Datenanalyse zur Coronavirus-Pandemie Corona-Fallzahlen sinken weiter: Niveau des vergangenen Sommers fast erreicht

Manuel Mohr
Bildrechte: MDR/Manuel Mohr

In welchen Regionen bereits nahezu vergleichbare Inzidenz-Werte wie im Sommer 2020 erreicht sind und wie der Impffortschritt in der Bevölkerung mittlerweile gekommen ist, das und mehr im aktuellen Corona-Daten-Update.

Eine Person streckt den erhobenen Daumen in die Kamera, die Person im Hintergrund trägt einen Mund-Nasen-Schutz und ist nur unscharf zu erkennen. Im Vordergrund steht der Schriftzug "Corona-Daten-Update".
Die Corona-Fallzahlen sinken weiter, die Lage entspannt sich vielerorts immer mehr. Bildrechte: MDR/Unsplash/engin akyurt

Die aktuelle Lage

Guten Abend zur aktuellen Ausgabe des Corona-Daten-Updates. Der erfreuliche Rückgang der Infektionszahlen mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 setzt sich weiter fort. Deutschlandweit sank die 7-Tage-Inzidenz auf 18,6. Dieser Wert gibt an, wie viele nachgewiesene Corona-Fälle es in einem bestimmten Gebiet – etwa in einem Landkreis oder in einem Bundesland – in den jeweils vergangenen sieben Tagen gab. Die errechnete Summe der neuen Fälle wird auf 100.000 Einwohner umgerechnet:

Vor einer Woche lag die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland bei 29,7, vor einem Monat hingegen noch bei 115,4. Auch in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen sanken die Werte in den vergangenen Wochen rapide. In einigen Regionen sind die Werte schon annähernd oder sogar vollständig auf Werte aus dem Sommer 2020 gesunken. Damals kam das Infektionsgeschehen phasenweise nahezu vollständig zum Erliegen, die Inzidenzen lagen vielerorts zwischen 0 und 3.

Am Freitag konnte beispielsweise der ehemalige Corona-Hotspot Landkreis Tirschenreuth in Bayern eine Inzidenz von 0,0 aufweisen. Insgesamt 49 Landkreise und kreisfreie Städte haben momentan einen Inzidenzwert unter 5. Dazu gehören auch die Stadt Magdeburg und der Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt, der Landkreis Greiz und der Saale-Holzland-Kreis in Thüringen sowie der Vogtlandkreis in Sachsen:

Impftempo steigt wieder an

Mittlerweile haben in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) fast die Hälfte aller Menschen (47,5 Prozent) mindestens eine Impfdosis erhalten, knapp ein Viertel (24,8 Prozent) der Bevölkerung ist bereits vollständig geimpft.

Nachdem das Impftempo zuletzt aufgrund von leichten Lieferengpässen beim Biontech-Impfstoff etwas nachgelassen hatte, ging die Zahl der täglichen Impfungen in den vergangenen Tagen wieder leicht nach oben. Allein am vergangenen Mittwoch wurden über 1,3 Millionen Impfdosen verabreicht – der zweithöchste Tageswert in Deutschland bislang.

Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen liegen bei den Erstimpfungen im Bundesländervergleich auf den hinteren Plätzen, beim vollem Impfschutz hingegen im Mittelfeld oder sogar auf den vorderen Plätzen:

Auf den Intensivstationen werden deutschlandweit noch rund 1.500 Menschen aufgrund einer Covid-19-Erkrankung intensivmedizinisch behandelt. Das ist deutlich weniger als zu Hochzeiten der zweiten Welle im Winter (5.700 Intensivfälle) und dritten Welle im Frühling (5.050), aber immer noch bedeutend mehr als im Sommer 2020, als der Wert lange Zeit stabil bei 200 bis 250 lag.

Mehr Informationen zur Corona-Situation in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Deutschland finden Sie hier:

Generelle Einschätzung der Daten

Es handelt sich sowohl regional als auch international um eine sehr dynamische Datenlage. Beinahe stündlich liefern einzelnen Kommunen, Landesbehörden oder internationale Stellen neue Zahlen. Dazu kommt ein teils erheblicher Meldeverzug, weshalb sich Angaben verschiedener Quellen unterscheiden können. Grundsätzlich stellt eine Daten-Übersicht wie diese deshalb immer nur eine Momentaufnahme dar.

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Zum Schluss empfehlen wir Ihnen noch unseren Newsletter zum Thema: In unserem Update zur Corona-Lage in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fassen wir für Sie zusammen, was am Tag wichtig war und was für Sie morgen wichtig wird – montags bis freitags um 20 Uhr per Mail in Ihr Postfach. Hier geht es zur Anmeldung.

Grafik: Der Corona-Daten-Update Newsletter
Bildrechte: MDR | Grafik Florian Leue/Martin Paul

MDR/Manuel Mohr

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 11. Juni 2021 | 19:00 Uhr

5 Kommentare

Ritter Runkel vor 5 Tagen

Entgegen der Ankündigung des RKI (siehe RKI-Pressemitteilung vom 09.04.2020) gibt es noch immer keine repräsentative Studie, die unter anderem die Dunkelziffer beleuchten würde.
Die bundesweite bevölkerungsrepräsentative seroepidemiologische Studie sollte nach Aussagen des RKI:
"Durch die Bestimmung von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 in einer bundesweit repräsentativen Stichprobe soll die tatsächliche Verbreitung, Immunität, der Anteil asymptomatische Infektionen, die tatsächliche Sterberate und Risikofaktoren für einen schweren Verlauf in der Bevölkerung in Deutschland besser abgeschätzt werden. Untersucht werden sollen 15.000 Personen ab 18 Jahre an 150 Studienorten, die Probanden werden zusätzlich u.a. zu klinischen Symptomen, Vorerkrankungen, Gesundheitsverhalten, Lebensumstände und psychischer Gesundheit befragt. Studienbeginn ist voraussichtlich Mitte Mai 2020, erste Ergebnisse werden im Juni 2020 erwartet."
Wo ist diese Studie?

MDR-Team vor 5 Tagen

Auch nach weit mehr als einem Jahr, erklären wir es Ihnen immer noch gern:
Die Gruppe der Coronaviren ist seit etwa 40 Jahren bekannt.
Der neuartige Coronavirus Sars CoV-2 wurde hingegen erst 2019 entdeckt. Es ist genau dieser der vielen, vielen Coronaviren, der Covid-19 auslöst.

Die MDR.de-Redaktion

Nie wieder Sklaverei vor 5 Tagen

"Der erfreuliche Rückgang der Infektionszahlen mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 setzt sich weiter fort. "

Corona ist seit mindestens 30 bis 35 Jahren bekannt. Neuartig ist da gar nichts.

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