Corona-Daten-Newsletter | Donnerstag, 10. Juni 2021 So kommen Sie an den digitalen Impfnachweis

Julia Heundorf
Bildrechte: MDR/Kevin Poweska

Heute im multimedialen Corona-Daten-Update: Der digitale Impfnachweis geht an den Start. Neu Geimpfte sollen ihn direkt im Impfzentrum oder beim Arzt erhalten. Wer bereits geimpft ist, kann ihn nachträglich ausstellen lassen. Das soll ab Montag in Apotheken möglich sein. Es wird allerdings mit Verzögerungen gerechnet.

ein App auf einem Handy
Der digitale Impfnachweis ist ein Angebot. Auch der gelbe Papierausweis bleibt gültig zum Nachweis der Corona-Impfung. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Guten Abend liebe Abonnentinnen und Abonnenten,

heute geht der digitale Impfnachweis an den Start – allerdings nur nach und nach. Wer bereits gegen das Coronavirus geimpft ist, soll sich ab Montag in der Apotheke einen digitalen Impfpass ausstellen lassen können. Alles Infos dazu erfahren Sie heute von mir.

Einen Überblick können Sie sich auch direkt mit dem Radiobeitrag verschaffen.

Ihnen gefällt der Newsletter? Empfehlen Sie ihn gern weiter. Wenn Sie in Zukunft den Newsletter bequem und regelmäßig in Ihrem Mailpostfach erhalten wollen, können Sie sich kostenlos hier dafür anmelden.

Auf einen Blick: Die aktuellen Zahlen

Dem Robert Koch-Institut (RKI) sind gestern 3.187 neue Corona-Fälle aus ganz Deutschland gemeldet worden, davon 700 aus Nordrhein-Westfalen, 639 aus Bayern und 617 aus Baden-Württemberg.

Die deutschlandweite Inzidenz liegt demnach bei 19. Auf Länderebene ist die Inzidenz in Baden-Württemberg am höchsten (26) und in Mecklenburg-Vorpommern am geringsten (5).

Die Inzidenzen in unseren Ländern betragen 22 in Thüringen, 15 in Sachsen und 12 in Sachsen-Anhalt.

Es gibt bundesweit erneut einen Landkreis und eine kreisfreie Stadt mit einer Inzidenz von 0,0, nämlich Schwerin und den Kreis Tirschenreuth in Bayern.

Hier nun die Zahlen aus unseren drei Bundesländern nach Angaben der Sozialministerien. (Die Werte weichen in der Regel von denen des RKI ab, da sie etwas aktueller sind. Außerdem ordnet das RKI nachgemeldete Zahlen dem tatsächlichen Erkrankungs- oder Meldedatum zu, auch wenn sie dadurch aus der Zeitspanne der sieben Tage herausfallen.)

Sachsen

  • Aktive Fälle: 2.826 ↗ (-319 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 132 (-11), davon 91 beatmet (-9)
  • Intensivbetten: 1.245 belegt, 223 frei, davon 91 Covid-spezifisch
  • Impfquote: 42,1 Prozent (Erstimpfung), 25,6 Prozent (Zweitimpfung)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 10.027 (+/-0)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 272.990 (+420)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 285.843 (+101)

Thüringen

  • Aktive Fälle: 1.779 ↘ (-118 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 49 (+/-0), davon 35 beatmet (-1)
  • Intensivbetten: 546 belegt, 106 frei, davon 50 Covid-spezifisch
  • Impfquote: 45,2 Prozent (Erstimpfung), 24,2 Prozent (Zweitimpfung)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 4.316 (+6)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 122.861 (+184)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 128.956 (+72)

Sachsen-Anhalt

  • Aktive Fälle: 658 ↘ (-124 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 25 (-3), davon 14 beatmet (+/-0)
  • Intensivbetten: 696 belegt, 123 frei, davon 60 Covid-spezifisch
  • Impfquote: 44,3 Prozent (Erstimpfung), 23,7 Prozent (Zweitimpfung)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 3.397 (+4)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 95.001 (+156)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 99.056 (+36)

Alle Grafiken und weiteren Zahlen finden Sie hier in den Übersichten der Kolleginnen und Kollegen.

Wie komme ich an den digitalen Impfnachweis?

Wer hat, der kann schon: Ab heute soll der digitale Impfnachweis genutzt werden können. Das Projekt läuft aber nur schrittweise an. Die meisten müssen sich das Digitaldokument aber noch besorgen. So geht's:

Wie weise ich digital meine Impfung nach?

  • Ab Montag soll es möglich sein, nachträglich einen digitalen Impfnachweis zu erhalten und sich damit auszuweisen. Statt mit dem gelben Papierstück (– oder vielleicht haben Sie wie ich das kleine rote Buch benutzt –) soll es dann möglich sein, die Impfung mithilfe des Smartphones nachzuweisen. Der Impfnachweis wird über einen QR-Code erfasst.
  • Sie können sich eine von zwei Apps, die Corona-Warn-App oder die CovPass-App aufs Smartphone laden. Beide sind kostenlos.
  • Und es geht auch ohne Smartphone: Wer keins hat oder es nicht nutzen will, kann einen ausgedruckten QR-Code nutzen.
  • Unklar ist bisher, wie lange der Impfnachweis gültig sein soll.

Wo erhalte ich den digitalen Impfnachweis? 

