Bärwalder See
Mit dem Boot auf dem Bärwalder See ist Thomas Friedrich unterwegs. Bildrechte: MDR/Madeleine Arndt

Sicheres Fahrwasser Cruisen, Kitesurfen, Segeln: Hochsaison am Bärwalder See

Immer mehr Wassersportler entdecken den Bärwalder See für sich. Etwa hundert Segelschiffe und Motorboote liegen im Klittener Hafen und starten von dort aus ihre Touren. Dass hier gerade viel Betrieb ist, liegt auch am niedrigen Elbepegel. Eine Reportage von Sachsens größtem Binnensee.

von Madeleine Arndt

Bärwalder See
Mit dem Boot auf dem Bärwalder See ist Thomas Friedrich unterwegs. Bildrechte: MDR/Madeleine Arndt

Thomas Friedrich sitzt am Heck seines Motorbootes und genießt die Sonne. Sein kleiner Sohn Leopold spaziert derweil in einer orangefarbenen Schwimmweste am Steg hin und her. Dabei pustet er mit Begeisterung in die Rettungspfeife. Er sei dieses Jahr das erste Mal mit seiner Familie am Bärwalder See, berichtet Thomas Friedrich. 2017 hatten die Freitaler noch auf der Elbe Touren gemacht.

Mehr als hundert Boote im Hafen

Im August 2017 wurde der Hafen in Klitten um knapp 90 Bootsliegeplätze erweitert. "Diese Liegeplätze werden zum Teil schon genutzt", freut sich Hafenmeister Gerhard Stübner über die steigende Nachfrage. 189 Liegeplätze gibt es am Hafen insgesamt, mehr als hundert Segelschiffe und Motorboote haben hier angelegt. Allein am Sonnabend kamen zwölf neue Boote dazu, wie der Hafenmeister berichtet. "Es ist ein ständiges Kommen und Gehen."

In den vergangenen Wochen habe sich ein regelrechter Run auf Sachsens größten Binnensee entwickelt. Das hat auch mit dem Niedrigwasser auf der Elbe zu tun. "Wir merken das immer: Je weiter in der Elbe das Wasser fällt, desto mehr Wassersportfreunde kommen hierher." So hätte sich gerade erst ein Torgauer mit seinem Boot für den See angemeldet, nennt Gerhard Stübner ein Beispiel. "Die Fahrrinnen auf der Elbe müssen immer für die großen Schiffe freigehalten werden. Da kann der Wassersportfreund nur an den Seiten fahren und dadurch ist es für sie auf der Elbe sehr schwierig geworden."

Bärwalder See
Um die hundert Segelschiffe und Motorboote liegen im Hafen Klitten. Bildrechte: MDR/Madeleine Arndt

Auch das Kitesurfen auf dem Bärwalder See wird gut angenommen, sagt der Hafenmeister. Nach einjähriger Pause ist seit April das Lenkdrachensegeln wieder erlaubt. Probleme mit dem Bootsverkehr habe es bisher keine gegeben, allerdings war schon ein Kitesurfer in Seenot geraten, wie der 68-Jährige berichtet. Der Surfer hatte seinen Drachen verloren und war abgetrieben. Mit Hilfe eines Bootes wurden der Sportler und sein Equipment wieder an Land gebracht.

Ab Windstärke 3 kommen die Kitesurfer

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Hafenmeister Gerhard Stübner. Bildrechte: MDR/Madeleine Arndt

Kitesurfen gilt als risikoreicher Sport, weshalb es in der Vergangenheit zwischen der Gemeinde Boxberg und der Landesbehörde einen juristischen Streit um die Genehmigung ab. Ein Auflage der Einigung war, dass ein extra Bereich auf dem See markiert wird.

In dem sogenannten Merzdorfer Bereich dürfen sich nun Kitesurfer mit Hilfe von Lenkdrachen auf ihren Surfbrettern übers Wasser ziehen lassen. Das ebenfalls als risikoreich eingestufte Wasserskifahren und Jetskifahren ist allerdings nicht erlaubt. Ab Windstärke 3 aufwärts wird der Bärwalder See für die Kitesurfer spannend. Wenn es sie aufs Wasser zieht, haben die meisten Boote wegen der unruhigen Wellen bereits wieder angelegt.

