Datenanalyse zur Coronavirus-Pandemie Corona-Fallzahlen sinken vielerorts weiterhin deutlich

Manuel Mohr
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In Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen sinken die Corona-Fallzahlen in den meisten Regionen weiterhin spürbar. Eine Übersicht aller relevanten Kennzahlen und mehr im aktuellen Corona-Daten-Update.

Ein Mund-Nasen-Schutz liegt auf einem Maschendrahtzaun. Im Hintergrund geht die Sonne unter, das Licht bricht sich in der Kamera. Im Vordergrund steht der Schriftzug "Corona-Daten-Update".
Aufgrund sinkender Fallzahlen werden die Eindämmungsmaßnahmen in vielen Region nach und nach wieder gelockert. Bildrechte: MDR/Unsplash/Tim Mossholder

Die aktuelle Lage

Guten Abend zur aktuellen Ausgabe des Corona-Daten-Updates. Die rückläufige Entwicklung des Infektionsgeschehens setzt sich erfreulicherweise weiter fort. Erstmals seit 20. Oktober 2020 lag am vergangenen Mittwoch die deutschlandweite 7-Tage-Inzidenz wieder unter 50, am Freitag bereits knapp unter 40:

In Sachsen-Anhalt liegt der 7-Tage-Wert der Inzidenz mit 32,5 mittlerweile sogar wieder unterhalb des deutschlandweiten Durchschnittswerts. In Sachsen (42,7) und Thüringen (56,2) liegt er weiter darüber, aber dennoch bedeutend niedriger als noch vor wenigen Wochen.

Jede sechste Person mit vollständigem Impfschutz

Am vergangenen Donnerstag hatten Bund und Länder festgelegt, dass Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren in Deutschland vom 7. Juni an gegen Corona geimpft werden können. Die entsprechende Zulassung durch die EU-Arzneimittelbehörde EMA erfolgte am Freitagnachmittag. Nach Angaben der Tagesschau ist es allerdings nicht mehr vorgesehen, dass die Länder vom Bund zusätzliche Impfdosen für Kinder und Jugendliche erhalten sollen.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) werden momentan pro Tag rund 670.000 Corona-Schutzimpfungen verabreicht. 16,4 Prozent – also fast ein Sechstel der Bevölkerung – hat den vollständigen Impfschutz, rund 42 Prozent haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Regional gibt es nach wie vor kleinere Unterschiede bezüglich des Impffortschritts:

Recherchen des MDR-Magazins exakt hatten Mitte Mai aufgedeckt, dass Sachsen zu wenig Impfstoff geliefert bekommen hatte. Daraufhin setzte sich Sozialministerin Petra Köpping (SPD) mit Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Verbindung. Nun sollen in dieser Woche noch rund 40.000 Impfdosen von Biontech nachgeliefert bekommen. Der Freistaat erhält die Impfdosen als Ausgleich, weil die sächsischen Arztpraxen vom Großhandel mit weniger Impfstoff beliefert wurden, als ihnen jetzt schon zusteht.

Intensiv- und Sterbefälle ebenfalls rückläufig

Neben sinkenden Inzidenzen ist auch ein Rückgang der Anzahl an Menschen zu beobachten, die infolge einer Covid-19-Erkrankung intensivmedizinisch behandelt werden müssen. Lag der Wert Ende April noch bei über 5.100, so waren es am Freitag nur noch etwas mehr als 2.800:

Trotz der positiven Entwicklung wichtiger Corona-Kennzahlen gehört zur gegenwärtigen Lage auch, dass noch immer jeden Tag Menschen an oder mit einer Covid-19-Erkrankung sterben. Deutschlandweit wurden seit Beginn der Pandemie rund 88.100 solcher Sterbefälle registriert, aktuell kommen täglich etwa 150 weitere hinzu. Auch hier sind die Zahlen zwar rückläufig, liegen aber noch weit über den Werten des Vorjahres. Zwischenzeitlich kamen im Sommer 2020 deutschlandweit nur drei bis vier Sterbefälle pro Tag hinzu.

Weitere Lockerungen in Aussicht

Vielerorts sind angesichts der sinkenden Fallzahlen weitere Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen geplant oder teilweise schon umgesetzt. Die Bundesländer geben dabei mit jeweils eigenen Verordnungen die Richtung vor, gelockert wird aber auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte anhand des regionalen Infektionsgeschehens. In Sachsen-Anhalt beispielsweise haben sich Wirtschafts- und Sozialministerium darauf verständigt, die aktuelle Verordnung bei stabilen Inzidenzen unter 35 um weitere Öffnungsschritte zu ergänzen. Eine Übersicht zu allen Ländern können Sie hier nachlesen:

Mehr Informationen zur Corona-Situation in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Deutschland finden Sie hier:

Generelle Einschätzung der Daten

Es handelt sich sowohl regional als auch international um eine sehr dynamische Datenlage. Beinahe stündlich liefern einzelnen Kommunen, Landesbehörden oder internationale Stellen neue Zahlen. Dazu kommt ein teils erheblicher Meldeverzug, weshalb sich Angaben verschiedener Quellen unterscheiden können. Grundsätzlich stellt eine Daten-Übersicht wie diese deshalb immer nur eine Momentaufnahme dar.

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MDR, Manuel Mohr

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 28. Mai 2021 | 19:00 Uhr

3 Kommentare

Aufgedeckt vor 35 Wochen

"In NRW hat man bei einer Stichprobe eines Testzentrums an einem Tag 80 Testpersonen durch unabhängige, vertrauenswürdige Zähler erfasst.
ABGERECHNET wurden durch den Betreiber des Testzentrums an diesem Tag über 900 Test."

Von Corona abgesehen, zahlt ja die Krankenkassen für jeden einzelnen Test.

Da kann sich jeder mal ausrechnen, warum es auf einmal so viele private Anbieter gibt, die schießen wie Pilze aus dem Boden.

Das hat sich Spahn wohl anders ausgerechnet.

kleinerfrontkaempfer vor 35 Wochen

Klasse Zahlen! Und das auch in Gesamtdoitschland.

Allerdings: Gerade die Meldung im ÖRR aufgeschnappt => In NRW hat man bei einer Stichprobe eines Testzentrums an einem Tag 80 Testpersonen durch unabhängige, vertrauenswürdige Zähler erfasst.
ABGERECHNET wurden durch den Betreiber des Testzentrums an diesem Tag über 900 Test.
Da kann sich jeder seinen Reim drauf machen.

ossi1231 vor 35 Wochen

Nur mit einem Faktor von rund 10 vergrößert?
War der Ort so klein, das da nicht Zehntausend Test abgerechnet werden konnten?

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