Corona-Daten-Newsletter | Donnerstag, 22. April 2021 Neues von der Corona-Warn-App

Fabian Frenzel
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Die Corona-Warn-App der Bundesregierung hat ein Update erhalten. Wie die neue Check-In-Funktion arbeitet und welche Vorteile sie bringt, erklärt im Corona-Daten-Newsletter.

Corona-Warn-App, Das Logo der Corona-Warn-App auf einem Smartphone. Mithilfe der App werden Bürger benachrichtigt, sollten Sie sich in der Nähe eines am Coronavirus Erkrankten aufgehalten haben, wenn dieser die App ebenso installiert hatte und seine Erkrankung meldet.
Bildrechte: imago images/onw-images | Grafik MDR

Guten Abend liebe Abonnentinnen und Abonnenten,

heute habe ich etwas Frisches für Ihre Handys. Vielleicht haben Sie heute oder gestern in die Corona-Warn-App der Bundesregierung geschaut und etwas Neues entdeckt? Denn: Die App hat ein Update bekommen. Was genau es damit auf sich hat und wie sie die neue Funktion benutzen können, möchte ich Ihnen im heutigen Newsletter erklären.

Ihnen gefällt der Newsletter? Empfehlen Sie ihn gern weiter. Wenn Sie in Zukunft den Newsletter bequem und regelmäßig in Ihrem Mailpostfach erhalten wollen, können Sie sich kostenlos hier dafür anmelden.

Check-In-Funktion bei Corona-Warn-App

Was ist neu?

Die neue Funktion der Corona-Warn-App der Bundesregierung umfasst die Möglichkeit, sich einzuchecken. Sie scannen dazu einen QR-Code ab, der in einem Restaurant, einem Laden oder auch bei einer privaten Geburtstagsfeier ausgegeben wird. Sollte jetzt im Nachgang einer Veranstaltung jemand positiv auf das Coronavirus getestet werden und das in der App angeben, würden alle, die sich über den QR-Code eingecheckt haben, eine Mitteilung bekommen.

Was sind die Vorteile?

Bislang hat die App nur gemessen, wie lang und nah zwei Geräte (und somit Menschen) beieinander waren. War man länger in der Nähe eines Infizierten, hat die App angeschlagen. In großen geschlossenen Räumen, in denen man sich länger gemeinsam aufhält, kann man sich aber auch über größere Entfernungen anstecken. Das hat die App bisher nicht registriert. Checken sich aber die App-Nutzer und -Nutzerinnen (beispielsweise in einer Kirche oder in einem Büro) alle gemeinsam ein, kann die App alle eingecheckten Nutzer warnen – und zwar sofort, wenn ein positiv Getesteter das in der App hinterlegt.

Was ist anders als bei der Luca-App?

In der Luca-App checken Sie sich auch über einen QR-Code ein. Das kann sogar derselbe sein. Hier müssen sie aber ihre Daten angeben, da das Gesundheitsamt darauf zugreift – und Sie im Zweifelsfall kontaktiert, wenn jemand im selben Bereich eingecheckt hat und erkrankt ist. Das soll vor allem Einzelhändler und die Gastronomie bei der „Zettelwirtschaft“ entlasten. Nachteil: Bis das Gesundheitsamt sie anruft, kann einige Zeit vergehen. In der Corona-App der Bundesregierung bekommen sie dagegen zeitnah eine Mitteilung. Außerdem werden in der Corona-App weiterhin keine Daten wie Adresse, Name usw. abgespeichert. Das Ganze läuft anonym ab.

Selbst Events in der App erstellen

Sie können mit der neuen Funktion sogar selbst einen QR-Code erstellen und diesen dann verteilen. Dabei werden Ort der Veranstaltung, die zeitliche Dauer sowie der Event-Typ erfasst, nicht aber Namen und Telefonnummern. Das könnten Sie beispielweise für ihr Großraumbüro einrichten. Kolleginnen und Kollegen checken sich dort ein und erkrankt jemand, könnten Sie zeitnah reagieren. Und Flurfunk mal beiseitegelegt, wüsste trotzdem nicht jeder im Büro sofort, wer erkrankt ist.

Das alles steht und fällt natürlich damit, dass man die App überhaupt benutzt und dann auch einträgt, dass man positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Und es müssten überhaupt Veranstaltungen in größeren Räumlichkeiten stattfinden können. Aber in der Theorie kann das eine gute Funktion sein. Was die Praxis dazu sagt, werden wir sehen.

Übrigens: Es ist angedacht, dass im Sommer in der App dann auch Ergebnisse von Schnelltests angezeigt werden können. Und auch der Impfnachweis soll dann damit möglich sein. Vielleicht wird die App dann zum täglichen Begleiter beim Einkauf oder Restaurantbesuch.

Auf einen Blick: Die aktuellen Zahlen

Dem Robert Koch-Institut (RKI) sind am Donnerstag, den 22. April 2021, bundesweit 29.518 neu positiv Getestete gemeldet worden (Stand 8:35 Uhr). Im Vergleich zum Donenrstag vor einer Woche ist die Zahl der gemeldeten Neuinfizierten um rund 100 Fälle höher.

Die meisten Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag gab es heute in Nordrhein-Westfalen (+6.696), Baden-Württemberg (+4.809) und Bayern (+4.691). Die niedrigsten Werte wurden aus Bremen (+219) und Schleswig-Holstein (+343) gemeldet.

Die höchsten 7-Tage-Inzidenzen laut RKI verzeichnen Thüringen (232) und Sachsen (202).

