Di 18.09. 2018 20:45Uhr 29:45 min

Der Osten - Entdecke wo du lebst Unsere Wälder - Die Hohe Schrecke

Film von Peter Simank

Komplette Sendung

Der Osten... Unsere Wälder - Die Hohe Schrecke 30 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR FERNSEHEN Di, 18.09.2018 20:45 21:15
Auf halber Strecke zwischen Erfurt und Halle hat sich auf wundersame Weise ein Wald erhalten, wie er ohne Zivilisation überall wachsen würde - der typisch deutsche Wald, mit riesigen, uralten Buchen. Die ältesten Exemplare gehören zu den gewaltigsten Bäumen Deutschlands und wuchsen schon, als Goethe nach Weimar kam. Mit ihren ausladenden Kronen würden sie 7.000 Fußballfelder beschirmen. Die Hohe Schrecke ist eine Welt, die es in Deutschland kaum noch gibt. Ein Wald, der in Würde alt werden darf - mit Bäumen, die in Freiheit sterben und nicht im Sägewerk.

Über Jahrhunderte schwer zugänglich, jahrzehntelang militärisch genutzt, entwickelte sich der Wald zur Terra incognita. Erst seit wenigen Jahren erkundet ihn die Wissenschaft und stößt immer wieder auf Sensationen - längst verschollen geglaubte Urwald-Reliktarten, extrem seltene Tiere, die nur dort überlebt haben, wo es seit der letzten Eiszeit immer Wald gab und sich  jahrtausendealte Biotopzustände erhalten haben.

"Wir haben bis jetzt elf Urwald-Reliktarten in der Hohen Schrecke nachgewiesen, das ist damit das Top-Gebiet in Thüringen. Da kommt selbst der Nationalpark Hainich mit seinen fünf Arten nicht mit", sagt  Käferkundler Andreas Weigel.

Um dieses europaweit bedeutsame Waldgebiet dauerhaft zu bewahren, startete 2009 das Naturschutzgroßprojekt "Hohe Schrecke". Damit wollen die angrenzenden Gemeinden gemeinsam mit dem BUND Thüringen und der Naturschutzstiftung David den einzigartigen  Schatz vor der Haustür sichern. Auf einem Viertel ihrer Fläche soll die Hohe Schrecke ein nutzungsfreier Urwald bleiben, in den restlichen Bereichen soll der Wald nur extrem schonend bewirtschaftet und touristisch erschlossen werden. Seit 2015 führen mehrere Themenwege in einer Länge von etwa 180 Kilometern durch das bisher nahezu undurchdringliche Waldgebiet. Ein Ort der totalen Entschleunigung in atemberaubender Einsamkeit.

"Das sind schon richtige Canyons wenn man hier in den Tälern steht. Die Brennnessel wachsen mannshoch. Da denkt man, dort ist noch nie ein Mensch gewesen. Entsprechend ist auch die Tierwelt. Also hier kann ich den ganzen Tag wandern und treffe nicht einen einzigen Menschen. Aber dieser Massentourismus wird sich hier sicherlich nicht entwickeln. Doch die Wanderer kommen immer mehr, weil sie ungestört sind und es sicherlich eine einmalige Natur ist. Also ca. 7.000 Hektar Buchenwald - das hat man in Deutschland nicht mehr so oft", schwärmt der Erste Wegewart Dieter Krüger.

Über ein Jahr waren die Naturfilmer Peter und Stefan Simank in der Waldwildnis der Hohen Schrecke unterwegs, beobachteten die Besonderheiten der Tierwelt, sprachen mit Naturschützern, Anwohnern und Wissenschaftlern und gingen den Geheimnissen des uralten Buchenwaldes nach - von der Krone bis in die Wurzeln.

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Auf Entdeckertour in den Buchenwäldern

