Coronavirus in Thüringen: Thüringer Firmen-Verbund produziert medizinische Schutzmasken

Ein neugegründeter Firmenverbund produziert in Thüringen medizinische und zivile Atemschutzmasken für den Coronaschutz. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben. Der Freistaat soll unabhängiger werden.

Vier weiße Mund-Nase-Schutzmasken mit bunten Bändern und teilweise mit Ventilen liegen auf einem Tisch.
Prototyp-Masken nach FFP1-Standard. Bildrechte: MDR/Franziska Heymann

Knapp 20 Thüringer Unternehmen entwickeln und produzieren derzeit Masken zum Schutz vor dem Coronavirus. Wie Arnulf Wulff von der Landesentwicklungsgesellschaft MDR THÜRINGEN sagte, sind darunter nicht nur medizinische Masken, sondern auch zivile Masken für den Alltag.

Die LEG hatte nach eigenen Angaben Mitte März rund 400 Thüringer Unternehmen aus den Bereichen Textilien, Kunststoff und Zuliefererbetriebe angefragt, ob sie Interesse an der Maskenproduktion hätten. Ziel sei, diese zusammenzubringen und eine Wertschöpfungskette zu bilden.

Eine Frau mit einer Mund-Nase-Schutzmaske präsentiert eine weiße Rolle Vlies.
Silke Ludwig präsentiert Einmalmasken zum Abreißen für den Alltag wie beispielsweise in Supermärkten. Bildrechte: MDR/Franziska Heymann

Thüringenweite Zusammenarbeit

Am Montag ist in Gera das erste Firmenkonsortium vorgestellt worden, das bereits einen zertifizierten Masken-Prototyp nach FFP1-Standard entwickelt hat. Mit dabei sind die Firmen Thorey Gera Textilveredelung, Hanns Glass aus Meuselwitz (Altenburger Land), die Sondershäuser 3D-Schilling GmbH (Kyffhäuserkreis), die ruhlamat GmbH aus Gerstungen (Wartburgkreis) sowie Suchy Textilmaschinenbau aus Korbußen (Landkreis Greiz). Sie alle stellen Komponenten her, um eine Schutzmaske nach medizinischem FFP-Standard von der Materialentwicklung bis zur Serienproduktion umzusetzen.

Ministerium sichert Hilfen zu

Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sicherte den Unternehmen unbürokratische Hilfe zu, um beispielsweise neue Geräte anzuschaffen. Das Land Thüringen will sich mit einer Maskenproduktion im Freistaat unabhängiger machen von Lieferungen aus dem Ausland. Die ersten Masken sollen laut Geschäftsführer Andreas Ludwig von Thorey Gera in etwa fünf Wochen produziert werden.

Sieben Männer mit Mund-Nase-Schutzmasken stehen nebeneinander und halten eine Rolle weißes Vlies.
Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee und die Vertreter der beteiligten Unternehmen verzichteten beim Fototermin auf Sicherheitsheitsabstand. Bildrechte: MDR/Franziska Heymann

Weitere Informationen zum Coronavirus in Thüringen:

Quelle: MDR THÜRINGEN/ls

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 27. April 2020 | 16:30 Uhr

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