NSU-Anklage Gerichtssaal wird für Zschäpe-Prozess umgebaut

Die Justiz trifft für den im April beginnenden Prozess gegen die mutmaßliche Terroristin des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), Beate Zschäpe, erste Sicherheitsvorkehrungen. Der Präsident des Oberlandesgerichtes München, Karl Huber, sagte dem Nachrichtenmagazin "Focus", derzeit werde der Sitzungssaal umgebaut. Fenster würden zugemauert, dutzende Justizwachtmeister und bewaffnete Polizisten würden an den Verhandlungstagen vor Ort sein. Für den Eingang am Gerichtsgebäude seien scharfe Kontrollen geplant, die denen auf Flughäfen ähnelten. Das Gericht müsse sich auch darauf einstellen, dass wahrscheinlich Hunderte Journalisten dem Prozess beiwohnen wollen.

Mordanklage gegen Zschäpe

Fahndungsfoto der Polizei
Der Prozess gegen Beate Zschäpe soll im April in München beginnen. Bildrechte: Polizeidirektion Suedwestsachsen/dapd

Beate Zschäpe muss sich wegen Mordes und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verantworten. Die Bundesanwaltschaft wirft ihr Mittäterschaft an zehn Morden des NSU, an zwei versuchten Morden sowie an 15 bewaffneten Raubüberfällen vor. Hinzu kommt der Vorwurf der Brandstiftung in Zwickau und damit die Anklage wegen versuchten Mordes in drei Fällen.

Neben Zschäpe sollen weitere vier mutmaßliche Unterstützer des NSU angeklagt werden. Bevor es soweit ist, muss das Oberlandesgericht München aber noch über eine Klagezulassung entscheiden.

Unterdessen geht das Bundeskriminalamt davon aus, dass es noch weitere Anklagen geben könnte. BKA-Chef Jörg Ziercke sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", nach derzeitigem Stand könnten bis zu zwölf weiteren Personen als mutmaßliche Unterstützer vor Gericht stehen. Nach Angaben von Ziercke hat das BKA für den Prozess rund 7.000 Asservate sichergestellt. Das meiste stamme aus dem Wohnmobil und der Wohnung des Trios. Insgesamt seien etwa 1.000 NSU-Aktenordner für das Gericht erstellt worden.

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