Sagenumwobene Luftaufnahme des Schlosses Wernigerode im Nebel
Vom Nebel umhüllt: Schloss Wernigerode im Harz lockt mit einer Kulisse wie im Märchenfilm. Bildrechte: Andy Jahr

Ausflugstipps Das sind die schönsten Schlösser und Burgen in Sachsen-Anhalt

Ritterlich speisen auf Burg Falkenstein, Klavierkonzerten lauschen im Schloss Wörlitz oder Märchenfilmen nachspüren auf Burg Querfurt – das kann man in Sachsen-Anhalt. Wir haben spannende Ausflugsziele zu den schönsten Burgen und Schlössern des Landes für Sie zusammengestellt, die Geschichte lebendig werden lassen.

Sagenumwobene Luftaufnahme des Schlosses Wernigerode im Nebel
Vom Nebel umhüllt: Schloss Wernigerode im Harz lockt mit einer Kulisse wie im Märchenfilm. Bildrechte: Andy Jahr

Altmark: Burg und Schloss Tangermünde

Hier wird man ins Tanzhaus Kaiser Karls IV. gebeten – oben, etwas auf dem Berg liegend, mit schönem Blick auf die Stadt und die Weite der Altmark. Was einst Burg und Schloss war, ist heute ein Hotel mit Restaurant. Auch die ehemalige Schlosskanzlei kann man mieten, beispielsweise für Krimi- oder Märchendinner. An den Wänden der Kanzlei zeugen Filmausschnitte von der wechselvollen Geschichte Tangermündes: Die Stadt war einst groß und mächtig, denn von hier aus regierte Kaiser Karl IV. von 1373-1378 Deutschland.

Seine wirtschaftliche Blütezeit erlebte Tangermünde im 15. Jahrhundert durch die Hanse. Für Geschichtsinteressierte ist der Ort ohnehin ein Eldorado, denn Tangermünde ist auch mit Grete Minde verbunden, deren Geschichte von Theodor Fontane aufgeschrieben wurde.

Am zweiten Wochenende im September findet jährlich das Burgfest statt, bei dem man auch den Kapitelturm besuchen kann. Außerdem liegt Tangermünde direkt am Elberadweg und bietet so einen abwechslungsreichen Aufenthalt. Und auch, wenn hier abends kein Kino oder Theater lockt, gibt es viel Kultur: Eindrucksvoll ist vor allem die Backsteinromanik, die die Kirchen, Stadttore und Mauern prägt.

Die Burg von Tangermünde vor blauem Himmel mit weißen Wolken
Der rote Backstein prägt die Burg genauso wie das gesamte Stadtbild von Tangermünde. Bildrechte: MDR JUMP/Katja Woldt

Weitere Informationen Schloss und Burganlage Tangermünde
Amt 1, 39590 Tangermünde

Die Burganlage ist frei zugänglich.

Bei Dessau: Schloss Wörlitz

Schloss Wörlitz liegt inmitten des Wörlitzer Gartenreichs. Zusammen mit den weiteren Schlössern Luisium, Georgium (Museum) und Oranienbaum und dem Wörlitzer Park bildet es die UNESCO-Welterbestätte. Schloss Wörlitz selbst sieht aus wie aus dem Bilderbuch: Frisch saniert in hellem Gelb strahlt es durch die Bäume der Wörlitzer Anlagen. Der Eingang – der Portikus – ist flankiert von mächtigen weißen Säulen. Gebaut wurde das Schloss von Friedrich Wilhelm Freiherr von Erdmannsdorff, eingeweiht wurde es 1773. Damals galt es als modernster Landsitz auf dem europäischen Kontinent.

Die Architektur wirkt eher schlicht und ohne überbordende Dekoration – kein Wunder, denn das Schloss gilt auch als Gründungsbau des deutschen Klassizismus. Modern, aber nicht prahlerisch wollte sich der darin lebende Fürst Franz von Anhalt-Dessau geben, wie etliche Details verraten: etwa das exklusive Bad des Fürsten im Souterrain mit Heißwasser! Ein ausklappbares Bett erinnert daran, dass die Diener damals mit im Herrschaftszimmer schliefen.

