Die Mitglieder der Kammersymphonie Leipzig in Festkleidung in einem Festsaal
Bildrechte: Kammersymphonie Leipzig

Bauhaus-Jubiläum: Kammersymphonie Leipzig spielt Toch in der Versöhnungskirche

Musik aus Barock und Moderne steht auf dem Programm, wenn die Kammersymphonie Leipzig beim MDR-Musiksommer gastiert. Zum 100-jährigen Bauhaus-Jubiläum spielt das aus Mitgliedern des MDR-Sinfonieorchesters bestehende Ensemble am Sonntag, 25. August 17 Uhr in der Gohliser Versöhnungskirche Werke von Bach und Ernst Toch. Die Kirche ist einer der wenigen bedeutenden Sakralbauten der klassischen Moderne. Das Programm erklingt zudem am 31. August 17 Uhr in der Kulturkirche Weißensee.

Die Mitglieder der Kammersymphonie Leipzig in Festkleidung in einem Festsaal
Bildrechte: Kammersymphonie Leipzig

Mit der Konzertreihe „bauhaus 19“ macht der MDR-Musiksommer in der Versöhnungskirche Leipzig Station. Bei diesem Programm der Kammersymphonie Leipzig stehen Werke von Johann Sebastian Bach im Mittelpunkt: Sowohl sein Doppelkonzert BWV 1043 für zwei Violinen als auch sein Drittes Brandenburgisches Konzert geben eine Kostprobe seiner überlegenen Kompositionskunst, entfachen ein virtuoses Feuerwerk und treiben die Möglichkeiten des Konzertierens auf die Spitze der damaligen Zeit.

Wie so viele Komponisten ließ sich auch der Österreicher Ernst Toch von Bach inspirieren, in diesem Fall zur Tanz-Suite op. 30. Nicht nur in der Wahl der Form lehnt sich Toch an das Vorbild an, sondern auch in der Konzeption immer neuer und farbenreicher Dialoge unter den beteiligen Instrumenten. Komponiert 1923, wenige Jahre nach Bauhaus-Gründung, findet der Überschwang, aber auch die Düsternis jener Jahre in Tochs Suite tönenden Ausdruck.

Eng verbunden mit der Bauhaus-Zeit ist auch die Versöhnungskirche im Leipziger Stadtteil Gohlis. „Funktional, schlicht, sachlich“: Selbst zu Beginn der 1930er Jahre sind das keine Stichworte, die sofort an einen Sakralbau denken lassen. Deshalb bewegte diese Kirche bereits während ihrer Bauzeit die Gemüter. Anlässlich des Bauhaus-Jubiläums in diesem Jahr stattet der MDR-Musiksommer der Stätte in seiner Konzertreihe „bauhaus19“ nun einen Besuch ab.

 

Die Kammersymphonie Leipzig mit der Geigerin Anne Luisa Kramb beim Konzert im Festsaal der Wartburg.
Die Kammersymphonie Leipzig beim MDR-Musiksommer 2018 auf der Wartburg Bildrechte: MDR/Stephan Flad

Die Kammersymphonie Leipzig wurde im Jahr 2007 von Mitgliedern des MDR-Sinfonieorchesters gegründet. Bis auf wenige Ausnahmen tritt das Ensemble ohne Dirigenten auf und wird im klassischen Sinne vom Konzertmeister als "Primus inter pares" geleitet. Aus diesem Verständnis des unmittelbaren gemeinsamen Musizierens entspringt die von Kritikern und Presse viel gelobte Musizierfreude. Neben dem Kernrepertoire der Wiener Klassik und Vorklassik steht das Kammerorchester für eine offene programmatische Ausrichtung.  Die stets differenzierte, stilsichere Herangehensweise an die jeweiligen Werke macht dabei für Musiker und Publikum gleichermaßen den Reiz der Konzerte aus. Regelmäßig arbeitet die Kammersymphonie Leipzig mit international renommierten Gästen zusammen, etwa Antje Weithaas, Carolin Widmann, Jan Bjøranger, Florian Donderer und Antoine Tamestit.

Noch bis zum 7. September lädt der MDR-Musiksommer zu reizvollen Konzerten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, darunter Kammermusik auf der Wartburg und große Vokalwerke und Sinfonik in beeindruckenden Kirchen. Zum Abschluss präsentieren MDR-Sinfonieorchester und MDR-Rundfunkchor im Congress Centrum Suhl geistliche Werke von Puccini und Verdi unter Leitung von Domingo Hindoyan. Am 8. September eröffnen die Ensembles mit gleichem Programm in Leipzig offiziell die MDR-Spielzeit 2019/20. Tickets sind erhältlich im MDR-Ticketcenter unter mdr-tickets.de.

Zuletzt aktualisiert: 21. August 2019, 15:06 Uhr