Coronavirus Diese Rechte haben Sie bei abgesagten Veranstaltungen

Um eine Ausbreitung des Coronavirus zu vermeiden, hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn empfohlen, Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern abzusagen. Mehrere Bundesländer sind dem bereits gefolgt. Doch wie steht es um die Rechte der Verbraucher? Bekommen sie Geld für Eintrittskarten erstattet?

Roland Kaiser in der ZDF-Show Willkommen bei Carmen Nebel im Velodrom
Schlagerstar Roland Kaiser hat seine komplette Tour auf Mai verschoben. Bildrechte: imago images / Future Image

Ob eine Veranstaltung stattfindet oder abgesagt wird, entscheidet grundsätzlich das örtliche Gesundheitsamt. Bei Gefahr im Verzug können aber auch die Gesundheitsbehörden des Landes aktiv werden. Davon unabhängig kann natürlich jeder Veranstalter selbst entscheiden, eine Veranstaltung abzusagen.

Als Entscheidungshilfe hat das Robert-Koch-Institut eine Liste herausgegeben. Orientierung sollen Fragen geben wie: Wie viele Teilnehmer werden erwartet? Wie nahe kommen sich die Besucher? Oder: Wie ist die Belüftungssituation?

Was passiert mit bereits gekauften Tickets?

Wird eine Veranstaltung abgesagt, besteht grundsätzlich Anspruch auf Erstattung des Ticketpreises. Ob der Veranstalter den Ausfall zu verantworten hat oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Was zählt, ist der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zufolge, dass die Leistung nicht erfüllt wird.

In einem solchen Fall sollte man sich deshalb beim Veranstalter oder der Vorverkaufsstelle informieren, wie die Rückabwicklung erfolgt. Ob auch die Kosten für den Ticketversand oder Servicegebühren zurückerstattet werden, steht auf einem anderen Blatt. Hier kommt es darauf an, was im Kleingedruckten steht.

Angst ist kein Erstattungsgrund

Sollte eine Veranstaltung jedoch stattfinden und man will sein Ticket aus Angst vor einer Ansteckung zurückgeben, besteht kein Anspruch auf Erstattung. Angst vor einem Virus ist kein Grund, von einem bestehenden Vertrag zurückzutreten. In einem solchen Fall kann man nur auf Kulanz des Veranstalters hoffen.

Gutschein muss nicht akzeptiert werden

Wird eine Veranstaltung abgesagt, muss sich der Besucher nicht mit einem Gutschein "abspeisen" lassen. Auch bei der Verschiebung eines Veranstaltungstermins ist gesetzlich vorgeschrieben, dass das Geld zurückgezahlt werden muss, wenn man den neuen Termin nicht wahrnehmen kann oder will.

Dauerkarten werden anteilig erstattet

Für Dauerkarten gelten im Prinzip die gleichen Grundsätze wie für Einzeltickets. Auch hier besteht ein Anspruch auf Erstattung – für den Teil, mit dem die Einzelveranstaltung abgegolten wird. Entsprechend der Anzahl der abgesagten Veranstaltungen muss der Gesamtwert der Dauerkarte anteilig herabgesetzt werden. Fällt beispielsweise die Hälfte aller Heimspiele eines Fußballvereins aus, hat man Anspruch auf die Hälfte des Dauerkarten-Preises. Dasselbe gilt auch für Inhaber von Theater- und anderer Abonnements.

Kann man gebuchte Hotelzimmer kostenlos stornieren?

Hier kommt es darauf an, ob man das Hotel zusammen mit dem Veranstaltungsticket gekauft, also eine Pauschalreise gebucht hat. Fällt die Veranstaltung in diesem Fall aus, kann man von der gesamten Reise kostenlos zurücktreten. Bei getrennten Buchungen dagegen wäre eine Übernachtung im Hotel ja grundsätzlich noch möglich. Das heißt, das Hotel ist nicht in der Pflicht, eine Stornierung kostenfrei zuzulassen. Wer eine Reiserücktrittsversicherung hat, sollte prüfen, ob sie in einem solchen Fall greift.

Kulanzregelungen bei der Deutschen Bahn

Für Zugreisende gibt es derzeit eine Kulanzregelung. Die Deutsche Bahn hat ankündigt, Tickets zurückzunehmen, sollte sich das Reiseziel in einem Quarantänegebiet befinden, oder Tickets bei Reisen, bei denen der eigentliche Anlass aufgrund des Coronavirus entfällt. Hierzu zählen abgesagte Veranstaltungen – wie Messen, Konzerte oder Fußballspiele.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 10. März 2020 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. März 2020, 16:20 Uhr