Exklusives Schlagerwelt-Interview Schlagersänger Eric Philippi: Früher gemobbt, heute geliebt

Er gilt jetzt schon als der Shootingstar des Jahres im deutschen Schlager: Eric Philippi gewann die Schlagerchallenge 2021 von Florian Silbereisen vor einem Millionenpublikum im Fernsehen. Er überzeugte mit viel Gefühl, Authentizität und einer unverwechselbaren Stimme. Für ein exklusives Schlagerwelt-Interview trifft Peter Heller den Senkrechtstarter im Selfiemuseum in Leipzig. Beim lustigen Fotoshooting reden die beiden über die Wochen nach seinem Sieg, Bedeutung von Familie und über Mobbing.

Eric Philippi im Selfiemuseum Leipzig
Der Senkrechtstarter der deutschen Schlagerszene: Eric Philippi. Bildrechte: MDR/Alexander Friederici

Er ist der Mann mit der Trompete – eine Art junger Stefan Mross. Newcomer Eric Philippi überzeugt mit seiner Musik derzeit seine größten Skeptiker. Die Bühne ist inzwischen sein zweites Zuhause geworden und das, obwohl der junge Nachwuchskünstler gerade erst im Schlager so richtig durchstartet. Nach dem Gewinn von Florian Silbereisens Schlagerchallenge.2021 ist für den Saarländer nichts mehr, wie es war. Dreharbeiten, Radiosendungen, Interviews: viel Freizeit bleibt dem 1997 geborenen Sänger nicht. Für Meine Schlagerwelt nimmt Eric sich ein paar Stunden Zeit.

Für unser Interview habe ich mir eine besondere Location ausgesucht – ein Selfiemuseum mit verschiedenen thematisch eingerichteten Räumen zum Fotografieren. Eric wirkt gelassen – mit sich im Reinen. Die Aufregung verfliegt schnell und nach den ersten Selfies kommen wir direkt ins Gespräch. Wenige Wochen sind seit seinem Gewinn in der großen ARD-Schlagershow vergangen, aber so richtig hat er noch nicht realisiert, was seitdem passiert ist. Das Votum der Zuschauer an diesem Abend war eindeutig, ebenso das der anderen Schlagerstars. Vor einem Millionenpublikum wird er zum Sieger gekürt und wird seitdem von noch mehr Menschen auf der Straße erkannt.

Es ist total ungewohnt und auch nicht so, dass ich mich total wohl fühle in der neuen Rolle. Ich mache nur Musik und für mich ist eher zweitrangig, ob die Leute mich erkennen.

Weiter erzählt er, dass es ihm eher darum gehe, den Menschen etwas mit seiner Musik etwas geben zu können. Das sei für ihn ein schönes aber auch ein ungewohntes Gefühl.

Wegziehen ist kein Thema

Eric Philippi im Selfiemuseum Leipzig
Eric Philippi (l.) im Gespräch mit "Meine Schlagerwelt"-Reporter Peter Heller (r.). Bildrechte: MDR/Alexander Friederici

Besonders in seiner Heimat im Saarland ist Eric Philippi nun ein echter Star. Und obwohl die große Karriere lockt, wegziehen möchte er von dort nicht: "Das kommt für mich auf keinen Fall in Frage." Einerseits wolle er von Freunden und Familie nicht getrennt sein. Andererseits hat er enge Beziehungen zum Saarland. So hat er vor zwei Jahren sogar eine weihnachtliche Hymne für das Bundesland geschrieben.

"Ich bin sehr heimatverbunden und komme wahnsinnig gern nach Hause, um Kraft zu tanken. Ich bin im Saarland in so einer Sackgasse aufgewachsen direkt am Waldrand. Ich liebe diesen Ort und der wird auch immer für mich Heimat bleiben. Wenn ich gefragt werde, was ich in meiner Freizeit mache, dann sage ich immer, ich verbringe die Zeit mit meiner Familie und meinen Freunde (…) Ich habe so 5-6 richtig enge Freunde, mit denen ich aus dem Sandkasten heraus groß geworden bin."

Karrierestart mit Gegenwind

Der Weg zum Musiker war für Eric aber nicht ganz einfach. Im Gegenteil. Musik macht er zwar schon lange – auch dank seiner musikalischen Familie. Doch um etwas handfestes in der Tasche zu haben, absolviert er eine Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker. Erst als er auf dem 60. Geburtstag seines damaligen Chefs ein Ständchen singt, wird dieser auf das Talent seines Schützlings aufmerksam. Statt Hebebühne rät er ihm zur Showbühne und hat damit einen richtigen Riecher. Doch nicht alle sind am Anfang von seiner Vision begeistert. Nach seinen ersten vorsichtigen Veröffentlichungen, erlebt er nach eigenen Angaben im Netz regelrechtes Mobbing.

Eric Philippi im Selfiemuseum Leipzig
Er spielt mehrere Instrumente, aber sein Herz hängt an der Trompete. Bildrechte: MDR/Alexander Friederici

"Als ich mich dazu entschlossen habe, Musik zu meinem Hauptberuf zu machen, da waren die Menschen drum herum, die haben gesagt, wie singt der denn? Wie sieht der denn aus? Der kann das doch eh nicht. Da kamen viele Kommentare. Und sobald so ein Mob los geht und was schlechtes schreibt, springen alle drauf."

Er sei verunsichert gewesen, erzählt mir Eric. Anfangs habe er den Kopf in den Sand gesteckt. Doch er fasste sich ein Herz, machte weiter und sprach mit Freunden und Familienmitgliedern darüber. "Es bringt nichts, das in sich hinein zu fressen, dadurch entstehen Depressionen oder sogar suizidale Gedanken." Eric blieb sich treu. Liest sich von diesem Zeitpunkt an nicht mehr alle Nachrichten durch.

Ich habe mir gedacht, lass sie reden, du kannst es im Endeffekt nicht ändern und egal, was man macht, es gefällt nie allen. Damit muss man umgehen lernen.

Für die Standfestigkeit wurde Eric Philippi belohnt, bekam die Chance seines Lebens von Florian Silbereisen und nutzte sie. Während das erste Album gerade erst erschienen ist, läuft die Arbeit an neuen Songs auf Hochtouren. Auch auf weihnachtliche Überraschungen dürfen wir uns freuen, verrät er. Und nach einem spaßigen Interview mit viel Konfetti und Neonlicht werden seine Fans das ein oder andere Selfie auch schon ganz bald auf seinem Instagram-Kanal sehen können.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Die Schlager des Monats | 05. November 2021 | 20:15 Uhr