Musik als Zeichen der Verbundenheit Schlagerstars gegen Fremdenhass und Gewalt

Schlager hört man zum Abschalten, zur Entspannung, zum Feiern! Doch anlässlich der jüngsten Vorkommnisse im sächsischen Chemnitz haben sich jetzt auch Stars der Schlager- und Volksmusikszene gegen Ausländerfeindlichkeit, Fremdenhass und Gewalt positioniert.

Die Sängerin Helene Fischer steht am 12.09.2017 zum Start ihrer Deutschland-Tournee in der Tui Arena in Hannover (Niedersachsen) auf der Bühne.
Helene Fischer zum Auftakt ihrer großen Deutschland-Tournee Bildrechte: dpa

Abschalten, feiern - und die Probleme des Alltags vergessen: All das können Fans des deutschsprachigen Schlagers bei den Konzerten ihrer Idole. Politische Themen kommen eher selten vor. Nachdem in der vergangenen Woche zunächst Musiker der Hip-Hop- und Punk-Szene, dann das Chemnitzer Theater mit Gratiskonzerten und dem Hashtag #wirsindmehr ein Zeichen gegen rechte Gewalt, Hass und Fremdenfeindlichkeit gesetzt haben, melden sich jetzt auch Stars der Schlager- und Volkmusikszene zu Wort. Den Anfang hat in der vergangenen Woche Helene Fischer gemacht, indem sie ihre Fans bei einem Konzert in Berlin dazu aufforderte, ihre "Musik als Zeichen der Verbundenheit" zu sehen, denn "immer ist es Liebe, die gewinnt".

Stefanie Hertel, aufgenommen bei der Aufzeichnung der MDR Show "Meine Schlagerwelt-Die Party mit Ross Antony" im Eventpalast Leipzig am 30.01.2018.
Schlagerstar Stefanie Hertel Bildrechte: MDR/Tom Schulze

Dem Vorbild der "Schlagerkönigin" folgend, haben sich jetzt auch andere Stars der Szene anlässlich der Vorkommnisse im sächsischen Chemnitz geäußert. "Wir müssen aufhören vor allem, was fremd und anders ist, Angst zu haben", sagte Stefanie Hertel gegenüber der Berliner "taz". Jeder rechtsextreme Aufmarsch sei in ihren Augen einer zu viel. Dieser Haltung würde sie auch gerne auf der Bühne Ausdruck verleihen, so die sozial engagierte Vogtländerin. Ein Wunsch den Mickie Krause und Bernhard Brink teilen: "Auch wir Schlager- und Stimmungssänger sollten Flagge zeigen gegen Ausländerfeindlichkeit und rechtsextreme Gewalt", so der 48-jährige Krause. "Ich persönlich würde mich freuen, wenn auch mal wir Schlagersänger von den Organisatoren von Konzerten wie #wirsindmehr gefragt würden", formuliert Bernhard Brink sein Anliegen.

Für den heutigen Montag (10.09.) ist ein weiteres Konzert in Chemnitz angekündigt. Dieses Mal sprechen sich die Bands "Die Zöllner", "Apfeltraum", das "Robert Gläser Trio" sowie die "Steinlandpiraten" gegen Fremdenfeindlichkeit und rechtsextreme Gewalt aus.

(Quelle: dpa)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Die Schlager des Monats | 05. Oktober 2018 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. September 2018, 15:37 Uhr