In der gemütlichen Hutzenstube im Lebenswerkstatthof in Mildenau bei Annaberg Buchholz begrüßt Marianne Martin wieder Gäste, denen das Erzgebirge und seine weihnachtlichen Traditionen sehr am Herzen liegen.
Moderierte 2017 zum 25. Mal die Sendung "So klingt's bei uns im Arzgebirg" im MDR FERNSEHEN: Marianne Martin Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

25 Jahre "So klingt's bei uns im Arzgebirg" Vorgestellt: Marianne Martin!

Keine Tradition, kein Lied aus ihrer Heimat, das Marianne Martin nicht kennt! 2017 begrüßte die mittlerweile 83-jährige Erzgebirgerin bereits zum 25. Mal die MDR-Zuschauer am Heiligabend mit "So klingt's bei uns im Arzgebirg". Höchste Zeit, die versierte Dame, die für ihre Verdienste um die erzgebirgische Heimat sogar mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, zum Interview zu bitten. Denn wer, wenn nicht sie, weiß am besten, was in ein echtes erzgebirgisches "Neinerlaa" gehört?

In der gemütlichen Hutzenstube im Lebenswerkstatthof in Mildenau bei Annaberg Buchholz begrüßt Marianne Martin wieder Gäste, denen das Erzgebirge und seine weihnachtlichen Traditionen sehr am Herzen liegen.
Moderierte 2017 zum 25. Mal die Sendung "So klingt's bei uns im Arzgebirg" im MDR FERNSEHEN: Marianne Martin Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Welche Höhepunkte sind Ihnen aus 25 Jahren "So klingt's bei uns im Arzgebirg" ganz besonders in Erinnerung geblieben?
Es gab sehr viele Höhepunkte, deshalb möchte ich nicht im einzelnen darauf eingehen, damit sich keiner zurückgesetzt fühlt. Es waren sehr viele schöne Momente in meinem Leben.

Am 15. November 2005 wurden Sie für Ihr "außergewöhnliches kulturelles und bürgerschaftliches Engagement für die Region Erzgebirge" mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens geehrt. Was war das für ein Gefühl?
Ich konnte es einfach nicht fassen! Unter all den hochrangigen Persönlichkeiten wie Ärzte, Forscher und Professoren durfte ich diese hohe Auszeichnung entgegennehmen. Zugleich waren diese Würdigung und der damit verbundene Bekanntheitsgrad Ansporn für mich, schwerstbehinderten Kindern und deren Familien in verzweifelten Situationen zu helfen. Seit 2004 bin ich Kuratoriumsmitglied im "Elternverein krebskranker Kinder" in Chemnitz. Dort gibt es viel zu tun.

Gibt es einen erzgebirgischen Künstler oder ein erzgebirgisches Musikstück, das Sie besonders gern mögen?
Auf jeden Fall Anton Günther! Er war der Vorreiter in Sachen erzgebirgischer Volksmusik. In seiner bescheidenen Art hat er den Erzgebirgern mit seinem Liedgut zum damaligen Zeitpunkt viel Mut gemacht. Noch heute ist eines seiner schönsten Lieder "Bild dir nischt ei" - und für mich ganz besonders sinnvoll!

Bratwurst, Linsen, Kartoffelkloß, Rotkohl, Gänsebraten, Selleriesalat, Rote Beete, Bratapfel und Semmelmilch mit Nüssen gehören zum Neinerlaa in der Erzgebirgsregion
So kann es aussehen, das erzgebirgische "Neinerlaa". Bildrechte: dpa

Was bei einer echten erzgebirgischen Weihnacht nicht fehlen darf, ist das legendäre "Neinerlaa". Was gehört bei Ihnen dazu?

  • Linsen - sie stehen für kleines Geld
  • Bratwurst - für Kraft und Stärke
  • grüne Klöße - für großes Geld
  • Rot- und Sauerkraut - für Gesundheit und gutes Gedeihen
  • Heringssalat - der Fisch liebt den Frühling ...
  • Gans oder Pute - sie verkörpern das Wachstum
  • Rote Beete - für gutes Blut und Fruchtbarkeit
  • Selleriesalat - Stärke der Manneskraft
  • Brot & Salz - die Schärfe des Salzes soll böse Geister vertreiben
  • Preisel- oder Himbeerkompott - steht für Glück, hält Krankheit fern

Ansonsten dürfen das Heilig-Obnd-Licht und ein zusätzliches Gedeck nicht fehlen, es könnte ja schließlich ein unangekündigter Gast anklopfen!

Welche erzgebirgischen Weihnachtsbräuche und -traditionen sollte man außerdem nicht verpassen?
Mann muss unbedingt die traditionellen Bergmannsaufzüge erleben sowie eine der vielen Ausstellungen der Schnitz- und Klöppelkunst besuchen.

Wie und womit schmücken Sie Ihr eigenes Zuhause fürs Fest?
Ganz traditionell: mit Schwibbögen, Weihnachtspyramide, Krippe und Weihnachtsbaum sowie diversen Nussknackern, Räuchermännel usw.

Wir hoffen, dass Sie noch viele Jahre die Heiligabend-Sendung "So klingt's bei uns im Arzgebirg" im MDR FERNSEHEN moderieren werden. In sachen Live-Shows haben Sie ja zunächst eine Pause eingelegt ...
Die Sendung "So klingt's bei uns im Arzgebirg" soll unbedingt weitergehen, darüber freue ich mich sehr! Ansonsten brauche ich mal eine kleine Auszeit, möchte im Moment ein wenig kürzer treten. Ganz aufhören - da würde mir etwas fehlen!

Ihr größter Wunsch für 2018?
Ich wünsche mir und der Familie vor allem gesundheit und Gottes Segen, denn er lenkt und leitet alles. Wie es kommt, so soll es sein!

(Das Interview wurde im Dezember 2017 geführt)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | So klingt's bei uns im Arzgebirg | 24. Dezember 2017 | 16:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Dezember 2018, 13:34 Uhr