Schlagerwelt Hausbesuch mit Sarah und Ben Zucker Sarah und Ben Zucker: „Manchmal vergisst er, dass ich keine zwölf mehr bin.“

Für seinen aktuellen Schlagerwelt Hausbesuch verschlägt es unseren Reporter Peter Heller in die Hauptstadt. Bei einer Radtour lässt er sich von Schlagerstar Ben Zucker und seiner Schwester Sarah die schönsten Ecken in Berlin Mitte zeigen. Vor allem aber will er erfahren: Wie gut ist das Verhältnis zwischen den beiden?

Fahrradtour Sarah und Ben Zucker
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Echte Geschwisterliebe – die gibt es auf jeden Fall. Aber aus eigener Erfahrung weiß ich auch, dass es manchmal im Kinderzimmer so richtig kracht. Da wird gestritten und geschrien. So war es bei mir und meiner Schwester und so ist es sicher auch bei den Geschwistern Zucker, oder? Das herauszufinden wird heute eine meiner Aufgaben sein. Ich wurde eingeladen von Ben und Sarah – zu einer Radtour. Das Wetter dafür hätten wir nicht besser wählen können. Blauer Himmel, Sonne, 25 Grad.

Auf die Räder, fertig, los!

Am Gendarmenmarkt in Berlin Mitte treffe ich die beiden in der Mittagssonne. Inmitten riesiger Gebäude wie dem Berliner Konzerthaus, dem Deutschen und dem Französischen Dom kommt man sich irgendwie winzig vor. Der Platz ist Corona-bedingt allerdings recht leer. Während ich mir kurz vorher noch schnell ein City-Rad für die Tour geliehen habe, präsentiert Ben mir sein ziemlich modernes E-Bike – mit Handyhalterung und im Rahmen verbautem Licht. Sarahs Fahrrad hingegen wird heute im Laufe des Tages noch das ein oder andere mal klappern, wenn wir zu schnell über den Bordstein rasen.

Fahrradtour Sarah und Ben Zucker 4 min
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Was ihnen an Berlin gefällt, will ich als erstes von den beiden Musikern wissen. Sie überlegen – bekommen es trotzdem nicht so richtig in Worte gefasst.

Berlin ist einfach speziell. Hier kommt alles zusammen. Es ist einfach unsere Heimat, wir sind hier aufgewachsen.

Sarah und Ben Zucker

Schon in seinem Song über die Stadt singt Ben: „Du bist so dreckig, wunderschön, einzigartig anzusehen.“ Und irgendwie passt das auch zu meinem Berlin-Bild. Ich gebe mich daher mit der Antwort zufrieden und wir radeln los.

Der erste Stopp unserer Tour ist die älteste noch erhaltene Brücke Berlins – die Jungfernbrücke. „Die Legende besagt, wenn man über die Brücke läuft und sie knackt, dann ist man noch Jungfrau“, erklärt mir Ben. Ich spitze meine Ohren, doch es bleibt mucksmäuschenstill. Nur eine laute Bohrmaschine und Vogelgesang sind aus der Entfernung zu hören.

Musikalische Familie

Apropos singen: woher kommt eigentlich die musikalische Veranlagung in der Familie? Ben erzählt, dass einer der Opas Organist gewesen sei. Eine Oma hätte als Balletttänzerin gearbeitet. Und auch die Mama höre ja irgendwie gern Musik. Sarahs Freude fürs Singen stammt hingegen wohl vor allem vom Bruder. Die laute Musik aus Bens Kinderzimmer habe sie schon als Mädchen fasziniert und irgendwann durfte sie dann sogar rein in die „heiligen Hallen“. Damals sind sogar Aufnahmen entstanden, über die die beiden heute noch lachen.

Das ist der perfekte Moment für meine Frage, ob die beiden sich nun häufig gestritten haben. Die eindeutige Antwort ist JEIN. „So richtig geknallt hat es nicht“, vergewissern mir beide. Aber klar gab‘s zwischen Bruder und Schwester auch mal Ärger. Sarah ergänzt: „Ich war ja manchmal auch die nervige kleine Schwester, die beim Fußballspielen im Tor stehen musste.“ Ben schmunzelt.

Rhabarber-Limo und erste Auftritte

An einer schattigen Stelle am Spreekanal gönnen wir uns eine echte Berliner Rhabarber-Limo. Beide erinnern sich an ihre ersten Fernsehauftritte. Sarahs ist noch gar nicht lange her. Bei der Schlagerlovestory.2020 von Florian Silbereisen durfte sie ihre erste Single „Zeit um zu gehen“ performen.

Nicht nur sie selbst, sondern auch Ben war zu Tränen gerührt. Er ist inzwischen richtiger Fan von der Musik seiner Schwester geworden. „Sie hat wirklich starke Songs. Ich habe schon in das Album hören dürfen und habe so 2-3 Favoriten, die ich auf jeden Fall auch privat hören würde. Also wenn sie jetzt nicht meine Schwester wäre.“

Sein eigene TV-Premiere liegt schon ein paar Jahre zurück. Ebenfalls bei Florian Silbereisen durfte er sein Debüt 2017 feiern – beim Schlagercountdown. Für „Meine Schlagerwelt“ durfte ich damals das allererste Interview nach dem Auftritt mit ihm führen und kann mich plötzlich selbst erinnern, wie aufgeregt Ben war. Inzwischen ist er routiniert und hat es ganz nach oben geschafft im Schlager. Er füllt Arenen und Stadien und kann sich in Berlin kaum bewegen, ohne auf der Straße ständig erkannt zu werden.

Vorbild großer Bruder?

Seine Karriere der letzten Jahre ist zwar ein optimales Vorbild für Sarah. Doch um jeden Preis will die gelernte Kindheitspädagogin nicht in die Fußstapfen ihres sieben Jahre älteren Bruders treten. Sie will alles auf sich zukommen lassen. „Ich wachse da gerade rein, es ist ein riesen Abenteuer. Aber wenn es nicht klappt, ist es überhaupt nicht schlimm.“ Zurück in die Kita kann sie jederzeit. Die Erzieher-Kolleginnen und Kinder würden sich da sicher sogar freuen.

Wir sind inzwischen am Märkischen Ufer direkt an der Spree und schauen auf den Fernsehturm. Kurz vor Ende unserer Tour gibt Ben endlich zu, dass es ihm trotz allem Stolz manchmal auch schwer fällt, seine kleine Schwester auf der Bühne zu sehen. Eigentlich würde er sie viel lieber schützen.

Manchmal bin ich dann auch zu sehr „großer Bruder“ und spiele mich da auf und mach den Affen da. Das kann ich aber auch nicht abstellen.

Ben Zucker

Und Sarah ergänzt: „Ja, manchmal vergisst er, dass ich ja auch keine zwölf mehr bin“. Okay, also ein paar Reibereien gibt es dann wohl doch im Hause Zucker. Und ich bin am Ende des Tages irgendwie überzeugt, das gehört zur Geschwisterliebe wohl auch dazu.

 

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Die Schlager des Monats | 03. Juli 2020 | 20:15 Uhr