  • Es soll in Apotheken am Montag möglich sein, sich den digitalen Impfnachweis ausstellen zu lassen. Dazu müssen Sie Ihren Impfpass mitbringen. Welche Apotheken den Service anbieten, soll auf einem Portal angezeigt werden, auf dem bereits Apotheken mit Schnelltest-Service gelistet sind.
  • Der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), Thomas Dittrich, geht davon aus, dass die Zahl der Apotheken, die das Angebot machen, in den ersten Tagen noch begrenzt sein wird.
  • Laut Webseite der Bundesregierung soll der digitale Impfausweis beim Impfen in der Arztpraxis oder im Impfzentrum generiert werden. In einer Pressekonferenz sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittag, dass Menschen, die erst noch geimpft werden, auf Wunsch direkt den Digitalen Nachweis erhalten sollen.

Was passiert mit meinen Daten?

  • Sie müssen den digitalen Impfnachweis nicht nutzen, sondern können weiterhin Ihren gelben Impfausweis mitführen, wenn Sie etwa zum Friseur oder zu einer Veranstaltung wollen und die Impfung nachweisen müssen.
  • Ansonsten werden die Daten laut Webseite der Bundesregierung in einem Impfprotokollierungssystem erstellt und anschließend gelöscht. Danach sind die Daten demnach nur noch auf Ihrem Smartphone gespeichert, sodass Sie sie löschen können, wann immer Sie das möchten.

Apothekerverband: "Geben Sie uns etwas Zeit"

Bei MDR um 11 im Fernsehen hat Matthias Clasen vom Apothekerverband Sachsen-Anhalt heute erzählt, wie es mit dem digitalen Impfnachweis aus Sicht der Apotheken funktionieren soll. Dabei ruft er die Menschen auf, mit Geduld vorzugehen. Es werde nicht möglich sein, gleich eine große Flut von Menschen bedienen zu können. Er bittet: "Geben Sie uns etwas Zeit!"

Bundesgesundheitsminister muss Ausgaben rechtfertigen

In einer Pressekonferenz am Mittag musste sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gleich mehreren Vorwürfen der Geldverschwendung während der Corona-Krise rechtfertigen. Der Bundesrechnungshof hatte in einer Auswertung kritisiert, dass Apothekerinnen und Apotheker in Deutschland überdurchschnittlich von der Vergabe der FFP2-Masken an Risikogruppen profitiert hätten. Der Staat habe zu viel für die ausgegbenen MAsken an die Apotheken gezahlt. Spahn sagte, es habe einen Kompromiss zwischen Schnelligkeit und Kontrolle gegeben. Das Bundesministerium soll außerdem teure Intensivbetten finanziert, die dann nicht auffindbar waren und zu hohe Ausgleichszahlungen für verschobene Operationen gezahlt haben.

Was außerdem los war

Zum Schluss

Heute musste ich beim Blick in das E-Mail-Postfach grinsen. Ich hatte eine E-Mail mit der Bitte um Infos zum digitalen Impfpass. Zu dem Zeitpunkt stand auch schon fest, dass es heute eben darum gehen soll. Die Leserin hat die wichtigsten Infos dann schon vorab per Mail erhalten. So gut passt es nicht immer.

Wir bekommen zahlreiche Fragen und freuen uns über Ihr Interesse und Vertrauen. Oft geht es um konkrete, persönliche Situationen oder Vorhaben. Dann versuchen wir, Ihre Frage direkt per E-Mail zu beantworten. Wenn es sich um größere, allgemeinere Themen handelt, die Sie beschäftigen, freuen wir uns über die Anregung. Schreiben Sie uns deshalb immer gern, was Sie aktuell zum Thema Corona bewegt.

Morgen hören Sie von Maria Hendrischke. Bleiben Sie gesund.
Julia Heundorf


PS: Der englische Prinz Philipp ist kürzlich im Alter von 99 Jahren verstorben. Heute wäre er 100 Jahre alt geworden. Die Queen hat zu seinen Ehren eine Rose gepflanzt, die extra gezüchtet und nach Prinz Philip benannt wurde. Sie heißt "Duke of Edinburgh". Die Rosenart wird in Zukunft verkauft und der Erlös an benachteiligte Kinder gespendet. 

Königin Elisabeth II. betrachtet ein Beet in den Gärten von Schloss Windsor, wo sie eine Duke of Edinburgh-Rose erhielt, die ihr von Keith Weed, Präsident der Royal Horticultural Society, überreicht wurde (rechts).
Bildrechte: imago images/i Images

Ihr Feedback an uns

Sie haben eine Frage, wollen uns loben oder Feedback geben? Schreiben Sie uns an corona-newsletter@mdr.de

Sie wollen wissen, worum es in den vorherigen Newslettern ging? Kein Problem. Öffnen Sie einfach aus der nachfolgenden Übersicht den gewünschten Newsletter.

Mit Bestätigung dieser Anmeldung zu diesem Service willigen Sie in die Speicherung der von Ihnen eingetragenen Daten ein. Diese werden vom MDR ausschließlich dazu verwandt, Ihnen den ausgewählten Service bereitzustellen. Sie werden von uns nicht an Dritte weitergegeben oder Dritten überlassen.

Sie haben jederzeit die Möglichkeit, mit E-Mail an webmaster@mdr.de den Inhalt Ihrer Einwilligung abzurufen und zu verändern sowie die Einwilligung mit Wirkung für die Zukunft zu widerrufen. Nach Widerruf bzw. Deaktivierung/Abmeldung des Services werden Ihre Daten gelöscht.

Hinweise zum Datenschutz und Informationen zur Verarbeitung Ihrer Daten finden Sie in der Datenschutzerklärung des MDR.

Die mit einem * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 10. Juni 2021 | 10:55 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus Deutschland