Andreas Weigel steht an einem Baum
Andreas Weigel ist ein echter Kenner der Hohen Schrecke. Seit seinen Jugendjahren begeistert er sich vor allem für Käfer: "Ich habe mir das selbst beigebracht, denn eigentlich habe ich Physik studiert und dann mein Hobby zum Beruf gemacht." Bildrechte: MDR/Simank-Film
Andreas Weigel steht an einem Baum
Andreas Weigel ist ein echter Kenner der Hohen Schrecke. Seit seinen Jugendjahren begeistert er sich vor allem für Käfer: "Ich habe mir das selbst beigebracht, denn eigentlich habe ich Physik studiert und dann mein Hobby zum Beruf gemacht." Bildrechte: MDR/Simank-Film
Andreas Weigel steht an einem Baum
Andreas Weigel auf Käferjagd. Wie bedeutend die Hohe Schrecke für den Artenschutz ist, lässt sich besonders gut bei den unauffälligen Tieren nachweisen - den Käfern. Bildrechte: MDR/Simank-Film
Nahaufnahme eines Buchenkeimling
Es gleicht einem Wunder, dass aus diesem Buchenkeimling ein mächtiger Baumriese werden kann. Bildrechte: MDR/Simank-Film
Ein bemooster Stamm liegt in einem Buchenwald
Die Hohe Schrecke - eine Welt, die es in Deutschland kaum noch gibt. Ein Wald, der in Würde alt werden darf - mit Bäumen, die in Freiheit sterben und nicht im Sägewerk. Bildrechte: MDR/Simank-Film
Ein Buchenwald
Für die Wissenschaft ist die Hohe Schrecke vielfach noch eine Art Black-Box. Bildrechte: MDR/Simank-Film
Durch die Wipfel eines Buchenwaldes fällt die Sonne ein
Ein beinahe geschlossenes Kronendach filtert die Sonnenstrahlen und sorgt für ein magisch grünes Licht. Bildrechte: MDR/Simank-Film
Ein Buchenwald
In der Hohen Schrecke hat sich auf wundersame Weise ein Wald erhalten, wie er ohne Zivilisation überall bei uns wachsen würde - der typisch deutsche Wald, mit riesigen, uralten Buchen. Bildrechte: MDR/Simank-Film
Dicke Buchenstämme
Mächtige silber-graue Stämme tragen das Kronendach des Waldes - sie sind die Säulen des "Buchendoms". Bildrechte: MDR/Simank-Film
Abgeknickte Buchen in einem Buchenwald
100 Jahre wächst sie, 100 Jahre steht sie und 100 Jahre vergeht sie - die Rotbuche. In der Hohen Schrecke kann sie ihren natürlichen Lebenszyklus noch voll ausspielen. Bildrechte: MDR/Simank-Film
Abgeknickte Buchen in einem Buchenwald
Die Hohe Schrecke - eine wilde Welt, in der die Zeit stehen geblieben scheint. Bildrechte: MDR/Simank-Film
Abgeknickte Buchen in einem Buchenwald
Die Hohe Schrecke gehört zu Deutschlands ältesten Wäldern. Seit der letzten Eiszeit gab es dort immer Wald. Das gibt es in Mitteleuropa kaum noch. Bildrechte: MDR/Simank-Film
Ein singender Buchfink
Etwa 7.000 Tierarten leben in einem Buchenwald. Buchfinken wie dieser zählen dabei zu den ganz typischen Waldvögeln der Hohen Schrecke. Bildrechte: MDR/Simank-Film
Nahaufnahme Buschwindröschen
Wie kleine Parabolspiegel richten die Buschwindröschen ihre Blüten nach dem Stand der Sonne aus und drehen sie um etwa 180 Grad im Tagesverlauf - von Ost nach West. Bildrechte: MDR/Simank-Film
Ein Teppich aus Buschwindröschen in einem Wald
Um auszutreiben, nutzen die Erdpflanzen das kurze Zeitfenster zwischen dem kalten Winter und dem Laubaustrieb der Bäume. Sonst hätten sie im dunklen Buchenwald keine Chance. Bildrechte: MDR/Simank-Film
Hohe Schrecke-Wegewart Dieter Krüger im Wald
Er hat immer ein wachsames Auge auf die 180 Kilometer Wanderwege. Dieter Krüger aus Garnbach ist der erste Wegewart in der Hohen Schrecke. Bildrechte: MDR/Simank-Film
Luftaufnahme der Baumkronen in der Hohen Schrecke
Die Hohe Schrecke von oben. Die Hohe Schrecke ist ein rund 7.350 Hektar großes, nahezu unzerschnittenes Waldgebiet am Nordrand des Thüringer Beckens. Bildrechte: MDR/Simank-Film
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Der Osten - Entdecke, wo Du lebst | 18. September 2018 | 20:45 Uhr

Trailer zur Sendung

Ein Blick in Baumkronen 2 min
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Di 14.08.2018 14:00Uhr 01:41 min

https://www.mdr.de/entdecke/video-221206.html

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