Gesundheit und Soziales Mitteldeutschland: Deutlich mehr Pflege- und Gesundheitspersonal meldet sich arbeitssuchend

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen suchen aktuell deutlich mehr Berufstätige aus den Bereichen Gesundheit und Soziales Arbeit. Das ergaben Anfragen bei den Arbeitsagenturen. Ob die Entwicklung mit der "einrichtungsbezogenen Impfpflicht" ab 16. März zusammenhängt, ist aber unklar.

Ärzte und Pfleger untersuchen einen Patienten auf der Covid-19-Intensivstation im SRH Waldklinikum.
Ärzte und Pfleger untersuchen einen Patienten auf einer Covid-19-Intensivstation. Bildrechte: dpa

Die Arbeitsagenturen (AA) in Mitteldeutschland registrieren einen signifikanten Anstieg von Arbeitssuchenden aus den Bereichen Gesundheit und Soziales. Sowohl die Regionaldirektion Sachsen als auch die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen teilten auf MDR-Anfrage mit, dass die Zahlen im Vergleich zum Vergleichszeitraum vor der Pandemie deutlich nach oben gegangen sind.

Arbeitssuchende aus dem Bereich Gesundheit und Soziales in Sachsen:

  • Dezember 2019/Januar 2020: ca. 1.700 Arbeitssuchende, darunter ca. 550 Pflegekräfte
  • Dezember 2020/Januar 2021: ca. 1.900 Arbeitssuchende, darunter ca. 600 Pflegekräfte
  • Dezember 2021/Januar 2022: ca. 5.000 Arbeitssuchende, darunter ca. 2.500 Pflegekräfte

Arbeitssuchende aus dem Bereich Gesundheit und Soziales in Sachsen-Anhalt:

  • Dezember 2019/Januar 2020: ca. 1.100 Arbeitssuchende, darunter ca. 360 Pflegekräfte
  • Dezember 2020/Januar 2021: ca. 1.100 Arbeitssuchende, darunter ca. 430 Pflegekräfte
  • Dezember 2021/Januar 2022: ca. 2.000 Arbeitssuchende, darunter ca. 900 Pflegekräfte

Arbeitssuchende aus dem Bereich Gesundheit und Soziales in Thüringen:

  • Dezember 2019/Januar 2020: ca. 1000 Arbeitssuchende, darunter ca. 320 Pflegekräfte
  • Dezember 2020/Januar 2021: ca. 1.100 Arbeitssuchende, darunter ca. 350 Pflegekräfte
  • Dezember 2021/Januar 2022: ca. 2.800 Arbeitssuchende, darunter ca. 1.300 Pflegekräfte

Nur Spekulationen über die Impfpflicht

Dass die "einrichtungsbezogene Impfpflicht" ab 16. März dabei eine Rolle spielt, kann vermutet werden. Von den Arbeitsagenturen wird das aber nicht bestätigt. Die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen verweist darauf, dass keine Informationen vorlägen, "aus welchen Gründen eine Arbeitsuchendmeldung erfolgt". Über einen Zusammenhang mit der "einrichtungsbezogenen Impfpflicht" könne daher nur spekuliert werden, er liege aber zumindest nahe.

Auch andere Gründe spielen eine Rolle

Die Regionaldirektion Sachsen teilte dem MDR vier Gründe mit, die von Arbeitssuchenden aus dem Bereich Gesundheit und Soziales in den Gesprächen bei der AA genannt wurden:

  • Sie möchten sich nicht weiter dem Risiko einer Infektion aussetzen.
  • Im zweiten Pandemie-Winter haben sie die Grenze ihrer Belastbarkeit erreicht.
  • Wegen familienspezifischer oder anderer beruflicher Gründe suchen sie eine Neuorientierung oder wünschen sich einen Wechsel des Arbeitgebers.
  • Sie wollen sich nicht impfen lassen.

"Arbeitssuchend" ist nicht "arbeitslos"

Die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen vermutet ähnliche Gründe. Beide Regionaldirektionen weisen aber darauf hin, dass es nicht absehbar ist, ob die Arbeitssuchenden letztlich wirklich in der Arbeitslosigkeit landen. Das abzuschätzen sei sehr schwierig.

MDR (Gero Hirschelmann)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | 10. Februar 2022 | 16:30 Uhr

73 Kommentare

Eulenspiegel vor 33 Wochen

Ja Emmi
Nichts genaues wissen sie nicht. Spekulationen gab es in den letzten Jahren genug. Wenn die Atomkraftwerke abgeschaltet werde bricht unsrer Stromnetz zusammen. Wenn der Mindestlohn kommt dann gibt es Millionen von Arbeitslosen. Ihre Äußerungen passen sehr gut in diesen interessengesteuerten Spekulationen.

Wessi vor 33 Wochen

Mal wieder Quatsch @ ...aus dem schoenen.. (WAS bedeutet "Germinator"-"Zwangseindeutscher"?).Die Impfpflicht für die Berufsgruppen ist Gesetz, Bundesgesetz und das muß durchgesetzt werden.Da mögen ein paar regionale Gestalten auch (auf einmal...) noch so sehr zetern, weils den Wahlkampf stört.Es ist eine ganz kleine Anzahl von Pflegekräften die so egoistisch sind, sich nicht impfen zu lassen+damit sich eigentlich für ihren Beruf disqualifizieren.

ElBuffo vor 33 Wochen

Ja, und Landtagsabgeordneter, Bürgermeister, Sparkassenvorstände und Geschäftsführer kommunaler Betriebe ebenso. Da wird es überall Flachpfeiffen geben, genauso wie es Krankenschwester gibt, die 5msl im Jahr Kasse machen. Bei mir hier in der tiefsten Provinz verdienen die Pflegekräfte weniger, weil sie nur 35h gehen, damit niemand rausgeschmissen wird, der überzählig ist. Gleichzeitig bringen es die angestellten Physiotherapeuten auf 4 Patientenkontakte am Tag. Da kommt der selbstständige PT nicht aus dem Staunen raus, obwohl er am Monatsende doppelt soviel auf dem Konto hat.

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