Eine Familie beim Wandern.
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Die schönsten Wanderwege Mitteldeutschlands

Zuletzt aktualisiert: 18.09.2019 | 14:26 Uhr

Die Sommerhitze ist vorbei. Der Herbst färbt die Natur bunt ein. Genau die richtige Zeit, um draußen aktiv zu sein. In Mitteldeutschland gibt es unzählige Wanderrouten und -Touren. Hier eine findest du Vorschläge und Tipps für die ganze Familie.

Eine Familie beim Wandern.
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Einfach als durch Wandern kann niemand etwas für seine Gesundheit tun. Der gesundheitsfördernde Nutzen des wohldosierten Wanderns mit Unterwegs-Übungen ist sogar wissenschaftlich belegt. Er sei erstaunt gewesen über die hohe Wirksamkeit nach nur wenigen Wochen, sagt Prof. Kuno Hottenrott von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Der Blutdruck der Probanden sank demnach, ihre Ausdauer verbesserte sich ebenso wie die Koordinationsfähigkeit.

Deswegen überzeugt ein Angebot wie das Gesundheitswandern auch sehr viele - gerade für Sporteinsteiger ideal. Niemand muss sich körperlich überfordern am Anfang, sondern man kann das Gehtempo und die Strecke langsam steigern.

Fakt ist: Wandern ist hip. Laut der Wanderstudie "Der deutsche Wandermarkt" von 2014 - der aktuellsten Studie zum Thema - sind 13 Prozent der Unter-30-Jährigen ohne Kind wanderaffin. Der größte Anteil an Wanderern kommt mit 27 Prozent aus der Gruppe der 50- bis 65-Jährigen. Laut Wanderstudie ist der Anteil der Nicht-Wanderer in Deutschland von 44 Prozent 2010 auf 29 Prozent 2014 gesunken. Das deutlichste Marktwachstum gab es vor allem im Bereich der "Selten- und Gelegenheitswanderer".

Neben dem "Gesundheitswandern" gibt es aber noch viele andere Spielarten. Im südlichen Teil des Thüringer Waldes, genauer gesagt in Lichte, ist motorisiertes Wandern möglich. Die Draisine der bekannten Max- und Moritzbahn ist der Startpunkt. Hubertus Stolze vom Wanderverein Kleebergbaude erzählt im Interview mit Sarah und Lars aus der MDR JUMP-Morningshow:

Mit der Draisine könnte man bis oberhalb der Kirche von Wallendorf fahren. Dort geht ein schöner alter Wandersteig zu einer Aussichtshütte. Von dort hat man einen wunderschönen Ausblick zum Fröbelturm. Von dort kann man Wandern bis nach Taubenbach/Schmiedefeld. Oder aber man wandert von Taubenbach weiter zur Kleebergbaude. Dort kann man Kaffee trinken und ein Stückchen Kucken essen und dann wieder zurück wandern.

In Sachsen-Anhalt bietet der "Förderverein Welterbe an der Saale und Unstrut" die Möglichkeit, die Welterbestätten der Region per Geocaching zu entdecken.

Für den sachsen-anhaltischen Lokalmatador Benno Schmidt - besser bekannt als Brocken-Benno - ist der Harzer Grenzweg einer der Schönsten:

Meine Lieblingsstelle auf dem Grenzweg ist beim Jägerblick. Dort steht der Dreiländerstein. Das ist ein Grenzstein, der heute auch noch wichtig ist. Dort starte ich gerne meine Touren. Dann geht es an der ehemaligen Grenze auf schmalen Pfaden entlang zum so genannten Ehrenplan. Da steht auch eine Schutzhütte. Dann weiter zur Wendeleiche. Da hat man einen phantastischen Blick zum Brocken. Der Endpunkt ist dann die Zweiländereiche - da ist auch eine Sonderstempelstelle der Harzer Wandernadel. Kann ich nur empfehlen.

Übrigens: Historisch wird das Wandern auf das Pilgern zurückgeführt. Auch Kaufleute, Händler und Handwerker machten sich seit dem Mittelalter zu Fuß auf den Weg. Wandern als Freizeitaktivität entwickelte sich aber erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts mit wachsender Mobilität, die das Reisen mit der Eisenbahn ermöglichte. Überall entstanden Gebirgs- und Wandervereine.

Nach dem Zweiten Weltkrieg haftete in Deutschland dem Wandern lange Zeit ein verstaubtes Image an. Heute ist es wieder eine der beliebtesten Freizeitaktivitäten. 69 Prozent der Deutschen sind einer Studie zufolge aktive Wanderer. Sie geben demnach rund 7,5 Milliarden Euro bei Tagesausflügen und im Wanderurlaub aus und noch einmal 3,7 Milliarden für die Ausrüstung.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP Morngingshow | 17. September 2019 | 06:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. September 2019, 16:24 Uhr