Im Folgenden nun die Zahlen nach Angaben der Sozialministerien und Landkreise aus unseren drei Bundesländern. (Die Werte weichen in der Regel von denen des RKI ab, da sie etwas aktueller sind. Außerdem ordnet das RKI nachgemeldete Zahlen dem tatsächlichen Erkrankungs- oder Meldedatum zu, auch wenn sie dadurch aus der Zeitspanne der sieben Tage herausfallen.)

Sachsen

  • Aktive Fälle: 21.168 (-362 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 391 (+3), davon 231 (-1) beatmet
  • Intensivbetten: 1.402 belegt, 205 frei
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 8.960 (+41)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 223.350 (+2.100)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 253.478 (+1.779)

Thüringen

  • Aktive Fälle: 10.660 (+322 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 210 (-7), davon 118 beatmet (+5)
  • Intensivbetten: 639 belegt, 72 frei
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 3.736 (+10)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 96.747 (+701)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 111.143 (+1033)

Sachsen-Anhalt

  • Aktive Fälle: 7.515 (+172 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 147 (+/-0), davon 89 (+2) beatmet
  • Intensivbetten: 704 belegt, 108 frei
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 3.021 (+14)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 75.699 (+696)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 86.235 (+882)

Alle Grafiken und weiteren Zahlen finden Sie hier in den Übersichten der Kolleginnen und Kollegen.

Ihre Meinung zum Terminchaos gefragt

Wir haben Sie ja schon mehrfach im Newsletter zu Wort kommen lassen und möchten das wieder tun. Da jetzt nach und nach immer mehr Menschen den Anspruch auf eine Impfung haben (in Sachsen zum Beispiel seit Mittwoch die Priorisierungsgruppe 3), werden sich auch immer mehr mit der Terminfindung herumschlagen. Das scheint nämlich nicht so einfach zu sein.

Mein Kollege Martin Paul – Sie kennen ihn als fleißigen Newsletterschreiber – hat vor einigen Wochen versucht, einen Termin für Verwandte zu bekommen. Ich sage mal so: Bekommen hat er einen Termin für seine Verwandten. Am Ende war aber sehr viel Zufall dabei. Ich habe mir seine Geschichte heute erzählen lassen. Im folgenden Video können sie sich seinen ganz persönlichen Impf-Termin-Irrsinn anhören.

Zwei Männer mit Kopfhörern 9 min
Bildrechte: MDR/Martin Paul/Fabian Frenzel

09:03 min

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/video-511816.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Und nun sind Sie gefragt: Wie lief denn bei Ihnen die Terminbuchung zur Impfung ab? Ging das reibungslos oder haben sie ähnlich abenteuerliche Sachen wie mein Kollege erlebt? Welche Probleme hatten Sie? Haben Sie vielleicht sogar Tipps parat?

Morgen werde ich dann Ihre Erlebnisse und Erfahrungen schildern.
Schreiben Sie uns einfach eine Mail an corona-newsletter@mdr.de.

Was heute außerdem los war

Nachdem gestern der Bundestag die bundeseinheitliche Notbremse beschlossen hat, ging das Gesetz heute durch den Bundesrat und wurde anschließend von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unterzeichnet. Das Gesetz tritt schon morgen in Kraft. Das heißt ab morgen gilt unter anderem eine Sperrstunde zwischen 22 und 5 Uhr, wenn in einer Stadt oder einem Kreis der Inzidenzwert über 100 liegt. Das Gesetz soll bis Ende Juni gelten.

Obwohl das Gesetz letztlich verabschiedet wurde, sorgt es weiter für Kritik.

Zum Schluss

Ich verabschiede Sie heute mit einem Tipp von meinem Kollegen Martin Paul. Von ihm haben Sie ja schon beim Terminchaos gehört. Er hat mir den morgendlichen Newsletter von Krautreporter empfohlen. Und ich gebe Ihnen diese Empfehlung nun weiter. Denn in der heutigen Ausgabe geht es dort darum, was das neue Infektionsschutzgesetz für uns bedeutet. Also eine gute Ergänzung zu diesem Newsletter. Wenn Sie mögen, schauen Sie doch mal hier vorbei.

Bis morgen

Fabian Frenzel

Ihr Feedback an uns

Sie haben eine Frage, wollen uns loben oder Feedback geben? Schreiben Sie uns an corona-newsletter@mdr.de

Sie wollen wissen, worum es in den vorherigen Newslettern ging? Kein Problem. Öffnen Sie einfach aus der nachfolgenden Übersicht den gewünschten Newsletter.

Mit Bestätigung dieser Anmeldung zu diesem Service willigen Sie in die Speicherung der von Ihnen eingetragenen Daten ein. Diese werden vom MDR ausschließlich dazu verwandt, Ihnen den ausgewählten Service bereitzustellen. Sie werden von uns nicht an Dritte weitergegeben oder Dritten überlassen.

Sie haben jederzeit die Möglichkeit, mit E-Mail an webmaster@mdr.de den Inhalt Ihrer Einwilligung abzurufen und zu verändern sowie die Einwilligung mit Wirkung für die Zukunft zu widerrufen. Nach Widerruf bzw. Deaktivierung/Abmeldung des Services werden Ihre Daten gelöscht.

Hinweise zum Datenschutz und Informationen zur Verarbeitung Ihrer Daten finden Sie in der Datenschutzerklärung des MDR.

Die mit einem * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 11 | 22. April 2021 | 11:00 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus Deutschland