Ausflugsziel Teufelsmauer

Die Teufelsmauer ist nicht nur umrankt von Sagen und Mythen, sondern auch Anziehungspunkt für Ausflüger, Wanderer, Kletterfreunde und Filmschaffende.

Die knorrigen Gebilde in Stein sollen vom Teufel selbst in nur einer Nacht geschaffen worden sein. Er hatte mit Gottvater ausgehandelt, dass ihm so viel Land auf Erden gehören möge, wie er schaffe, mit einer Mauer zu umbauen bis zum ersten Hahnenschrei. Doch der erste Hahn schrie noch vor dem Morgengrauen, da hatte Urian den letzten Stein noch nicht gesetzt. Wütend zerstörte er sein großes Werk. Übrig blieben stark zerklüftete Gebilde: die Harzer Teufelsmauer.

Seit 50 Jahren Filmkulisse

Die Sonne geht hinter dem Harz auf, während ein Besucher von der Anhöhe der Teufelsmauer das Naturschauspiel beobachtet.
Die Teufelsmauer bietet eine außergewöhnliche Filmkulisse. Bildrechte: dpa

Seit Urzeiten regen sie die Fantasie der Menschen an, so auch die der Filmemacher. Ob Wilder Westen, spanische Sierra Nevada, englische Klippen oder einfach nur traumhafte Märchenlandschaft - die Teufelsmauer bietet eine vielfältige Kulissenlandschaft. Sie hatte ihre Auftritte in internationalen Großproduktionen, wie "Der Medicus" und "Die Päpstin", oder in Til Schweigers Komödie "1½ Ritter". Als Filmkulisse wurde sie aber schon vor fünfzig Jahren von Location-Scouts der DEFA entdeckt. Ihren Durchbruch hatte die Teufelsmauer mit Gojko Mitić, dem Oberindianer des ostdeutschen Kinos, in "Die Söhne der großen Bärin".

Ein besonderes Naturschutzgebiet

Doch die Teufelsmauer hat noch mehr zu bieten als nur eine Filmkulisse. Die Felsen aus Sandstein waren einst der Grund eines riesigen Meeres, der vor rund 83 Millionen Jahren nach oben geschoben wurde. Die felsige und trockene Heidelandschaft, die man hier heute vorfindet, ist Heimat seltener Pflanzen und Tiere. Auf den besonnten Sandböden siedeln Sandrasen mit bunt blühenden Kräutern. In den Felsen nisten Raubvögel und in der Heide sind Rebhühner beheimatet. Seit 1935 gehört die Teufelsmauer bei Weddersleben zu einem Naturschutzgebiet - und damit zu einem der ältesten in Deutschland.

Wandern auf dem Teufelsmauerstieg

Ausflug zur Teufelsmauer bei Weddersleben, Blick auf den Ort Warnstedt
Die Teufelsmauer bei Weddersleben mit Blick auf den Ort Warnstedt Bildrechte: MDR/Antje Dannhauer

Der 30 Kilometer lange Teufelsmauerstieg schlängelt sich von Blankenburg bis Ballenstedt. Der beliebte wanderweg führt von West nach Ost an den Orten Blankenburg, Timmenrode, Warnstedt, Thale, Weddersleben, Neinstedt, Bad Suderode, Gernrode, Rieder und Ballenstedt vorbei. Bei der Wanderung begegnet man so den markantesten Felsformationen der Teufelsmauer. Der Weg ist gut ausgeschildert und verläuft auf ruhigen Naturwegen. Nur auf dem Kammweg sind Trittsicherheit und gute Wanderschuhe erforderlich.

Die Felsformation Hamburger Wappen an der Teufelsmauer.
Die Felsformation Hamburger Wappen an der Teufelsmauer. Bildrechte: dpa

Hamburger Wappen oder Drei Zinnen heißt ein besonders markantes Felsgebilde der Teufelsmauer im nördlichen Harzvorland unweit von Timmenrode im Landkreis Harz, Sachsen-Anhalt. Die drei steilaufragenden Felsnadeln der Sandsteinformation ähneln dem Wappen der Hansestadt Hamburg mit dessen drei Türmen. Das Hamburger Wappen kann von Timmenrode aus in wenigen Minuten zu Fuß erreicht werden. Der Parkplatz am Sportplatz eignet sich gut als Ausgangspunkt für die bequeme Wanderung. Die Entfernung bis zum Ziel beträgt von dort etwa einen Kilometer.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Unser Dorf hat Wochenende | 25. August 2019 | 09:00 Uhr