Corona-Daten-Newsletter | Dienstag, 8. Juni 2021 Wie es mit dem Impfen weitergeht

Julia Heundorf
Bildrechte: MDR/Kevin Poweska

Heute im multimedialen Corona-Daten-Update: Seit Montag ist die Impfpriorisierung aufgehoben. In Mitteldeutschland hat es nicht überall einen Ansturm auf Termine gegeben. Ärzte und Krankenkassen bleiben kritisch. Außerdem: Sachsen will die Maskenpflicht in Schulen aufheben.

Zahlreiche Menschen stehen vor dem Impfzentrum Sachsen in der Messe Dresden
Zahlreiche Menschen warten in Dresden auf ihre Impfung. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Guten Abend liebe Abonnentinnen und Abonnenten,

seit gestern gilt: Impfungen für alle – theoretisch. Wie das in Mitteldeutschland angelaufen ist, erfahren Sie heute von mir. Zunächst folgt aber der Blick auf die aktuellen Zahlen. 

Und: Ich teile mein Impfterminwissen mit Ihnen – in Sachsen sollen am Mittwoch, also morgen, um 8 Uhr und am Freitag um 18 Uhr neue Impftermine freigeschaltet werden. Falls Sie noch einen Termin brauchen und wünschen, drücke ich Ihnen die Daumen. 

Erste Eindrücke vom Montag ohne Impfpriorisierung in Thüringen können Sie im Radiobeitrag von Peter Sommer für MDR AKTUELL hören. 

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Auf einen Blick: Die aktuellen Zahlen

Aus ganz Deutschland sind gestern 1.204 neue Coronafälle an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet worden. Es ist noch nicht lange her, da lagen die Zahlen für einzelne Bundesländer auf diesem Niveau oder weit drüber.

Jetzt ist Nordrhein-Westfalen aktuell das Land mit den meisten neu gemeldeten Fällen (370), gefolgt von Baden-Württemberg (220) und Bayern (163). Bremen meldete null neue Fälle. In unseren drei Ländern wurden die meisten Fälle aus Thüringen gemeldet. Seit gestern wurden dort 51 Menschen positiv getestet, in Sachsen 26 und in Sachsen-Anhalt 10.

Die Inzidenzen sind laut RKI-Meldungen am höchsten in Baden-Württemberg und im Saarland mit je 28 Fällen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen. In Thüringen liegt der Wert bei 27.

Der bundesdurchschnittliche Inzidenzwert beträgt 23, womit Sachsen mit 22 und Sachsen-Anhalt mit 17 darunter liegen.

Hier nun die Zahlen aus unseren drei Bundesländern nach Angaben der Sozialministerien. (Die Werte weichen in der Regel von denen des RKI ab, da sie etwas aktueller sind. Außerdem ordnet das RKI nachgemeldete Zahlen dem tatsächlichen Erkrankungs- oder Meldedatum zu, auch wenn sie dadurch aus der Zeitspanne der sieben Tage herausfallen.)

Sachsen

  • Aktive Fälle: 3.532 ↗ (+121 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 153, davon 109 beatmet
  • Intensivbetten: 1.243 belegt, 224 frei, davon 84 Covid-spezifisch
  • Impfquote: 41,0 Prozent (Erstimpfung), 24,3 Prozent (Zweitimpfung)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 10.006 (+13)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 272.060 (+210)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 285.598 (+102)

Thüringen

  • Aktive Fälle: 2.068 ↘ (-220 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 54, davon 40 beatmet
  • Intensivbetten: 530 belegt, 117 frei, davon 53 Covid-spezifisch
  • Impfquote: 44,3 Prozent (Erstimpfung), 22,9 Prozent (Zweitimpfung)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 4.310 (+2)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 122.427 (+275)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 128.805 (+57)

Sachsen-Anhalt

  • Aktive Fälle: 858 ↘ (-37 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 29, davon 17 beatmet 
  • Intensivbetten: 670 belegt, 139 frei, davon 64 Covid-spezifisch
  • Impfquote: 44,5 Prozent (Erstimpfung), 21,6 Prozent (Zweitimpfung)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 3.383 (+6)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 94.727 (+119)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 98.916 (+52)

Alle Grafiken und weiteren Zahlen finden Sie hier in den Übersichten der Kolleginnen und Kollegen.

Impfen für alle – aber nicht sofort

Deutschlandweit wurde die Impfpriorisierung am 7. Juni aufgehoben – theoretisch. In Schleswig-Holstein zum Beispiel gilt das vorerst nur für Impfungen in Arztpraxen. Die Impfzentren im nördlichsten Bundesland halten vorerst weiter an der Priorisierung fest.

Sachsen
In Sachsen könnten täglich 20.000 Impfungen durchgeführt werden, sagt Kai Kranich vom Deutschen Roten Kreuz (DRK). Soviel Impfstoff werde aber nicht geliefert. Dennoch gibt es Impfangebote.

Im Mai hatte Sachsen Impfstoff für etwa 600.000 Impfungen an Impfzentren und für mobile Impfteams geliefert bekommen. Im Juni verringerte sich die Zahl auf 490.000.

