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Corona-Daten-Newsletter | Dienstag, 21. Dezember 2021Winterschlaf bis Mitte Januar

von Marcel Roth, MDR

Stand: 21. Dezember 2021, 20:11 Uhr

Im multimedialen Corona-Daten-Update: Die zwei Empfehlungen des Tages. Das RKI empfiehlt maximale Kontaktbeschränkungen und maximale Impf-Anstrengungen, die Stiko Boostern nach drei Monaten. Außerdem: eine Studie zur Wiederverwendung von FFP2-Masken.

Bildrechte: imago/momentphoto/Killig

Einen schönen guten Abend,

einfach hinlegen, schlafen und wieder aufwachen, wenn das Gröbste überstanden ist. Das wäre schön. Und damit ließe sich auch das erreichen, was das RKI heute eindringlich gefordert hat: sofortige massive Kontaktbeschränkungen bis Mitte Januar. Nur leider kriegen wir Menschen das mit der Hibernation nicht hin.

Was das RKI empfiehlt und wie die aktuelle Empfehlung der Stiko ist – darum soll es heute gehen.

Minimale Kontakte – maximales Impfen

Nach einem Tweet des Robert-Koch-Instituts verschickten die Nachrichtenagenturen heute Eilmeldungen.

Im Tweet hatte das RKI dieses Bild verschickt:

Die Stichpunkte im Bild beruhen auf einem neuen dreiseitigen Papier (PDF) des RKI.

Trotz Unsicherheiten geht das RKI davon aus, dass die Omikron-Variante im Januar die Mehrzahl der Infektionen ausmacht. Sollte die Ausbreitung nicht gebremst werden, rechnet das RKI mit einer Überlastung des Gesundheitssystems. Auch wenn gegenwärtig die Infektionszahlen rückläufig sind, "liegen die Hospitalisierungen und die Auslastung der Intensivstationen noch auf sehr hohem Niveau", schreibt das RKI.

Deshalb sagt das RKI:

  • Maximale Kontaktbeschränkungen
  • Maximale infektionspräventive Maßnahmen
  • Maximale Geschwindigkeit bei der Impfung
  • Reduktion von Reisen auf das unbedingt Notwendige

Das RKI schreibt auch, schon jetzt sollte ein an die Omikron-Variante angepasster Impfstoff beschafft werden.

Dass Omikron schon weiter verbreitet sein könnte als gedacht, befürchtet man gerade in München. Die neue Virus-Variante konnte dort im Abwasser nachgewiesen werden. Fünf von sechs Proben waren Omikron-positiv. Die Schlussfolgerung der Wissenschaftler: Die Virus-Variante kursiert bereits seit dem 6. Dezember in München.

Und jetzt? Panik? Katastrophe? Halb so wild?

Nennen Sie es, wie Sie wollen. Bleiben Sie auf jeden Fall gelassen. Und vorbereitet:

Mit dem Schlimmsten rechnen und auf das Beste hoffen.

Das ist kein Widerspruch und auch nicht unehrlich, finde ich.

Das grundsätzliche Problem beim Vorbeugen ist aber: Wenn das Drama ausbleibt, heißt es, es war gar nicht so wild, und die Zustimmung zum Vorbeugen nimmt ab.

Das Präventionsparadox wurde schon Anfang der 1980er-Jahre beschrieben.

Das Ganze kennen auch die Katastrophenschützer: Die haben schon lange vor Corona empfohlen, dass jeder Vorsorge betreibt. Und? Haben Sie einen Wasser- und Lebensmittel-Vorrat für zehn Tage zu Hause?

Der Innenminister von NRW hat heute zu einem Notvorrat für den Katastrophenfall geraten.

Ein Teil der Vorbeugung in einer Pandemie sind: Impfungen.

Die aktuellsten Impf-Empfehlungen der Stiko

Die Ständige Impfkommission hat heute ihre Impf-Empfehlung angepasst:

Ab sofort sollen Menschen über 18 bereits nach drei Monaten eine Booster-Impfung bekommen.

Die Empfehlung ist im Epidemiologischen Bulletin (PDF) enthalten. Dort steht auch, dass ältere und vorerkrankte Menschen diese Booster bevorzugt erhalten sollen. 

Für Menschen ab zwölf Jahren, die bereits eine Infektion durchgemacht haben, empfiehlt die Stiko eine einmalige Impfung nach drei Monaten. "Gleiches gilt für fünf- bis elfjährige Kinder mit Vorerkrankung nach durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion."

Auf einen Blick: Die aktuellen Zahlen

Dem Robert-Koch-Institut (RKI) sind heute bundesweit 23.428 neue bestätigte Corona-Infektionen gemeldet worden (Stand 8:45 Uhr).

Die bundesweite Inzidenz beträgt 306,4. Unsere drei Länder liegen über diesem Wert: In Thüringen beträgt die Inzidenz 776,2. In Sachsen 662,1. Und in Sachsen-Anhalt 650,5.

Es sind die höchsten Inzidenzen in ganz Deutschland. Alle anderen Länder außer Brandenburg haben Inzidenzen unter 500. Am niedrigsten ist der Wert in Schleswig-Holstein: 167,5.