Der repräsentative Festsaal ist heute ein Ort für Klavierkonzerte. Im Obergeschoss lockt eine Dauerausstellung über den Südseeforscher Georg Forster – passend dazu führt ins Belvedere eine wacklige Schiffstreppe in den Palmensaal, wie eine Reminiszenz an die Südsee.

Neben dem Schloss, im Küchengebäude, kann man im angrenzenden Restaurant speisen oder einen Kaffee trinken. Am schönsten ist es auf Schloss Wörlitz im Sommer, wenn man im Garten sitzt, mit Blick auf die Kapelle. Gerade nach einem Spaziergang durch die Anlagen – inklusive der Insel Stein mit nachgebauter Landschaft Neapels und des Vesuvs – lohnt sich die Pause hier.

Blick auf das Schloss im Wörlitzer Park
Schloss Wörlitz liegt romantisch inmitten einer großen Parkanlage. Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Weitere Informationen Der Park von Schloss Wörlitz ist ganzjährig geöffnet.

Öffnungszeiten Schloss:
24. März - April: Dienstag bis Sonntag 10 - 17 Uhr
Mai - 7. Oktober: Dienstag bis Sonntag 10 - 18 Uhr
8. - 31. Oktober: Dienstag bis Sonntag 10 - 17 Uhr

Salzlandkreis: Schloss Bernburg

"Die Krone Anhalts" – so hat der Maler und Schriftsteller Wilhelm von Kügelgen das Bernburger Schloss im 19. Jahrhundert bezeichnet. Auch heute noch liegt es wundervoll über der Saale, nur das Städtchen hat sich verändert, geprägt durch die größte Sodafabrik der Welt und durch zwei sehr unterschiedliche Gesellen: den schöngeistigen Fürsten Christian den Ersten (dessen Geschichte man hier entdecken kann) und Till Eulenspiegel, der stark mit dem Mittelalterlichen Bergfried des Schlosses verbunden ist. Tatsächlich soll Till Eulenspiegel hier einst auf dem Turm gewesen sein – so jedenfalls steht es in der 22. Historie des 1510 oder 1511 erschienen Buches.

Nachlesen können Besucher die Geschichte noch mal im Schlossmuseum, wo es dazu noch wechselnde Ausstellungen gibt. Unbedingt anschauen sollte man auch die Schlosskirche, die der Künstler Moritz Götze aus Halle gestaltet hat. Fast gegenüber steht dazu noch eine Kunsthalle, in der wechselnde Ausstellungen stattfinden. Nicht zu vergessen: In Bernburg gibt es ein wundervolles Theater.

Der Maler und Grafiker Moritz Götze aus Halle/Saale steht am 23.03.2016 in der Schlosskirche St. Aegidien in Bernburg (Sachsen-Anhalt) an seinem Bilderzyklus mit biblischen Szenen aus Emailletafeln.
Seit 2016 ziert ein Bilderzyklus aus 320 Emaille-Tafeln des Künstlers Moritz Götze (hier mit im Bild) das Innere der Schlosskirche. Bildrechte: dpa

Mehr Informationen Schloss Bernburg
Schloßstraße 24
06406 Bernburg

Öffnungszeiten:
Aufstieg zum Eulenspiegelturm:
01. November - 31. März:
Dienstag bis Donnerstag 10 - 16 Uhr
Freitag 10 - 13 Uhr
Samstag, Sonntag 10 - 16 Uhr

01. April - 31. Oktober:
Dienstag bis Sonntag 10 - 17 Uhr

Das Schlossmuseum ist bis auf Weiteres wegen Baumaßnahmen geschlossen.

Harz: Burgruine Anhalt und Schloss Ballenstedt

Von der Selketalmühle bei Harzgerode schlängelt sich der Weg 130 Meter in die Höhe, bis man hinter dichtbewachsenen Bäumen die einstige Stammburg der Askanier entdeckt, die sozusagen die "Begründer" Anhalts waren. Der Anblick sorgt für ein erhebendes Gefühl, obwohl die Burg schon 1140 zerstört wurde: Gerade die Ruinen haben offensichtlich etwas mythisches oder magisches.

