Weihnachten im Lockdown: Fragen und Antworten

Eins steht fest: Weihnachten wird in diesem Jahr ganz anders. Schon jetzt mussten die Corona-Maßnahmen verschärft werden. Wie die besinnliche Zeit des Weihnachtsfestes wird, lässt sich noch nicht genau sagen.

Weihnachtsmann traegt Mundschutz
Bildrechte: imago images / Sven Simon

Es ist ernst: Die Corona-Infektionszahlen sind seit Wochen auf einem hohen Niveau. Zwar konnte das exponentielle, starke Ansteigen durch strengere Maßnahmen gedämpft werden. Doch es werden weitere Maßbahmen nötig sein, um das Gesundheitssystem am Laufen zu halten. Das "härteste Weihnachtsfest seit Jahrzehnten" stehe uns bevor, so Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet. Obwohl die Länderregierungschefs und Bundeskanzlerin Angela Merkel erst in der kommenden Woche Beschlüsse fassen wollen, erscheinen viele lieb gewonnene Weihnachtsbräuche schon kurz vor dem Advent nicht möglich. Ein erster Ausblick.

Inwiefern ist die Adventszeit betroffen?

Nur sieben Prozent der üblicherweise in ganz Deutschland stattfindenden Weihnachtsmärkte sollen öffnen, in vielen Unternehmen übliche Weihnachtsfeiern sind quasi flächendeckend abgesagt. Auch Schulen und Kitas verzichten auf Adventsbasare und Feiern. Die vier Wochen des Advent reduzieren sich damit zum großen Teil auf den privaten Bereich. Doch auch hier gelten die Empfehlungen vom Bund, dass Kontakte generell auf das Mindeste zu beschränken sind.

Weihnachtseinkäufe - wie erledigt man sie am besten?

Das gewohnte Bild aus den Innenstädten im Advent sind dicht gedrängte Menschenmassen - ein Schreckensszenario in Coronazeiten. Bisher ist noch unklar, ob es Beschränkungen für den Einzelhandel geben wird. Onlinehändler erwarten aber unabhängig davon einen deutlichen Anstieg ihrer Umsätze und damit eine Verlagerung des Geschäfts ins Internet. Verändern dürfte sich auch die Struktur der Geschenke - gern werden an Weihnachten Karten für Konzerte oder Theateraufführungen verschenkt. Doch ab wann diese wieder regulär stattfinden können, ist nicht absehbar.

Was ist mit dem Weihnachtsmärkten?

Wenn Weihnachtsmärkte stattfinden, werden sie in diesem Jahr wohl anders aussehen, als wir sie kennen. Dichtes Gedränge, wie es auf großen Weihnachtsmärkten oft herrscht, könnte zum Problem werden. Auch die Einhaltung der Hygienemaßnahmen, wie Abstand halten und Maske tragen, muss geprüft werden. Hier ist eine Übersicht zum aktuellen Stand in Mitteldeutschland zu finden:

Finden die traditionellen Bergparaden statt?

Die Bergparaden im Erzgebirge sind Höhepunkt vieler Weihnachtsmärkte. Doch dieses Jahr haben die Traditionsvereine wegen der Corona-Pandemie reihenweise Absagen kassiert. Normalerweise gebe es in der Adventszeit rund ein Dutzend solcher Aufzüge, sagte der Vorsitzende des Landesverbandes der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine, Ray Lätzsch. Aktuell sei nur noch einer geplant.

Wird Weihnachtsurlaub möglich sein?

Weihnachten unter Palmen oder Weihnachten im Schnee ist für viele eigentlich eine willkommene Alternative zum Weihnachtsfest zu Hause. Fernreisen sind aber absehbar in viele Länder allenfalls eingeschränkt möglich, weil es sich um Risikogebiete handelt. Wie es aber konkret auch mit innerdeutschen Reisen aussieht und ob der derzeitige Teillockdown mit seinen Reisebeschränkungen womöglich über Weihnachten verlängert wird, wird sich in der kommenden Woche erst zeigen. Können Familien gemeinsam feiern?

Dürfen sich Familien zum Weihnachtsfest treffen?

Auch für die traditionellen Familienfeste an Weihnachten heißt es derzeit, die Beratungen der kommenden Woche abwarten. Eigentlich war das politische Ziel, mit den derzeit geltenden Beschränkungen für Weihnachten ein möglichst großes Maß an Normalität zu ermöglichen. Laschet sagte, die Politik wolle möglichst viele Begegnungen ermöglichen. Was aber letztlich möglich sein wird, muss das weitere Infektionsgeschehen zeigen.

Wie gehen die Kirchen damit um?

An Ostern, den höchsten Feiertagen der christlichen Kirchen, fielen alle Gottesdienste aus. Dies brachte den Kirchen trotz alternativer Angebote im Fernsehen und Internet viel Kritik. Mittlerweile sind Gottesdienste wieder möglich und werden auch zu Weihnachten stattfinden. Dies allerdings unter äußerst strengen Auflagen und Begrenzungen.

Wie sieht es beim Weihnachtsgottesdienst aus?

Besucherzahlen wie an Weihnachten üblich sind ausgeschlossen. Im Kölner Dom etwa gibt es an Heiligabend zwar vier Christmetten, in die riesige Kirche dürfen jeweils aber maximal 250 Gläubige. Damit können maximal tausend Menschen an Heiligabend in den Dom - üblich sind mehrere tausend Weihnachtsgottesdienstbesucher. Deutschlandweit arbeiten viele Kirchengemeinden mit einem Anmeldesystem, um den Zugang zu steuern. Viele Weihnachtsgottesdienste finden auch im Freien statt, weil dort das Ansteckungsrisiko geringer scheint und mehr Besucher möglich sind. Katholische und evangelische Kirche wollen zudem eine Hausliturgie veröffentlichen, damit Gläubige auch zu Hause Weihnachtsgottesdienst feiern können. (MDR/AFP)

Dieses Thema im Programm: MDR Aktuell | 16. November 2020 | 21:45 Uhr