperre

Im Harz steht Deutschlands höchste Staumauer. Bei Wendefurth ist sie das Sperrwerk der Rappbode-Talsperre, des größten Stausees in der Region. Er gehört zu einem Talsperrensystem, das die Harzorte vor Hochwasser schützt und zugleich die Versorgung mit Trinkwasser und Strom sichert. Obwohl die Sperrmauer von außen massiv wirkt, hat sie ein erstaunliches Innenleben. Und das dient in erster Linie der Sicherheit.

Der Harz gehört zu den niederschlagsreichsten Gebieten Deutschland. Fließen nach starken Regenfällen oder während der Schneeschmelze große Wassermengen von den Bergen herab, treten die Flüsse über die Ufer und überschwemmen die angrenzenden Orte. Um das zu vermeiden, gibt es hier überdurchschnittlich viele Talsperren. Die größte von ihnen ist die Rappbode-Talsperre, die bei Wendefurth von Deutschlands höchster Staumauer begrenzt wird. 106 Meter misst dieses gewaltige Bauwerk aus 860.000 Kubikmetern Beton. Neben dem Hochwasserschutz erfüllt die Rappbode-Talsperre zwei weitere Aufgaben: sie dient der Stromerzeugung und zur Gewinnung von Trinkwasser.

Schutz vor Hochwasser

Pläne für den Bau einer Talsperre gab es immer wieder. Nachdem sich im Winter 1925 eine Flutwelle in das Bodetal ergossen und innerhalb weniger Stunden Quedlinburg und Thale unter Wasser gesetzt hatte, nahmen sie mehr und mehr Gestalt an. Doch es dauerte 13 Jahre, bis bei Wendefurth die geeignete Stelle gefunden wurde. Bevor mit der Errichtung der Staumauer begonnen werden konnte, wurden ab 1938 vorbereitende Arbeiten durchgeführt. Dafür wurde eigens für den Transport der gewaltigen Materialmengen eine Eisenbahnstrecke zum Bauort gelegt. Außerdem wurden über das Tal zwei in 120 Metern Höhe verlaufende Seilbahnkräne gespannt. Mit ihnen ließ sich jeder Punkt des geplanten Bauwerks erreichen. Doch der Krieg brachte die Arbeiten zum Erliegen.

Die Rappbode-Talsperre in Zahlen  
Höhe der Staumauer: 106 Meter
Länge der Mauerkrone: 415 Meter
Breite der Mauerkrone : 12,5 Meter
Volumen der Staumauer: 860.000 Kubikmeter
Stauraum bei Vollstau: 113.060.000 Kubikmeter
Fläche des Sees bei Vollstau: 3,953 Quadratkilometer

Bau in den 1950er-Jahren

Erst in Friedenszeiten wurden sie wieder aufgenommen. Ab 1952 waren bis zu 1.200 Arbeiter rund um die Uhr im Schichtsystem im Einsatz. Mit dem Wachsen der Mauer mussten sich Betonbauer und Zimmermänner in schwindelerregende Höhen wagen. Neun von ihnen bezahlten das Risiko mit dem Leben. Schließlich aber war die Staumauer fertig. Nach siebenjähriger Bauzeit wurde die Staumauer am 3. Oktober 1959 eingeweiht und 1963 schließlich für den Vollstau freigegeben.