Ehrenamtlichem Engagement ist es zu verdanken, dass man auf einer Tafel die Geschichte der Ruine nachlesen kann, sonst könnte man sich nicht vorstellen, wie mächtig die Burg einst war: Bereits im 12. Jahrhundert wurde hier mit roten Ziegelsteinen gebaut – quasi "High-Tech" für die damalige Zeit.

Um die Burg im Modell zu sehen und auch etwas mehr über die Askanier zu erfahren, sollte man ins rund zehn Kilometer entfernte Ballenstedt fahren. Denn nach der Zerstörung ihrer Burg zog es die Askanier in das dortige Kloster, woraus sie dann nach und nach das Schloss errichteten. Außerdem liegt dort Albrecht der Bär begraben, eine der Schlüsselfiguren Anhalts. Für Kinder gibt es im Schloss manchmal Taschenlampenführungen, außerdem locken Konzerte im wundervollen Hoftheater.

Schlafzimmer der Herzogin.
Im Inneren von Schloss Ballenstedt können Besucher höfische Wohnkultur erleben. Bildrechte: imago/Köhn

Weitere Informationen Burg Anhalt
Vom Parkplatz an der Selkemühle (Selkemühle 1, 06493 Harzgerode) ist die Burgruine über einen ausgeschilderten Wanderweg erreichbar.

Schloss Ballenstedt
Schlossplatz 3
06493 Ballenstedt

Öffnungszeiten:
Mai - Oktober: Dienstag bis Sonntag 10 - 17 Uhr
November - April: Dienstag bis Sonntag 10 - 16 Uhr

Harz: Schloss Wernigerode

Wie entrückt ragen die Türme und Zinnen von Schloss Wernigerode aus den Wipfeln des Waldes – hoch oben über dem Städtchen. Schloss Wernigerode wirkt geradezu wie ein Märchenschloss und diente deswegen bereits verschiedenen Märchenfilmen als Kulisse. Man kann zum Schloss hinaufwandern oder mit einer Bahn fahren und es sich im zauberhaften Innenhof auch kulinarisch gutgehen lassen: zwischen plätscherndem Brunnen und einem faszinierenden Architektur-Mix, denn dieser reicht vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert.

Das Interieur wirkt durch viel Holz und feste Mauern eher rustikal und dunkel, aber für Märchenstunden am Kamin ist es damit bestens geeignet (und wird auch dafür genutzt, beispielsweise beim nachweihnachtlichen Markt "Winterschloss"). Im Sommer hingegen dient der Innenhof als Festivalkulisse – die Wernigeröder Schlossfestspiele warten hier durch den abgeschlossenen Raum mit bestem Klang auf. Es lohnt sich auch, die Kapelle zu besichtigen.

Schloss Wernigerode kann man immer wieder besuchen, denn regelmäßig finden Sonderausstellungen statt – über den deutschen Impressionisten Max Liebermann etwa oder über die Geschichte der Schokoladenherstellung. Ab Ende Juni 2019 widmet sich eine Schau dem Art Déco, ein Beitrag des Schlosses zum hundertjährigen Bauhausjubiläum.

Blick auf das Schloss Wernigerode
Filme wie "Das kleine Gespenst" wurden auf Schloss Wernigerode gedreht. Bildrechte: Thomas Geikler

Weitere Informationen Weitere Informationen
Schloss Wernigerode
Am Schloß 1
38855 Wernigerode

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 oder 18 Uhr (jahreszeitenabhängig).

Harz: Burg Falkenstein

Auf dem Berg mitten im Wald mutet sie aus der Ferne an wie eine mittelalterliche Festung – und als solche wurde die Anlage zwischen 1120 und 1180 auch erbaut. Burg Falkenstein trotzte in den Folgejahren allen Feinden, dieser Prototyp einer Ritterburg konnte tatsächlich niemals erobert werden.

Ihre Entstehung verdankt Burg Falkenstein der Sage nach einem Mordfall: Allein diese Story lohnt es, sich bei einer Führung erzählen zu lassen. Aber auch sonst gibt es einiges zu sehen, vom Zwinger bis zum Bergfried, die Anlage ist mächtig und in ihrer Architektur so typisch, dass sie auch schon in über 30 Filmen zur Kulisse wurde.

