Eheringe in einer Juwelier-Auslage
In Mitteldeutschland wird wieder häufiger geheiratet. Bildrechte: imago images / Rene Traut

Eheschließungen Wieder mehr Hochzeiten in Mitteldeutschland

Unmittelbar nach der Wende wurde in Mitteldeutschland kaum geheiratet. Doch seit 1991 steigt die Zahl der Eheschließungen wieder kontinuierlich an. Ist dies auch Ausdruck eines Wertewandels?

von Raja Kraus

Eheringe in einer Juwelier-Auslage
In Mitteldeutschland wird wieder häufiger geheiratet. Bildrechte: imago images / Rene Traut

Die Zahl der Eheschließungen in Mitteldeutschland ist in den letzten zwanzig Jahren gestiegen. Das belegen Daten der Statistischen Landesämter, die das MDR-Magazin "Umschau" ausgewertet hat. Sachsen-Anhalt verzeichnet von 1999 bis 2018 ein Plus von sieben Prozent. In Thüringen beträgt der Anstieg zwölf Prozent und in Sachsen sind es zwanzig Prozent mehr Eheschließungen im selben Zeitraum.

Anstieg seit 1991

Brautpaar schneidet Hochzeitstorte an.
Immer häufiger entschließen sich Paare zu heiraten. Bildrechte: imago images / Peter Widmann

In den beiden Jahren unmittelbar nach dem Mauerfall gab es von 1990 zu 1991 einen regelrechten Einbruch von rund fünfzig Prozent in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Seit 1991 steigen die Zahlen mit leichten Schwankungen aber wieder an. "Die Geburtenrate ist wieder höher geworden und es gibt auch die Tendenz, dass wieder jung geheiratet wird", sagte die Leipziger Hochzeitsplanerin Ines Wirth der "Umschau". Sie glaubt, dass der konstante Anstieg der Eheschließungen einen Wertewandel in der Gesellschaft widerspiegelt: "Man legt weniger Wert auf Karriere, die Familie wird stattdessen wieder wichtiger."

Zwenkau, Wernigerode und Meiningen besonders gefragt

Im Verhältnis zur Einwohnerzahl heirateten 2018 in Mitteldeutschland die meisten Paare in Zwenkau (Sachsen). Hier kamen rund 33 Hochzeiten auf eintausend Einwohner. Das könne einerseits an der Nähe zur Großstadt Leipzig liegen. Andererseits sei das Standesamt dort sehr flexibel und gebe sich besonders viel Mühe, sagte Hochzeitsplanerin Ines Wirth. Mit zirka 14 Eheschließungen pro eintausend Einwohner landete Wernigerode (Sachsen-Anhalt) auf Platz zwei in Mitteldeutschland und Meiningen (Thüringen) mit zehn Eheschließungen pro eintausend Einwohner an dritter Stelle.

Die Rolle der Zahlen

Schild 'Standesamt'
Bildrechte: imago images / CHROMORANGE

Dass der 19.09.19 dieses Jahr ein sehr gefragtes Hochzeitsdatum wird, glaubt Ines Wirth nicht: "Vor allem, weil es unter der Woche ist. Sehr beliebt war letztes Jahr der 18.08.18 – ein Samstag." Allerdings sei es schon jetzt schwer für 2020 noch Termine zu bekommen. "Die 20 könnte da ein entscheidender Faktor sein", so die Expertin Ines Wirth.

Besondere Hochzeitsorte in Mitteldeutschland

Die Menschen werden wieder heiratsfreudiger. Manche wollen ihre Hochzeit an einem besonderen Ort feiern. Wir stellen drei beliebte Hochzeitsorte in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen vor.

Hochzeitsfee in den Feengrotten Saalfeld
Die Feengrotten in Saalfeld sind bei Hochtzeitspaaren beliebt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK/Juliane Zeisler
Hochzeitsfee in den Feengrotten Saalfeld
Die Feengrotten in Saalfeld sind bei Hochtzeitspaaren beliebt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK/Juliane Zeisler
Brautpaar beim Fototermin in den Feengrotten Saalfeld
Nicole und Andre Talke aus Brandenburg haben sich hier das Ja-Wort gegeben – übrigens am Freitag den 13. Dieses Datum haben sie sich bewusst als Hochzeitstag ausgesucht: An diesem Tag vor elf Jahren haben sie sich kennengelernt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK/Juliane Zeisler
Brautpaar mit Fee in den Feengrotten Saalfeld
Der besondere Ort kostete das Paar 350 Euro. Die Fee haben sie für 50 Euro dazugebucht. Sie hat dem Paar ihren Feensegen gegeben. Bildrechte: Bavaria Entertainment GmbH
Ein Kapitän steuert sein Boot auf die schwimmende Plattform Vineta zu.
"Vineta" im Störmthaler See gilt als das derzeit höchste schwimmende Bauwerk Deutschlands. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK/Thomas Falkner
Ein Brautpaar betritt die schwimmende Plattform Vineta.
Nina Jaletzki und Kevin Thomaschewski haben diesen Ort für ihre Hochzeit ausgewählt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK/Thomas Falkner
Blick auf die schwimmende Plattform Vineta
Der Störmthaler See ist ein ehemaliger Braunkohletagebau. Die Gestalt von "Vineta" soll an die Kirche von Megdeborn erinnern, einem Dorf, das in den 1970er-Jahren der Kohle weichen musste. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK/Thomas Falkner
Hochzeitsgesellschaft vor dem Rathaus Wernigerode
In Wernigerode werden jährlich etwa 450 Hochzeiten durchgeführt. Die Paare kommen nicht nur aus der Stadt, sondern aus ganz Deutschland und der Welt.  Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK/Juliane Zeisler
Hochzeitsgesellschaft vor dem Rathaus Wernigerode
Frances und Marvin Berndt aus Falkenstein im Harz haben sich am 9. September 2019 trauen lassen. Wer wie sie in Wernigerode heiratet, tut das meist auch unter den Augen zahlreicher Touristen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK/Juliane Zeisler
Brautpaar vor dem Rathaus Wernigerode
Michaela und Stephan Rüde-Mösenthin sind extra aus Borkheide bei Berlin gekommen. Das Paar kennt sich bereits seit mehr als 30 Jahren und wollte unbedingt im historischen Rathaus Wernigerode heiraten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK/Juliane Zeisler
Ein älteres Ehepaar sitzt in einem Café am Markt von Wernigerode und sieht sich ein Fotoalbum an.
Betti und Klaus Strohmeier haben ebenfalls eine besondere Beziehung zu Wernigerode. In dem schönen Rathaus der Stadt haben sie 1965 geheiratet. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK/Juliane Zeisler
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Umschau | 17. September 2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. September 2019, 05:00 Uhr

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