Neue Termine sollen etwa am Mittwochmorgen um 8 Uhr und Freitagabend um 18 Uhr freigegeben werden. Weil die Nachfrage bei der Terminvergabe wegen der Aufhebung der Priorisierung höher ist, hat das DRK mit Hilfe vom Freistaat die Serverkapazitäten erhöht, sodass das Terminportal online nicht abstürzt. 

Kranich sagte dem MDR, dass Impfungen mit Astrazeneca zögerlicher gebucht würden.

Thüringen
In Thüringen sind am 1. Juni bereits 45.000 Termine für alle freigeschaltet worden. Das sagte Annette Rommel von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) dem MDR. Die seien innerhalb von 24 Stunden ausgebucht gewesen. Die KV spricht in Thüringen aber nicht von einem Ansturm. Am Montag sei die Zahl der Anrufe nicht deutlich höher gewesen. 

Hausarztpraxen in Thüringen bekommen laut Ärzteverband vergleichsweise wenig Impfstoff. Eine Praxis in Kranichfeld habe zum Beispiel 250 Impfdosen für eine ganze Woche bekommen. Der Arzt Ulrich Zitterbart sagte dem MDR, Biontech gehe in der Praxis gut weg, es bleibe nichts übrig. In den Praxen sei es aber schwierig, Impfungen zu planen, weil man zwei Wochen vorher noch nicht über die Lieferungen Bescheid wisse.

Die KV ruft dazu auf, Impftermine nicht einfach verfallen zu lassen. In Thüringen hatten zuletzt etwa neun Prozent der Impfwilligen ihren Termin nicht wahrgenommen. 

In Thüringen organisiert die IHK ab 15. Juni erstmals Impfaktionen.

Impfen 2 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL Mo 07.06.2021 19:00Uhr 02:06 min

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Video

Sachsen-Anhalt

Mit der aufgehobenen Impfpriorisierung hatte es in den Ländern Pläne für Impfaktionen bei Schülerinnen und Schülern gegeben. Dafür gab es vom Bund aber kein Sonderkontingent an Impfstoff. Zudem herrscht Unklarheit über die Impfung bei Kindern und Jugendlichen. Der Impfstoff von Biontech ist zwar für junge Menschen freigegeben, die Ständige Impfkommission in Deutschland (Stiko) gibt aber keine uneingeschränkte Empfehlung dafür ab. 

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung in Sachsen-Anhalt, Jörg Böhme, sprach von einem "schwierigen Spagat" für Hausärzte.* Klarer sei die Entscheidung, Kinder zu impfen, wenn die Personen Vorerkrankungen haben.

Er sagte außerdem: "Im Großen und Ganzen sind die Kollegen unzufrieden, [...] weil nicht genug Impfstoff zur Verfügung steht". Sollten die Lieferungen in gleicher Höhe kommen, würde es laut Hochrechnungen des Zentralinstituts der KV bis Herbst dauern, bis alle ein Impfangebot bekommen könnten.

* Anmerkung: Zum Zeitpunkt seines Statements hatte die Stiko noch keine Aussage zur Empfehlung gemacht. Erst am heutigen Nachmittag hat die Stiko mitgeteilt, dass sie keine uneingeschränkte Empfehlung für die Impfung bei Kindern gibt. Die bisherige Zurückhaltung der Kommission war von den Ärzten aber bereits als negatives Signal wahrgenommen worden.

Kekulés Corona-Kompass: Der Teufelskreis der Zahlen

Auch im aktuellen Corona-Kompass mit Alexander Kekulé geht es ums Impfen. Wo stünden wir im Kampf gegen Corona, wären alle Menschen bis Mitte Juli geimpft? Außerdem geht es um neue Zahlen zu Covid-19 bei Kindern und die weltweite Ungleichverteilung von Impfstoffen.

Was außerdem los war

Sachsen-Anhalt hat am Sonntag einen neuen Landtag gewählt. Die CDU hat mit 37 Prozent der Stimmen laut vorläufigem Ergebnis klar die Wahl gewonnen. Die AfD hat 20 Prozent der Stimmen bekommen, die Linke 11 Prozent. Die SPD hat 8,4 Prozent geholt, die Grünen 5,9 und die FDP 6,4. 

Nun muss eine Koalition gebildet werden. Die Grünen haben der CDU bereits eine Absage erteilt, was eine Fortführung der bisherigen Schwarz-Rot-Grünen Koalition betrifft. Alle Informationen, Hintergründe und aktuellen Entwicklungen finden Sie in unserer Übersicht. Zahlen und Fakten zur Wahl finden Sie außerdem im folgenden Video.

Zum Schluss: Sachsen hebt Maskenpflicht in Schulen auf

Die Inzidenzen sind vergleichsweise niedrig und Sachsen hat beschlossen, die Maskenpflicht an Schulen auszusetzen. Das hat der Kultusminister Christian Piwarz (CDU) heute in Dresden gesagt. Kinder und Jugendliche müssen demnach ab 14. Juni, also ab nächster Woche, im Unterricht keinen Mund-Nasen-Schutz mehr tragen. Getestet werden soll weiterhin.  

Diese Info wollte ich Ihnen für heute gleich noch mitgeben. Morgen bin ich wieder für Sie da. 

Bleiben Sie gesund.
Julia Heundorf

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 07. Juni 2021 | 22:00 Uhr

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