Von Dresden ans Schwarze Meer Auf der Sonnenroute des Ostens

Bürger Lars Dietrich auf den Spuren der DDR-Urlauber

Die Reisewelt der DDR-Bürger war eingeschränkt. Aber wenn man wollte, kam man von Dresden bis ans Schwarze Meer. Das war damals echter Abenteuerurlaub - ob mit eigenem Auto, als Tramper oder mit dem Zug.

Die Sonnenroute des Ostens führte DDR-Bürger rund 2.000 Kilometer durch die Tschechoslowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien bis zu den Stränden am Schwarzen Meer. Dort lag das ostdeutsche Mallorca. Neben Polen und die UdSSR waren dies diese Oststaaten die einzigen Europäischen Länder, in die touristische Auslandsreisen für den Otto-Normal-Ostdeutschen relativ unkompliziert möglich waren.

Am beliebtesten war die CSSR mit ihren vielen Campingplätzen. Aber auch Ungarn mit Budapest und dem Balaton stieg in der Urlauber-Gunst. Danach folgten die Ferienziele direkt am Schwarzen Meer: Sonnenstrand, Goldstrand, Varna, Sossopol oder Nessebar.

Ab 1963 wurde zwischen Dresden und Varna ein Schlaf- und Liegewagenzug eingesetzt, der sogenannte Touristenexpress TOUREX. Er fuhr in drei Tagen bis ans Schwarze Meer. Auf der Rückfahrt gab es zudem Aufenthalte in Bukarest und Budapest. Die insgesamt 21tägige Pauschalreise war oft nur mit Beziehungen zu erstehen.

Urlaubserinnerungen zwischen Dresden, Balaton und Schwarzem Meer

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Karin und Lothar Lehniger aus Finsterwalde Unterwegs mit dem Rallye-Wartburg

Unterwegs mit dem Rallye-Wartburg

Mit ihrem Rallye-Wartburg fuhr das Paar zwischen 1979 und 1986 mehrfach nach Rumänien und Bulgarien – gern auch quer durchs Gebirge, etwa über die Transfagarash-Passstraße. Lothar fuhr auch in der DDR Rennen.

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Uwe Meißner aus Treben bei Leipzig Moped-Tour an den Balaton

Moped-Tour an den Balaton

Uwe war jedes Jahr mit seinen Kumpels in der Tschechoslowakei. Mit dem Moped „Star“ sind sie 1977 mit der Höchstgeschwindigkeit von 65 km/h sogar bis nach Budapest und an den Plattensee getuckert.

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Sibylle und Reinhard Noack aus Cottbus Hochzeitsreise mit dem TOUREX

Hochzeitsreise mit dem TOUREX

Ihre Hochzeitsreise 1983 war eine Tourex-Tour nach Varna. Ein Jahr zuvor waren sie schon mit dem Trabant zum Plattensee unterwegs, der natürlich mit soviel Verpflegung wie möglich vollgestopft wurde.

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Jens Eßbach aus Leipzig Tramper mit Schließfach

Tramper mit Schließfach

Jens Eßbach aus Leipzig ist in den Achtzigern schon als Teenager alleine ans Schwarze Meer getrampt. Geschlafen wurde draußen, das Geld ging vor allem für Essen und Schallplatten drauf.

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Wolfgang Martin aus Gera Gastfreundschaft in Hermannstadt

Gastfreundschaft in Hermannstadt

Wolfgang hat als Jura-Student sein Herz für Rumänien entdeckt. 1969 lernte er dabei einen Rumänen kennen, der ihn nach Hermannstadt einlud. Bis Mitte der Siebziger wanderte er gern im wildromantischen Karpatengebirge.

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Klaus Bobach aus Berlin Ein Hauch von Freiheit in Ungarn

Ein Hauch von Freiheit in Ungarn

Klaus reiste von 1984 bis 1989 jedes Jahr nach Budapest und an den Balaton. Dort lernte er 1988 auch seine künftige Frau kennen. Bis es zur Hochzeit kam, sollte es aber noch Jahre dauern.

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Heike Schubert und Elke Bachmann aus Thüringen Parasailing und Ferienlager-Romantik

Parasailing und Ferienlager-Romantik

Die beiden lernten sich 1989 auf einer Jugendtourist-Reise zum Schwarzen Meer kennen. Am Sonnenstrand verbrachten die Mädels den Urlaub ihres Lebens – inklusive so verrückten Dingen wie Parasailing und Casino-Besuch.

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Jens Uhlig aus Leipzig Abenteuer in den Karpaten

Abenteuer in den Karpaten

Jens Uhlig aus Leipzig ist in den Achtzigern mehrfach Richtung Schwarzes Meer gereist. Oft blieb er aber schon im Karpaten-Gebirge in Rumänien hängen, weil man hier noch echte Abenteuer erleben konnte.

