Corona-Daten-Newsletter | Dienstag, 06. April 2021 Nach dem Fest ist vor dem Piks

Fabian Frenzel
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Seit Dienstag dürfen in Deutschland Hausärzte gegen das Coronavirus impfen. Was man dazu wissen muss und die aktuellen Fallzahlen im Newsletter.

Auf einer Schulter klebt ein Pflaster.
Bildrechte: MDR/Fabian Frenzel

Guten Abend liebe Abonnentinnen und Abonnenten,

ich hoffe, Sie sind gut durch die Feiertage gekommen? Sicherlich war bei Ihnen zuhause am Wochenende auch Corona mal mehr oder weniger Thema. Bei mir ging es zum Beispiel immer wieder um die Impfungen. Das hatte einen Grund: Meine Oma hat heute ihre erste Impfung bekommen. Von Ihrer Hausärztin. Denn seit heute dürfen auch Hausärzte und Hausärztinnen impfen. Nach dem Fest ist vor dem Piks, könnte man also sagen.

Deswegen möchte ich Ihnen in der heutigen Ausgabe einige Fragen zum Impfstart der Hausärzte beantworten.

Auf einen Blick: Die aktuellen Zahlen

Doch zunächst zu den Zahlen: Dem Robert Koch-Institut (RKI) sind am Dienstag, den 6. April, bundesweit 6.885 neu positiv Getestete gemeldet worden (Stand 8:20 Uhr). Das sind über 2.500 Fälle weniger als vor einer Woche.

Dieser Rückgang ist zwar positiv zu bewerten, aber es sind Besonderheiten bei den Fallzahlen über die Osterfeiertage zu beachten. Über die Feiertage gehen weniger Menschen zum Arzt und es werden weniger Laboruntersuchungen durchgeführt. Dies führt laut RKI dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden. Außerdem könne es sein, dass nicht alle Gesundheitsämter und zuständigen Landesbehörden an allen Tagen an das RKI übermittelt haben.

Die meisten Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag gab es heute in Nordrhein-Westfalen (1.988), Bayern (+893) und Baden-Württemberg (+727). Die niedrigsten Werte wurden aus dem Saarland (+44) und Bremen (+54) gemeldet.

Die höchsten 7-Tage-Inzidenzen laut RKI verzeichnen Thüringen (217) und Sachsen (181). Die niedrigste Inzidenz weist Schleswig-Holstein mit 67 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohnern innerhalb von einer Woche auf.

Im Folgenden nun die Zahlen nach Angaben der Sozialministerien und Landkreise aus unseren drei Bundesländern. (Die Werte weichen in der Regel von denen des RKI ab, da sie etwas aktueller sind. Außerdem ordnet das RKI nachgemeldete Zahlen dem tatsächlichen Erkrankungs- oder Meldedatum zu, auch wenn sie dadurch aus der Zeitspanne der sieben Tage herausfallen.)

Sachsen

  • Aktive Fälle: 16.136  ↘ (-1.968 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 342, davon 207 beatmet
  • Intensivbetten: 1.353 belegt, 77 frei
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 8.537 (+17)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 203.750 (+2.450)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 228.423 (+499)

Thüringen

  • Aktive Fälle: 10.291 ↘ (-933 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 205, davon 126 beatmet
  • Intensivbetten: 591 belegt, 96 frei
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 3.437 (+16)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 84.812 (+1.159)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 98.540 (+242)

Sachsen-Anhalt


  • Aktive Fälle: 6.069 ↘ (-293 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 120, davon 61 beatmet
  • Intensivbetten: 692 belegt, 114 frei
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 2.785 (+24)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 67.172 (+568)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 76.026 (+299)

Alle Grafiken und weiteren Zahlen finden Sie hier in den Übersichten der Kolleginnen und Kollegen.

Fragen/Antworten zu Impfungen bei Hausärzten

Seit heute dürfen Hausärztinnen und Hausärzte gegen das neuartige Coronavirus impfen. Der Vorteil: Die Medizinerinnen und Mediziner kennen die Wehwehchen ihrer Patienten und können so besser auf deren Bedürfnisse eingehen. Allerdings kann es sein, dass es hier und da erst morgen so richtig losgeht. Die Feiertage haben das logistisch natürlich etwas verkompliziert.