Deutschlandweit haben sich bisher 58.444.931 Menschen vollständig impfen lassen. Die Impfquote ist damit über 70 Prozent (70,3), die Quote für die Auffrischungsimpfung auf über 30 Prozent (31,5) gestiegen.

Deutschlandweit sind 462 Menschen gestorben. 134 davon in Mitteldeutschland.

Im Folgenden nun die Zahlen von Behörden und Landkreisen, auf die sich die Länderministerien beziehen. Diese Werte können unter Umständen von denen des RKI abweichen, da sie meist etwas aktueller sind.

Sachsen

  • Aktive Fälle: 65.132 ↘ (-5.013 zum Vortag)
  • Hospitalisierungsrate*: 6,88 (-0,84)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 579 (-1), davon 308 beatmet (+3), 50 freie 
  • COVID-19-Intensivbetten
  • Impfquote: 59,7 Prozent (vollständig geimpft)
  • 12-17 Jahre: 32,0 Prozent
  • 18-59 Jahre: 61,4 Prozent
  • 60+ Jahre: 80,4 Prozent
  • Auffrischungsimpfung: 25,8 Prozent
  • Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19: 12.388 (+46)

Thüringen

  • Aktive Fälle: 43.235 ↘ (-2.699 zum Vortag)
  • Hospitalisierungsrate*: 14,62 (-3,87)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 231 (+6), davon 122 beatmet (-4), 27 freie 
  • COVID-19-Intensivbetten
  • Impfquote: 64,6 Prozent (vollständig geimpft)
  • 12-17 Jahre: 37,1 Prozent
  • 18-59 Jahre: 67,3 Prozent
  • 60+ Jahre: 83,7 Prozent
  • Auffrischungsimpfung: 28,4 Prozent
  • Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19: 5.713 (+53)

Sachsen-Anhalt

  • Aktive Fälle: 26.749 ↘ (-3.663 zum Vortag)
  • Hospitalisierungsrate*: 11,19 (+2,71)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 169 (-4), davon 104 beatmet (+3), 25 freie 
  • COVID-19-Intensivbetten
  • Impfquote: 67,0 Prozent (vollständig geimpft)
  • 2-17 Jahre: 34,5 Prozent
  • 18-59 Jahre: 70,0 Prozent
  • 60+ Jahre: 86,0 Prozent
  • Auffrischungsimpfung: 28,5 Prozent
  • Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19: 4.142 (+35)

* Die Hospitalisierungsrate beschreibt die 7-Tage-Inzidenz der hospitalisierten COVID-19-Fälle. Durch Übermittlungsverzug wird die Rate in gewissem Maß unterschätzt werden, schreibt das RKI. Auch Recherchen der "Zeit" und des "Spiegel" zeigen das. Ein deutschlandweit gültiger Grenzwert dafür, welche Maßnahmen eine bestimmte Hospitalisierungsrate nach sich ziehen, wurde nicht festgelegt. Die Bundesländer beziehen die Rate derzeit in komplexe Berechnungen ein (Sachsen und Thüringen) oder überlassen die Entscheidung über Maßnahmen den einzelnen Landkreisen (Sachsen-Anhalt). Warum die Hospitalisierungsrate in der jetzigen Form als neue Corona-Kennzahl untauglich ist, erklärt MDR-Datenjournalist Manuel Mohr in diesem Artikel.

(Quellen: Schätzung der aktiven Fälle: eigene Berechnung, LAV Sachsen-Anhalt, TMASGFF, Sozialministerium Sachsen | Hospitalisierungsrate: RKISozialministerium SachsenTMASGFF | IntensivpatientenDivi | Impfquote: RKI | Todesfälle: LAV Sachsen-Anhalt, TMASGFF, Sozialministerium Sachsen, RKI)

Alle Grafiken und weiteren Zahlen finden Sie hier in den Übersichten der Kolleginnen und Kollegen.

Um Masken haben sich heute die Kolleginnen und Kollegen von MDR WISSEN gekümmert.

Empfohlen und vorgesehen ist es nicht: eine FFP2-Maske stundenlang und mehrfach zu tragen. Die Hochschule München hat 15 verschiedene FFP2-Masken aus Supermärkten, Apotheken und Online-Shops untersucht. Dabei wurden die Masken im Simulator für zwölf Stunden der Beatmung ausgesetzt, dann für eine Stunde im Ofen bei 80 Grad getrocknet und noch einmal für zehn Stunden beatmet und dann getrocknet. Ergebnis: Bei acht der 15 Modelle ließ die Filterwirkung nach, war aber noch innerhalb der Vorgaben.

Welche Masken das genau waren und wo sie gekauft wurden, steht bei MDR WISSEN.

Wir lesen uns 2022 wieder

Auch wenn ich Sie nicht mit besseren Nachrichten verabschieden kann: Wir machen mit dem Corona-Newsletter Pause und flattern am 10. Januar wieder in Ihre E-Mail-Postfächer.

Das heißt natürlich nicht, dass wir im MDR nicht auch in den nächsten Tagen berichten, wie sich die Corona-Lage entwickelt.

Wir informieren Sie rund um die Uhr im Radio, auf unserer Internetseite, im Fernsehen und in unserer App.

Ich wünsche Ihnen Frohe Weihnachten, ein paar erholsame Tage und einen guten Start für 2022.

Alles wird gut.

Marcel Roth

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Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL | 21. Dezember 2021 | 06:05 Uhr

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