MiteinanderStark 300.000 Erntehelfer fehlen - Ansturm auf Webplattform

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus dürfen Erntehelfer aus anderen Ländern nicht einreisen. Eine vom Bundeslandwirtschaftsministerium freigeschaltete Jobbörse soll helfen, Bauern und Helfer zusammenzubringen.

Erntehelfer pflücken Erdbeeren auf einem Feld
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Um die Corona-Pandemie einzudämmen, hat Deutschland die Einreise von Erntehelfern aus anderen Ländern verboten. Die Regelung gelte für die Einreise aus Drittstaaten, Großbritannien, aber auch für die EU-Länder Bulgarien, Rumänien, Polen und Österreich. Nun hoffen die Bauern auf Erntehelfer aus der Region. Tausende Erntehelfer werden benötigt. Besonders die anstehende Spargelernte ist in Gefahr. Doch auch viele Gemüsekulturen müssen in den kommenden Wochen gepflanzt werden.

Onlineplattform "Das Land hilft"
Bildrechte: daslandhilft.de

Der Bundesverband der Maschinenringe hat Anfang dieser Woche gemeinsam mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft die Online-Plattform daslandhilft.de gestartet. Landwirte können in wenigen Schritten ihre Erntehelfer-Stellenangebote online stellen. Hilfsbereite Bürger werden hier für Pflanz- und Erntearbeiten an Landwirte vermittelt. Studierende, Arbeitslose und Menschen in Kurzarbeit seien gefragt, um auf den Feldern auszuhelfen. Wichtig sind aber vor allem köperliche Fitness und Durchhaltevermögen.


Ansturm auf Vermittlungsplattform "Das Land hilft"

Nach Angaben von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat es auf die Jobbörse für Erntehelfer schon nach kurzer Zeit einen Ansturm gegeben. 16.000 Menschen hätten sich gemeldet, die in der Landwirtschaft aushelfen wollten. Insgesamt fehlen den Landwirten deutschlandweit aber bis zu 300.000 Arbeitskräfte. Weitere Vermittlungsplattformen sind www.saisonarbeit-in-deutschland.de und www.agrarjobbörse.de.

Wenn in der Landwirtschaft helfende Hände fehlen, dann geht uns das alle an: Denn verpasste Ernten kann man nicht nachholen, und was nicht in die Erde kommt, kann auch nicht geerntet werden. Wer in der Landwirtschaft helfen kann und will, sollte das deshalb tun und damit auch Geld verdienen können. (...) Gerade in Zeiten wie diesen müssen wir solidarisch zusammenstehen. Jeder kann einen Beitrag leisten.

Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft

Ackern wie zu DDR-Zeiten

Den ein oder anderen erinnert die Situation an DDR-Zeiten. Wenn damals die Ernte vom Feld musste, war jede helfende Hand gefragt. Diese wurden aus den verschiedensten Bevölkerungsgruppen rekrutiert. Studenten und Schüler mussten ran, aber auch Soldaten, Beamte oder Hausfrauen. Der Einsatz auf den Feldern wird vom Arbeiter- und Bauernstaat ausführlich propagiert und gepriesen. Verpflichtend sind die entsprechenden Aufrufe zwar meist nicht, aber doch ein "freiwilliges Muss", weil ohne gute Entschuldigung Nachteile drohen.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Kurznachrichten aus Sachsen-Anhalt | 26. März 2020 | 05:00 Uhr