Insgesamt haben Sie sicherlich Fragen dazu, wie das bei den Hausärztinnen und Hausärzten jetzt abläuft. Ich möchte versuchen, Ihnen einige der Fragen zu beantworten.

Wie bekomme ich einen Impftermin beim Hausarzt?

Hausärzte rufen Sie an, sie kennen ihre Patienten am besten und wissen, wer die Impfung am dringendsten braucht. Wer sich impfen lassen will, sollte nicht in den Hausarztpraxen anrufen oder gar ohne Termin zur Sprechstunde erscheinen. Dafür gibt es zwei wesentliche Gründe. Zum einen werden die Hausärzte in einem ersten Schritt nur eine überschaubare Anzahl an Patienten impfen können. Zum anderen wollen die Hausärzte den Überblick behalten und zunächst all jene impfen, die den Schutz besonders dringend benötigen. Sie kennen das ja (leider) schon aus den vergangenen Monaten. Sie müssen auch hier zunächst unter Umständen Geduld haben.

Soll ich meinen Impftermin im Impfzentrum jetzt absagen?

Nein, wenn Sie bereits einen Termin in einem Impfzentrum bekommen haben, behalten Sie ihn. Denn: Momentan bekommen die Arztpraxen noch nicht so viele Impfdosen geliefert.

Wie viel Impfstoff hat eine Hausarztpraxis?

Wegen der Impfstoffknappheit ist die Bestellmenge für Hausärzte zunächst auf 18 bis maximal 50 Impfdosen pro Woche begrenzt worden. Für Ende April rechnet die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) aber bereits mit deutlich mehr Impfstoff. In den ersten beiden Wochen (7. bis 18. April) werden die Praxen ausschließlich den mRNA-Impfstoff BioNTech/Pfizer erhalten. In den darauffolgenden Wochen sollen weitere Impfstoffe hinzukommen.

Was braucht mein Hausarzt von mir?

Cordula Schöler ist Hausärztin in Magdeburg. Sie bittet ihre Patienten darum, zum Impftermin in "leichter Kleidung" zu kommen. "Tragen Sie bitte keine Jacken und Pullover übereinander, sondern etwas, was man zügig ausziehen kann." So können Sie selbst etwas tun, damit es beim Impfen zügig vorangeht. "Zum Impftermin sollten die Patienten auch den Impfausweis und die Chipkarte mitbringen", sagt Schöler. "Wer will, kann auch schon den Anamnese-Bogen und die Einwilligungserklärung für die Impfung vorher ausfüllen."

Bleibt es bei der festgelegten Impfreihenfolge?

Ja. Wer als erstes an der Reihe ist, ist durch eine Priorisierung der Coronavirus-Impfverordnung geregelt. Die gilt auch für die Hausärzte. Es kann aber von der vorgesehenen Reihenfolge abgewichen werden, wenn "dies für eine effiziente Organisation der Schutzimpfungen oder eine zeitnahe Verwendung vorhandener Impfstoffe notwendig ist, insbesondere um den Verwurf von Impfstoffen zu vermeiden", so die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt.

Ihnen gefällt der Newsletter? Empfehlen Sie ihn gern weiter. Wenn Sie in Zukunft den Newsletter bequem und regelmäßig in Ihrem Mailpostfach erhalten wollen, können Sie sich kostenlos hier dafür anmelden.

Podcast: Kekulé-Kompass

Auch Virologe Alexander Kekulé spricht in seinem aktuellen Podcast über den Impfstart bei den Hausärzten. Außerdem spricht er darüber, was er von der Idee eines "Brücken-Lockdowns" hält.

Foto des Tages

Damit verabschiede ich mich von Ihnen. Ich möchte Sie aber mit meinem persönlichen Bild des Tages in den Feierabend schicken. Meine Oma ist – wie weiter oben schon geschrieben – frisch geimpft und hat mir vorhin dafür den Beweis geschickt. Sehen Sie selbst:

Auf einer Schulter klebt ein Pflaster.
Oma Frenzel ist geimpft. Bildrechte: MDR/Fabian Frenzel

Morgen ist meine Kollegin Julia Heundorf wieder für Sie da. Sie wird Sie durch den Rest der Woche geleiten.

Bleiben Sie gesund.

Fabian Frenzel

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 11 | 01. April 2021 | 11:00 Uhr

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