Trotz der Hafenerweiterung sei im Vergleich zu anderen Gewässern in Sachsen hier noch weit Luft nach oben, schätzt Tino Sachse von der Wasserschutzpolizei die Situation ein: "Wir haben am Bärwalder See noch nicht so eine Verkehrsdichte, dass sich hier Wassersportler und Boote in die Quere kommen und wir eingreifen müssen. Das passt hier alles.

Eingravierte Diebstahlsicherung

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Eine Gravur kann Diebe abschrecken. Bildrechte: MDR/Madeleine Arndt

Am Sonnabend war der Polizeihauptmeister mit einigen Kollegen am Klittener Hafen, um mit den Bootseigentümern zu sprechen und ihnen die Registrierung ihrer Motoren und Wertgegenstände zu ermöglichen. Mit einem Spezialstift gravierten die Wasserschutzpolizisten individuelle Nummern auf die Gegenstände und speicherten diese in ihrem System ab.

Das soll Diebe abschrecken, da sich so die Beute eindeutig dem rechtmäßigen Eigentümer zuordnen lässt. Gleichzeitig lässt sich im Falle eines Diebstahls einfacher nach den gestohlenen Sachen fahnden.

Boxberger Bürgerpolizist sorgt für Ordnung

Bärwalder See
Bürgerpolizist Matthias Reißmann. Bildrechte: MDR/Madeleine Arndt

Das Thema Sicherheit beschäftigt viele Badegäste und Wassersportler, berichtet der Boxberger Bürgerpolizist Matthias Reißmann. Er bestreift regelmäßig den Bärwalder See und ist Ansprechpartner für die Bürger.

Am meisten werde er gefragt, wie man am besten Boote oder Autos vor Diebstählen sichere. Bis auf Vandalismusschäden im Frühjahr habe es in diesem Jahr in Klitten aber keine weiteren Vorfälle gegeben. Zuletzt waren Anfang April zwei Parkautomaten zerstört worden. Der Sachschaden betrug rund 2.000 Euro.

Alkoholgrenzen gelten auch auf dem Wasser

Wer mit einem Boot auf dem Bärwalder See schippert, muss sich an die Sächsische Schifffahrtsordnung halten. So gibt es auch auf dem Wasser Alkoholgrenzen, betont Tino Sachse von der Wasserschutzpolizei. Das heißt, wer mit über 0,5 Promille Blutalkohol am Steuer erwischt wird, muss mit einem Bußgeld rechnen. Kommt es zu einem Unfall, kann eine lustige Bootsfahrt zur Straftat werden.

Bärwalder See
Tino Sachse gehört zu den rund 40 Wasserschutzpolizisten, die auf Sachsens Gewässern unterwegs sind. Bildrechte: MDR/Madeleine Arndt

"Viele vergessen auch, ihr Boot zu kennzeichnen", sagt Tino Sachse. Aber selbst einfache Schlauchboote ohne Motor unterliegen der Kennzeichnungspflicht. Ein Name oder eine Devise wie etwa "Unsinkbar2" oder "Schiff ahoi" genügt und ist auf beiden Bootsseiten oder am Heckspiegel aufzubringen. Wer das nicht macht, ist bei einer Kontrolle schnell mal 35 Euro los.

Nicht gesetzlich geregelt ist das Tragen von Schwimmwesten. Hier rät der Polizist, dass Eltern ihren Kindern immer eine Weste anlegen. Denn ein Bootsunfall könne überall passieren und oft könnte man nicht so schnell reagieren, wenn jemand über Bord geht. "Aber ich sehe viele Familien, die vorbildlich sind, die ihre Kinder mit Schwimmwesten ausrüsten", so Sachse.

Dass sein Sohn Leopold eine Schwimmweste trägt, darauf achtet Thomas Friedrich sehr. Ihm gefällt es auf dem Bärwalder See und er will nächstes Jahr wiederkommen. "Man kann hier überall an den Strand heranfahren und die Kinder können dann im Sand spielen." Auf der Elbe sei der Schiffsverkehr anstrengend, hier dagegen könne man auch mal den Motor abstellen und abschalten.

Bärwalder See
Bootfahren auf der Elbe war ihm zu stressig. Deshalb hat sich Thomas Friedrich für den Bärwalder See entschieden. Bildrechte: MDR/Madeleine Arndt

Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 09.07.2018 | ab 5:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

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Zuletzt aktualisiert: 09. Juli 2018, 08:27 Uhr

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