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Ärzte und Pfleger untersuchen einen Patienten auf einer Covid-19-Intensivstation. Bildrechte: dpa

Gesundheit und SozialesMitteldeutschland: Deutlich mehr Pflege- und Gesundheitspersonal meldet sich arbeitssuchend

von MDR

Stand: 10. Februar 2022, 18:02 Uhr

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen suchen aktuell deutlich mehr Berufstätige aus den Bereichen Gesundheit und Soziales Arbeit. Das ergaben Anfragen bei den Arbeitsagenturen. Ob die Entwicklung mit der "einrichtungsbezogenen Impfpflicht" ab 16. März zusammenhängt, ist aber unklar.

Die Arbeitsagenturen (AA) in Mitteldeutschland registrieren einen signifikanten Anstieg von Arbeitssuchenden aus den Bereichen Gesundheit und Soziales. Sowohl die Regionaldirektion Sachsen als auch die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen teilten auf MDR-Anfrage mit, dass die Zahlen im Vergleich zum Vergleichszeitraum vor der Pandemie deutlich nach oben gegangen sind.

Arbeitssuchende aus dem Bereich Gesundheit und Soziales in Sachsen:

  • Dezember 2019/Januar 2020: ca. 1.700 Arbeitssuchende, darunter ca. 550 Pflegekräfte
  • Dezember 2020/Januar 2021: ca. 1.900 Arbeitssuchende, darunter ca. 600 Pflegekräfte
  • Dezember 2021/Januar 2022: ca. 5.000 Arbeitssuchende, darunter ca. 2.500 Pflegekräfte

Arbeitssuchende aus dem Bereich Gesundheit und Soziales in Sachsen-Anhalt:

  • Dezember 2019/Januar 2020: ca. 1.100 Arbeitssuchende, darunter ca. 360 Pflegekräfte
  • Dezember 2020/Januar 2021: ca. 1.100 Arbeitssuchende, darunter ca. 430 Pflegekräfte
  • Dezember 2021/Januar 2022: ca. 2.000 Arbeitssuchende, darunter ca. 900 Pflegekräfte

Arbeitssuchende aus dem Bereich Gesundheit und Soziales in Thüringen:

  • Dezember 2019/Januar 2020: ca. 1000 Arbeitssuchende, darunter ca. 320 Pflegekräfte
  • Dezember 2020/Januar 2021: ca. 1.100 Arbeitssuchende, darunter ca. 350 Pflegekräfte
  • Dezember 2021/Januar 2022: ca. 2.800 Arbeitssuchende, darunter ca. 1.300 Pflegekräfte

Nur Spekulationen über die Impfpflicht

Dass die "einrichtungsbezogene Impfpflicht" ab 16. März dabei eine Rolle spielt, kann vermutet werden. Von den Arbeitsagenturen wird das aber nicht bestätigt. Die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen verweist darauf, dass keine Informationen vorlägen, "aus welchen Gründen eine Arbeitsuchendmeldung erfolgt". Über einen Zusammenhang mit der "einrichtungsbezogenen Impfpflicht" könne daher nur spekuliert werden, er liege aber zumindest nahe.

Auch andere Gründe spielen eine Rolle

Die Regionaldirektion Sachsen teilte dem MDR vier Gründe mit, die von Arbeitssuchenden aus dem Bereich Gesundheit und Soziales in den Gesprächen bei der AA genannt wurden:

  • Sie möchten sich nicht weiter dem Risiko einer Infektion aussetzen.
  • Im zweiten Pandemie-Winter haben sie die Grenze ihrer Belastbarkeit erreicht.
  • Wegen familienspezifischer oder anderer beruflicher Gründe suchen sie eine Neuorientierung oder wünschen sich einen Wechsel des Arbeitgebers.
  • Sie wollen sich nicht impfen lassen.

"Arbeitssuchend" ist nicht "arbeitslos"

Die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen vermutet ähnliche Gründe. Beide Regionaldirektionen weisen aber darauf hin, dass es nicht absehbar ist, ob die Arbeitssuchenden letztlich wirklich in der Arbeitslosigkeit landen. Das abzuschätzen sei sehr schwierig.

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MDR (Gero Hirschelmann)

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN | 10. Februar 2022 | 16:30 Uhr

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