Auf der Burg gibt es nicht nur ein Museum (das u.a. Ritterrüstungen bereithält), sondern auch Sonderausstellungen und eine Falknerei. Jedes Jahr ab Mai fliegen die großartigen Vögel. Seit 2006 findet außerdem alljährlich auf der Burg im Sommer ein "Minneturnier" in Tradition eines mittelalterlichen Sängerwettstreits statt, bei dem bekannte Sänger aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien zu hören sind. Anfang Oktober gibt dann noch ein "Burgfest". Auch kulinarisch geht es auf der Burg mittelalterlich zu, so kann man etwa ein zünftiges Rittermahl genießen.

Weitere Informationen Burg Falkenstein
Pansfelde
Burg Falkenstein 1
06543 Falkenstein (Harz)

Öffnungszeiten:
April - Oktober: täglich von 10 - 18 Uhr
November - März: Montags geschlossen, Dienstag - Sonntag von 10 - 16:30 Uhr

Harzvorland: Schloss Blankenburg

Eingebettet in das hügelige Harzvorland erstreckt sich eine vielgestaltige barocke Gartenanlage: an der Stadtmauer entlang, zwischen den beiden Schlössern, das Große auf dem Berg, das Kleine am Fuß. Das Ensemble gilt als größtes noch erhaltenes Welfenschloss – und ist das Wahrzeichen der Stadt Blankenburg mit einer über 900-jährigen Geschichte.

Neben einem relativ kleinen symmetrischen Terrassenidyll reihen sich weitere Erlebnisräume des weitläufigen Gartenensembles den Hang entlang: der 1668 angelegte Tiergarten, der Schlosspark, der heute von Künstlern gestaltete Fasanengarten, der Orangerieplatz als bedeutender Teil des Lustgartens und der Berggarten – zusammen bilden sie eine ästhetisch funktionale Einheit. 

Auch die Bewässerung der riesigen Gartenanlage ist genial, man baute einst ein ausgeklügeltes Brunnensystem mit dem Schlossteich als Wasserreservoir. Immer wieder wurden die einzelnen Gärten überformt, Anfang des 18. Jahrhunderts gestaltete sie der Leibarzt des Herzogs, Dr. Reck, weiter: Er ließ eine 35 Meter lange Sandsteintreppe bauen, von der aus man die schönsten Ausblicke in die Umgebung hat. Und während die Prinzessinnen einst in einem der Wehrtürmchen spielten (heute übrigens eine Ferienwohnung) gab es für das Adelsgeplänkel das Teehaus: sozusagen eine Gartenlaube fürs "Stelldichein", in dem man heute Kaffee und Kuchen genießen kann.

Drumherum gibt’s einige Wandermöglichkeiten: zum Beispiel zum Regenstein, einer weiteren Burgruine mit altem Wasserrad. Diese ist bestens erschlossen und bietet viele Klettermöglichkeiten für Kinder.

Schloss Blankenburg
Nach 1991 stand das Schlossensemble jahrelang leer und verfiel in dieser Zeit. Seit 2005 setzt sich ein Verein für die Sanierung ein. Bildrechte: IMAGO

Weitere Informationen Schloss Blankenburg
Großes Schloß 1
38889 Blankenburg (Harz)

Öffnungszeiten:
März bis Dezember: Dienstag bis Sonntag 10 - 16 Uhr

Mansfeld-Südharz: Schloss Oberwiederstedt

Schloss Oberwiederstedt ist ein ehemaliges Rittergut in Wiederstedt und dient heute als Sitz der Novalis-Forschungsstätte für Frühromantikforschung. Das Novalis-Museum ist das einzige Literaturmuseum der Romantik in Sachsen-Anhalt. Es beherbergt in seiner Dauerausstellung Gemälde und Zeichnungen aus der Ahnengalerie der Familie von Hardenberg. Im Schloss werden außerdem wechselnde Ausstellungen zu unterschiedlichen Themen gezeigt, die das Wissen und Wirken des romantischen Dichters und verschiedene Aspekte seiner Alltagswelt um 1800 präsentieren.

