Ausblick: Nach dem Test ins Museum, Restaurant & Co.?

Ein Modellprojekt, das auf Schnelltests basiert, soll in einigen sächsischen Städten versuchsweise die Öffnung von Hotels, Restaurants und Museen ermöglichen.

Ein Kellner mit Mundschutz in einem Straßencafé
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Ein Lockdown folgt dem nächsten, trotz Impfstoff scheint es wenig Ausblick auf Besserung zu geben. Doch natürlich wird immer wieder diskutiert, unter welchen Umständen Öffnungen möglich sein könnten. Eine Idee ist dabei die breitflächige Verwendung von Schnelltests. So soll ein negativer Schnelltest als eine Art digitale Eintrittskarte dienen. Damit würde der Besuch von Geschäften und Gaststätten erlaubt werden, natürlich unter Einhaltung von Hygienekonzepten.

Pilotprojekte in Augustusburg und Oberwiesenthal

Ein solches Pilotprojekt sollte eigentlich Mitte März in Augustusburg starten. Auch Oberwiesenthal sollte eine solche Modelltest-Region werden. Das hatte die zuständige Ministerin Barbara Klepsch (CDU) am 3. März bei einer Pressekonferenz anlässlich der Internationalen Tourismusbörse (ITB) angekündigt. Laut Klepsch sollten auch in Chemnitz und Dresden Konzepte erarbeitet werden, die eine schrittweise Öffnung von Kultur- und Freizeitstätten ermöglichen. Die Öffnungsstrategien sollen mit Blick auf das jeweilige Infektionsgeschehen auch die Fortschritte bei Impfungen, bei Tests und weiteren Hygienemaßnahmen beachten. Es ginge vor allem darum, sichere Kontakte zu ermöglichen. Mit dem Ansteigen der Infektionszahlen ist das Projekt jedoch vorerst vom Tisch.

Modellprojekt „Öffnen mit Sicherheit“ in Tübingen

Dafür läuft seit 16. März bis 4. April 2021 in Tübingen ein ganz ähnliches Modellprojekt namens "Öffnen mit Sicherheit“. Auch hier sollen Schnelltests etwas mehr Normalität ermöglichen ohne Abstriche bei der Sicherheit eingehen zu müssen. Dabei soll untersucht werden, inwieweit Schnelltests Öffnungen sinnvoll begleiten können. So werde den Branchen, die besonders vom Lockdown betroffen sind, möglicherweise neue Perspektiven eröffnet.

Das Modellprojekt besteht aus folgenden Komponenten:

  • Für die Nutzung der Einzelhandelsangebote, die bis zum 8. März geschlossen waren, sowie für Friseursalons und bei körpernahen Dienstleistungen wird ein tagesaktueller Schnelltest zur Bedingung.
  • Außengastronomie und Kulturbetriebe sowie Kinos werden zusätzlich geöffnet, jedoch ebenfalls nur für Personen, die ein tagesaktuelles negatives Schnelltestergebnis vorweisen können sowie unter Einhaltung weiterer Hygieneauflagen.
  • Für die Ausstellung von Testzertifikaten sollen in der Innenstadt Schnellteststationen eingerichtet werden. Angelerntes Personal weist dort die zu testenden Personen an, kostenlose moderne Eigentests anzuwenden, dokumentiert das Ergebnis und gibt ein personalisiertes Zertifikat aus.
  • Das Modellprojekt wird durch die Universität Tübingen wissenschaftlich begleitet, um konkrete Handlungsempfehlungen für andere Regionen und das Land abzuleiten.

Schon zuvor hatte Tübingen Erfahrungen mit breit angelegten Schnelltests gesammelt. Erhofft werden sich aus dem Versuch zusätzliche Erkenntnisse und Umsetzungsempfehlungen für die landesweite Pandemiebekämpfung.