Ein Butterbrot auf einem Teller.
Der Sieger von 2019: Die "Bemme" Bildrechte: MDR/Christoph Stelzner

03.10.2019 | 12:00 Uhr Sächsische Wörter des Jahres gekürt

Eine belegte Brotscheibe, der Ausdruck des Widerspruchs oder eine Verwunderung: Das sind die sächsischen Wörter des Jahres 2019. Am Donnerstag wurden das beliebteste, schönste und bedrohteste Wort sowie ein Kosewort im Dresdner Schauspielhaus bekannt gegeben.

Ein Butterbrot auf einem Teller.
Der Sieger von 2019: Die "Bemme" Bildrechte: MDR/Christoph Stelzner

Die Sachsen haben per Internetvoting entschieden: "Bemme" heißt das Lieblingswort des Jahres 2019. Die belegte Brotscheibe setzte sich gegen biddeln (bummeln, einkaufen gehen), Schruz (wertloses Zeug) oder Gusche (abwertender Ausdruck für den Mund) durch. Seit 2008 kürt die Ilse-Bähnert-Stiftung die Sächsischen Wörter des Jahres. Mit der Aktion sollen aussterbende Wörter gerettet und die Mundart als wichtiger Teil der deutschen Sprache gefördert und belebt werden.

Sachsen sind "budzsch", denn sie sagen "äscha"

Als schönstes Wort des Jahres 2019 kürte eine Jury "budzsch". Das Wort beschreibt einen wunderlichen, merkwürdigen, aber auch bedrohlichen, besorgniserregenden Zustand. "Äscha" heißt das bedrohte sächsische Wort des Jahres, welches ab sofort unter Dialektschutz steht. Die Vokabel ist der Ausdruck des Widerspruchs, der Ablehnung oder des Erstaunens, verschwindet aber zunehmend aus dem täglichen Sprachgebrauch, heißt es in der Begründung der Jury. Erstmals gekürt wurde in einer Sonderkategorie das sächsische Kosewort des Jahres, gewonnen hat "Guhdsdr".

Die Gala aus dem Dresdner Schauspielhaus sendet MDR SACHSEN - Das Sachsenradio im Kulturmagazin "Aufgefallen" am 7. Oktober.

Die bisherigen Sächsischen Wörter des Jahres:
Jahr Beliebtestes Wort Schönstes Wort Bedrohtestes Wort Sonderkategorie
2019 Bemme

(Belegte Brotscheibe)
budzsch

(wunderlich, merkwürdiger, bedrohlicher Zustand)
äscha

(Ausdruck des Widerspruchs, Ablehnung oder Erstaunen)
Kosewort: Guhdsdr
2018 friemeln

(knifflige Zusammenhänge verknüpfen
Beschmuh

(Schummelei, Schwindelei)
dorwiern

(quengeln, nerven)
Schimpfwort: Diggnischl

(Mann, der seine Meinung durchsetzen will)
2017 andadschn

(antasten, anfassen)
Schmieche

(Zollstock, Gliedermaßstab)
Reformande

(Strafpredigt, Zurechtweisung, Verweis)
 
2016 diggschn

(eingeschnappt sein)
Bibbus

(kleines Teil)
Mäffdl

(kleines Auto)
 
2015 Blaadsch

(ungeschickter Mensch)
Dämmse

(drückende Hitze, Schwüle)
Eiforbibbsch

(etwa wie "Ach Gott")
 
2014 Gelumbe

(nutzlose Dinge)
Däschdlmäschdl

(Liebschaft)
forblembern

(trödeln, Zeit vergeuden)
 
2013 Hitsche

(Fußbank)
forhohnebibln

(verspotten)
schnorbslich

(köstlich)
 
2012 didschen

(Lebensmittel in Flüssigkeit eintunken)
plumbn

(Wasser pumpen, heftiger Starkregen, schnell und viel trinken)
Renfdl

(Brotkanten)
 
2011 katschn

(laut kauen oder schmatzen)
bomforzionös

(großartig, aber etwas pompös)
Haderlump

(Taugenichts/ Landstreicher in abgerissener Kleidung)
 
2010 Hornzsche

(Rumpelkammer oder altes, verwahrlostes Haus)
bäbbeln

(Fußballspielen/ Kicken als Freizeitvertreib)
dschidschoriengrien

(kräftige, "giftige" Grüntöne)
 
2009 färdsch

(fertig)
fischelant

(clever, rührig, auf Zack)
Asch

(Aufwaschschüssel oder große Waschschüssel)
 
2008 nu

(als Lückenfüller oder Synonym für "ja")
muddln

(vor sich hin arbeiten, sein Ding machen, etwas ziel- und lustlos bei der Sache sein)
lawede

(instabil, ausgeleiert, marode)
 

Quelle: MDR/fg

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 07.10.2019 | XX:XX Uhr im Kulturmagazin "Aufgefallen"

Zuletzt aktualisiert: 03. Oktober 2019, 12:02 Uhr

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