Bekannt ist Novalis wohl weniger durch seine Werke "Hymnen an die Nacht" oder "Heinrich von Ofterdingen", sondern durch die Blaue Blume, die für den Träumer und religiösen Schwärmer zur Quelle dichterischer Inspiration wurde und für die Allgemeinheit zu dem Symbol der Romantik. All das kann man in Führungen lernen, dazu noch, dass Novalis Bergbauer war und ihn nicht nur sein Beruf, sondern auch das Schloss (in dem er seinen Geschwistern Theater und Märchen vorspielte) inspirierte, dichterisch tätig zu werden.

Leider verschwanden spätestens mit der Enteignung 1945 alle originalen Schriften, Dokumente und auch das Mobiliar des Schlosses. Dennoch gibt es eine kleine Rarität zu sehen: das einzig erhaltene Porträt des Dichters. So bleibt der Romantiker, der selbst in seiner Literatur immer wieder die Natur verrätselt hat, selbst ein Rätsel – dem man aber im Schloss seiner Kindheit wunderbar nachspüren kann.

Blick in einen Ausstellungsraum mit Vitrinen
Das Novalis-Museum beherbergt in seiner Dauerausstellung Gemälde und Zeichnungen aus der Ahnengalerie der Familie von Hardenberg sowie unter anderem das Taufhäubchen des Dichters. Bildrechte: MDR/Luise Kotulla

Weitere Informationen Forschungsstätte für Frühromantik und
Novalis-Museum Schloss Oberwiederstedt
Schäfergasse 6
06456 Arnstein OT Wiederstedt

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag: 10 - 16 Uhr

Burgenlandkreis: Burg Querfurt

Inmitten der hügeligen Landschaft des Saale-Unstrut-Tales, hoch oben neben der Stadt, thront die mächtige Burg Querfurt. Sie ist mit ihren fast 1.200 Jahren eine der ältesten Burgen Mitteldeutschlands, außerdem ist sie von allen die Größte: Burg Querfurt ist siebenmal größer als die Wartburg, mit drei Burgtürmen, zwei Ringmauern und einer romanischen Burgkirche ist sie deswegen (und weil sie sehr gut erhalten ist) ein Eldorado für Filmschaffende.

"Die zertanzten Schuhe" oder "Jorinde und Joringel" sind hier gedreht worden, der "1½ Ritter"-Film von Til Schweiger und vor allem die "Päpstin" und der "Medicus". Die Drehorte kann man besichtigen sowie im Filmmuseum die Kostüme und Requisiten anschauen. Aber auch ein Burgmuseum gibt es, in dem eine silberne Ritterrüstung bestaunt werden kann. Außerdem interessant ist der unterirdische Gang der mittelalterlichen Adelsburg. Gastronomie ist vorhanden, und in der Burgkirche finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen wie Orgelkonzerte statt.

In direkter Nachbarschaft zur Burg befindet sich das Kreisbauernmuseum "Alte Burgschäferei". Alte Landwirtschaftsmaschinen vom Lanz Bulldog bis zum ersten Mähdrescher-Typen der DDR sind dort genauso zu finden, wie ein mit Originalgegenständen eingerichtetes bäuerliches Wohnhaus. Und wer etwas weiter fährt kommt nach Nebra, wo man die Himmelsscheibe gefunden hat – ein weiteres Ziel, um diesen Ausflugstag komplett zu machen.

Burg Querfurt aus der Vogelperspektive.
Seit dem 10. Jahrhundert hatte das einflussreiche, mit dem sächsischen Kaiser verwandte Adelsgeschlecht der Edlen Herren von Querfurt auf Burg Querfurt seinen Stammsitz.  Bildrechte: IMAGO

Weitere Informationen Burg Querfurt
06268 Querfurt

Öffnungszeiten:
April - Oktober: Dienstag bis Sonntag 10 - 18 Uhr
November - März: Dienstag bis Sonntag 10 - 16 Uhr

Der Innenhof der Burg ist aufgrund von Bauarbeiten bis voraussichtlich Ende 2019 nicht begehbar.

Burgenlandkreis: Schloss Neuenburg & Schloss Goseck

Schloss Goseck sieht weniger aus wie ein Märchenschloss, alles wirkt recht unfertig, denn viele Jahre verfiel das Gebäude. Seit 1998 aber päppelt ein Verein es wieder auf, außerdem hat er dort das "Europäische Musik und Kulturzentrum" gegründet und organisiert nun viele Konzerte im Jahr, wie beispielsweise das Festival für mittelalterliche Musik "Montalbâne".