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Wolfgang John aus Grimma Fernreisen auf Schmalfilm

Fernreisen auf Schmalfilm

Wolfgang machte 1967 seine Abschlussfahrt nach Ungarn. Dabei entstanden viele Fotos und Schmalfilme von Budapest und dem Balaton entstanden. 1970 ging es in das neu errichtete Seebad Albena an der Schwarzmeerküste.

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Harald Stutte aus Leipzig DDR-Flucht über Umwege

DDR-Flucht über Umwege

Harald Stutte wollte 1984 aus der DDR fliehen – über die Grenze von Bulgarien in die Türkei. Der Fluchtversuch scheiterte und er landete im DDR-Gefängnis. Anderthalb Jahre später wurde er vom Westen freigekauft.

Wer über das staatliche Reisebüro der DDR buchen wollte, der musste frühzeitig dafür anstehen und die Reise vorab bezahlen. Untergebracht waren solche Urlauber in Hotels oder bei Privatleuten. Für die Verpflegung gab es sogenannte Coupons, die vor Ort von den Ost-Touristen in bestimmten Restaurants für ein Mittag- oder Abendessen eingelöst werden konnten.

Ab 1975 konnten junge Leute mit „Jugendtourist“, dem Jugendreisebüro der Freien Deutschen Jugend, verreisen. Mit dem Zug oder dem Flugzeug ging es direkt in die Ferienlager am Schwarzen Meer. Dort hatten junge Urlauber die Möglichkeit, anderen Jugendlichen aus aller Welt, nicht nur den Ostblockstaaten, zu begegnen.

Exklusive Mini-Clips

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Uwe Meißner aus Treben bei Leipzig beschreibt, wie es damals war, nach mehreren Nächten im Zelt einen Bungalow zu beziehen.

MDR FERNSEHEN So 10.06.2018 20:15Uhr 00:34 min

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Sibylle und Reinhard Noack aus Cottbus Coupons statt harter Währung

Coupons statt harter Währung

Touristen zweiter Klasse: DDR - Bürger hatten es nicht leicht! Statt echter Bezahlung hatte man damals nur Coupons. Und die einzulösen war nicht so einfach.

MDR FERNSEHEN So 10.06.2018 20:15Uhr 00:43 min

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Karin und Lothar Lehniger aus Finsterwalde waren die „bunten Hunde“ auf der Sonnenroute. Denn sie waren mit einem Rallye-Wartburg unterwegs. Doch auch dem konnte mal eine Panne passieren...

MDR FERNSEHEN So 10.06.2018 20:15Uhr 00:51 min

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Die Ostsee ist nicht genug, findet Jens Uhlig aus Leipzig. Deshalb ist er schon in den 80ern ans Schwarze Meer getrampt.

MDR FERNSEHEN So 10.06.2018 20:15Uhr 00:19 min

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Jens Eßbach aus Leipzig ist in den Achtzigern schon als Teenager alleine ans Schwarze Meer getrampt. Geschlafen wurde draußen, das Geld ging vor allem für Essen und Schallplatten drauf.

MDR FERNSEHEN So 10.06.2018 20:15Uhr 01:02 min

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Klaus Bobach aus Berlin ist passionierter Hobbyfilmer und von 1984 bis 1989 jedes Jahr nach Budapest und an den Balaton gereist. Zusammen mit seinem Bruder hatte er gespart, um sich Filmtechnik kaufen zu können.

MDR FERNSEHEN So 10.06.2018 20:15Uhr 00:44 min

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Wolfgang John aus Grimma Urlaub auf 8mm

Urlaub auf 8mm

Hobbyfilmer Wolfgang John aus Grimma hat auf seiner Reise Fotos und Schmalfilme von Budapest und dem Balaton gemacht. 1970 ging es in das Seebad Albena an der Schwarzmeerküste. Auch hier hat er wieder gefilmt.

MDR FERNSEHEN So 10.06.2018 20:15Uhr 00:47 min

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Ein Lieblingsreiseziel der DDR-Bürger war Ungarn. Große Hotels mit zivilien Preisen gab es hier genug.

MDR FERNSEHEN So 10.06.2018 20:15Uhr 00:43 min

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Urlauber berichten, wieso es viel schöner ist, statt in großen Hotels in privaten Unterkünften untergebracht zu werden.

MDR FERNSEHEN So 10.06.2018 20:15Uhr 00:43 min

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Rolf Arnold und seine Frau Gerti Gestrandet in Budapest

Gestrandet in Budapest

Als sie 1968 mit dem TOUREX nach Varna fuhren, wurden wegen der Aufstände die Grenze zwischen Ungarn und der CSSR geschlossen und sie strandeten in Budapest. Ihr Zug wurde über die UdSSR und Polen zurückgelotst.

MDR FERNSEHEN So 10.06.2018 20:15Uhr 01:02 min

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Auf der Sonnenroute des Ostens | 10. Juni 2018 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2018, 12:40 Uhr