Unsere köstliche Heimat Der Harzer Erbsenkönig

Ein Film von Kerstin Holl

"Kukkis Erbsensuppe" ist einer der heißen Verkaufsschlager des Harzes. An der B27 zwischen Elend und Braunlage und am Bahnhof "Drei-Annen-Hohne" können sich Einheimische und Touristen täglich zwischen 11 Uhr und 18 Uhr bei heißer Suppe wärmen, wahlweise mit oder ohne Bockwurst.

Imbiss von Jürgen Kurkiewicz - genannt Kukki
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Inzwischen wird der rustikale Imbiss sogar in Dosen abgefüllt und an hungrige Fans verschickt. Bis zu 200 Dosen täglich verlassen das "Harzhaus" in Elend, dem Küchensitz der Erbsenkanoniere, denn mittlerweile ist auch Sohn René ein begeisterter Suppenkoch geworden.

Neustart mit Gulaschkanone

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"Kukkis Erbsensuppe" ist einer der heißen Verkaufsschlager des Harzes. An der B27 zwischen Elend und Braunlage können sich Einheimische und Touristen bei heißer Suppe wärmen, wahlweise mit oder ohne Bockwurst.

MDR FERNSEHEN So 23.02.2020 11:40Uhr 02:05 min

https://www.mdr.de/meine-heimat/koestliche-heimat-erbsen-koenig-100.html

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Jürgen Kurkiewicz (73), genannt "Kukki", geht nach einer Schlosserlehre zur Nationalen Volksarmee, wo er bis 1984 Offizier der Grenztruppen der DDR ist. Bei der NVA wird der Sänger und Gitarrist in 25 Dienstjahren unter anderem Kultur-Major und unterhält Stasikader, Generäle und Grenzsoldaten mit unstatthaften West-Titeln. Nach der Wende schenkten ihm ehemalige NVA-Mitstreiter eine ausgediente Gulaschkanone der Armee. Aber was tun damit?, dachte sich der Harzer, bis er eines schönen Tages vor rund 20 Jahren eine Erbensuppe darin kochte.

1991 haben wir die erste Kanone an den Ortsausgang Wernigerode gefahren. Da haben wir verkauft und das ist sehr gut gelaufen, da kam die Idee. Dann habe ich zwei LOs gekauft und zwei Kanonen und als ich damit nach Elend reingefahren bin, haben die gedacht, ich bau die Grenztruppen neu auf.

Jürgen Kurkiewicz, genannt Kukki

Erbsensuppe vom Dampfkessel

Wer Kukkis Erbsensuppe nicht vor Ort essen kann, wie Matthias Fricke, der nimmt sich ab und an eine Dose mit. Matthias Fricke ist erfahrener Lokführer der Harzer Schmalspurbahnen und hat zum Essen oft wenig Zeit. Der Arbeitstag des Lokführes beginnt jeweils eine Stunde vor Abfahrtszeit seines Zuges. Alle Vorbereitungen an der Maschine übernehmen Heizer und Lokführer hier persönlich. Wenn es auf die Brockenroute geht, hat Matthias Fricke einen langen Arbeitstag vor sich. Wie praktisch ist es da, dass der Herd immer mitfährt: Während die Lok von Wernigerode auf den Brocken dampft, fängt auf dem gut geheizten Lokkessel die Suppe an zu kochen.

Tradition auf dem Teller

Dass Essen etwas mit Leben, mit Lebensart, mit Kultur zu tun hat, ist längst bekannt. Die Küche einer Region, eines Ortes oder einer Familie ist also weit mehr als eine bloße Rezeptsammlung. In den typischen, speziellen und einzigartigen Gerichten spiegeln sich Tradition, Vorlieben und Charakter der Menschen, zu deren Alltag sie gehören. Und die sind es, die im Mittelpunkt der Sendereihe stehen: Unsere Menschen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Unsere köstliche Heimat | 23. Februar 2020 | 11:40 Uhr