Dieses ist auch und vor allem auf dem nahegelegenen Schloss Neuenburg präsent: Im Gegensatz zu Goseck, dass noch nicht ganz saniert ist, strahlt dieses Schloss bereits wieder. In ihm ist die örtliche Winzervereinigung zuhause, aber es gibt auch eine Ausstellung für Besucher von außerhalb. Gerade für Familien bietet es sich an, eine Führung mitzumachen: Kinder dürfen sich hier als Ritter und Burgfräulein verkleiden. Auch die Gastronomie ist auf Schloss Neuenburg gut ausgestattet. Sowohl Schloss Goseck als auch Schloss Neuenburg sind Stationen auf der "Straße der Romanik".

Rund um die beiden Schlösser gibt es weitere Ausflugsziele: Man kann durch das umliegende Weingebiet wandern und in kleinen Weinschenken einkehren. Außerdem liegt in Goseck das 7.000 Jahre alte Sonnenobservatorium. Übernachten kann man im nahegelegenen Freyburg. Oder in Naumburg – hier ist etwas mehr Leben in der Stadt und es gibt ein Theater und den Dom.

Luftbildaufnahme der Neuenburg in Freyburg an der Unstrut.
Luftbildaufnahme der Neuenburg in Freyburg an der Unstrut. Bildrechte: IMAGO

Weitere Informationen Schloss Goseck
06667 Schloss Goseck

Öffnungszeiten
1. April bis 31. Oktober: täglich 11 - 17 Uhr

1. November bis 31. März: nur bei rechtzeitiger Anmeldung

Schloss Neuenburg
Schloss 1
06632 Freyburg (Unstrut)

Öffnungszeiten:
April bis Oktober: täglich 10 - 18 Uhr
November bis März: Dienstag bis Sonntag 10 - 17 Uhr

Burgenlandkreis: Rudelsburg und Burg Saaleck

Gemächlich paddelnd auf der oberen Saale, bei der wohl schönsten Tagestour von Camburg nach Naumburg, kommt man an diesen beiden Burgen vorbei. Zwischen imposanten Felswänden sieht man die dicken Wehrtürme und das ruinenhafte Gemäuer der beiden berühmtesten Saaleburgen hoch oben aus den Bäumen ragen – strategisch positioniert, denn dies war einst eine militärische Anlage zur Absicherung der Grenze zwischen Franken und Sorben, die auf den Höhezügen entlang ging.

1171 wurde die Rudelsburg erstmals urkundlich erwähnt, im 17. Jahrhundert allerdings war sie bereits zur Ruine verwahrlost und ging deswegen als "schauriger Ort" in die Regionalliteratur ein. Im 18. Jahrhundert wurde die Burg wieder rekonstruiert und beherbergt in der Kastellanlage heute eine Gaststätte. Der Innenhof bietet mit seinen alten Bäumen einen wunderschönen Platz zum Verweilen.

Nur ein paar hundert Meter weiter, etwas bergab, steht die bereits 1140 erbaute und recht winzige Burg Saaleck. Von ihr sind tatsächlich nur noch die Reste der Oberburg mit zwei runden Türmen erhalten – die fantastische Aussicht entschädigt hierfür aber mehr als genug.

Die Rudelsburg bei Bad Kösen
Die Rudelsburg liegt etwa 85 Meter über dem Südufer der Saale. Bildrechte: IMAGO

Weitere Informationen Rudelsburg
Am Burgberg 33
06628 Naumburg OT Saaleck

Öffnungszeiten:
April-November: täglich 10 - 18 Uhr
November-April: Mittwoch bis Sonntag 10 - ca. 17 Uhr

Burg Saaleck
Am Burgberg 32
06628 Naumburg OT Saaleck

Öffnungszeiten:
April - Oktober: Montag bis Freitag 10 - 17 Uhr, Samstag/Sonntag 10 - 18 Uhr

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 08. September 2019 | 09:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. September 2019, 04:00 Uhr

Abonnieren