"Er wird extrem fehlen" So nehmen die Schlager-Stars Abschied von Jürgen Drews

Jürgen Drews verabschiedet sich endgültig von der Bühne. Kurz vor seinem Karriereende haben wir nochmal bei den Schlagerstars nachgefragt, was sie vermissen werden, wenn der "König von Mallorca" im Schlager-Ruhestand ist.

Portrait: Jürgen Drews mit Mikrophon auf der Bühne
Jürgen Drews hat eine beispiellose Karriere hinter sich. Bildrechte: dpa

Man muss in seiner Karriere schon sehr viel richtig gemacht haben, wenn Kolleg*Innen und Weggefährten so auf den eigenen Abschied reagieren. Wirklich alle Stars, mit denen wir gesprochen haben, egal ob jünger oder älter, konnten nur Gutes über den 77-Jährigen sagen und wurden wegen seines nahenden Abschiedes fast schon wehmütig und sentimental. Denn Jürgen "war immer da", wie es beispielsweise Lucas Cordalis formulierte. Der Sänger und Sohn von Schlagerlegende Costa Cordalis hat einen großen Teil seines Lebens auf Mallorca verbracht und ist Jürgen Drews auch deshalb emotional verbunden.

Ich glaube Jürgen Drews hat mich begleitet solange ich lebe. Der war ja immer da. Und dass er jetzt sagt, er hört auf… Ich verstehe seine Motive, aber er wird natürlich extrem fehlen. […] Er ist so ein Unikat und auch nicht zu ersetzen. Er wird immer der König bleiben.

Lucas Cordalis

Wenn es nach Jürgen Drews selbst ginge, könnte jedoch ein ganz bestimmter Künstler sein Nachfolger als "König von Mallorca" werden: Mickie Krause. Dieser wird jedoch ganz nachdenklich, wenn er an den nahenden Drews--Abschied denkt. Er wäre heute nicht da wo er jetzt ist, wenn er Jürgen nicht kenengelernt hätte, sagt er. "Er war wirklich für mich Vorbild, er war Ratgeber, Inspiration und mittlerweile ist er sogar ein Freund. [...] Man kann unheimlich viel von ihm lernen. Ich habe sehr, sehr viel gelernt."

Jürgen Drews und Ross Antony in der TV Show Die besten im Sommer in der Sachsenarena.
Jürgen und Ross bei einem Auftritt 2015 Bildrechte: dpa

Ein anderer Künstler, der viel von Jürgen Drews gelernt hat, ist Ross Antony. Schon bei seinem ersten Auftritt habe der stets gut gelaunte Sänger Unterstützung von "Onkel Jürgen" erfahren: "Ich bin 97 nach Deutschland gekommen und der erste Schlager-Auftritt, bei dem ich dabei war, da war auch Jürgen dabei. Wir haben ein wunderschönes Gespräch miteinander gehabt", erzählt der 48-Jährige. Und weiter: "Er hat mich wahnsinnig unterstützt und hat mir damals bei meinem ersten Auftritt schon Tipps gegeben und mir den Weg gezeigt." Auch an Jürgen Drews' Persönlichkeit habe er sich orientiert:

Er sieht das Leben ein bisschen anders. Er ist ein sehr fröhlicher und glücklicher Mensch und das spürt man, wenn man in seiner Nähe ist. Und das ist es, was ich ein bisschen von ihm übernommen habe.

Ross Antony

Seit mehr als einem halben Jahrhundert steht Jürgen Drews schon auf den Bühnen und begeistert das Publikum. Sein Kollege Thomas Anders nennt ihn deshalb völlig zu Recht ein "deutsches Schlager-Urgestein". Eine Welt ohne ihn könne man sich gar nicht vorstellen. Bei aller musikalischer Größe hebt der ehemalige Modern Talking-Sänger aber auch die Persönlichkeit von Jürgen Drews hervor: "Von seinen Anfängen bei den Les Humphries Singers bis zu seiner Solo-Karriere mit allen Höhen und Tiefen, die jeder von uns hatte, war und ist er jemand, der wahnsinnig liebevoll mit seinen Kollegen umgeht. Ich habe Jürgen noch nie schlecht über einen Kollegen reden hören."

Sänger Thomas Anders und Jürgen Drews während der ARD Fernsehshow SCHLAGERBOOM 2018 - Alles Funkelt! Alles Glitzert! am 20.10.2018 in der Westfalenhalle Dortmund.
Kenn sich seit vielen Jahren: Thomas Anders und Jürgen Drews. Bildrechte: imago/STAR-MEDIA

Weitere Stimmen zum Abschied

Beatrice Egli:

"Jürgen Drews ist ein Gesamtkunstwerk, weil er mit seiner Musik begeistert aber auch mit seinem Wesen und ich finde einfach, er ist ein richtiger Typ und Charakter in der Show- und vor allem der Schlagerbranche. Der wird richtig fehlen, backstage, on stage, überall."

Roland Kaiser:

Jürgen Drews und Ramona Drews bei der Aufzeichnung der TV Show Zum allerletzten Mal
Nimmt Abschied von der Bühne: Jürgen Drews mit seiner Frau Ramona. Bildrechte: IMAGO / Future Image

"Ich kenne ihn seit fast 45 Jahren [...] und es ist immer schade, wenn ein solcher Mensch dann nicht mehr in dem Genre ist, wenn man ihn nicht mehr sehen kann, aber wir leben zum Glück nicht weit auseinander. Wir können uns privat sehen, wenn wir möchten."

Kerstin Ott:

"Er wird, glaube ich, sehr vielen Menschen fehlen aufgrund seiner taffen Art auf der Bühne. Ich habe immer gesagt: 'Der wird niemals in Rente gehen.' Dass es jetzt soweit ist, ist schade, aber ich gönne es ihm auch von Herzen."

Andreas Gabalier:

"Es hat natürlich alles im Leben seine Zeit und es ist ein großes Geschenk, wenn man so viele Jahrzehnte überhaupt auf der Bühne stehen darf und in dieser Zeit auch die Freude an der Musik nie verliert. Diesen Eindruck habe ich bei ihm immer gehabt."

Nicole:

"Ich werde am meisten vermissen, dass er immer überzieht, wenn er auf der Bühne steht. [lacht] Also wenn Jürgen vor mir an der Reihe war, konnte ich mich getrost umdrehen und sagen: ‚Ruft mich in einer halben Stunde wieder.‘ Das werde ich vermissen und diese eine Drehung. Aber auch seine Herzlichkeit, seine Freundlichkeit und seine Kollegialität."

Stefan Mross:

"Seine Aura, seinen Witz, seine Lieder werden wir vermissen. Bei uns war es schon sehr emotional beim Abschied bei "Immer wieder sonntags". Da gab es Tränen. Er ist einfach ein herzensguter Mensch und er ist immer gut drauf und hat einen richtigen Spruch und sowas gefällt mir."

Dieses Thema im Programm: Das Erste | Der große Schlagerabschied | 14. Januar 2023 | 20:15 Uhr