Corona-Newsletter | Freitag, 25. Februar 2022 Sub-Variante von Omikron ist weniger gefährlich als befürchtet

Max Schörm
Bildrechte: MDR/Sarah Peinelt

Im multimedialen Corona-Daten-Update: Die neue Sub-Variante von Omikron ist weniger gefährlich als befürchtet und das Corona-Medikament Paxlovid ist einsetzbar.

Neben einem Corona-Modell steht der Schriftzug Subtyp BA.2
Der Omikron-Subtyp BA.2 ist weniger gefährlich als befürchtet. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / Steinach

Liebe Abonnentinnen und Abonnenten,

damit Sie gut – oder zumindest besser – ins Wochenende starten, gibt es heute diesem Corona-Daten-Update ausschließlich gute Nachrichten. Und davon gibt es tatsächlich einige, zumindest, was das Thema Coronavirus

Person Schutzkleidung präsentiert eine Ampulle Novavax-Impfstoff 4 min
Bildrechte: imago images/Pixsell

Subvariante doch nicht gefährlicher als Omikron

Alarm Mitte Februar: Japanische Forscher warnten vor der Subvariante BA.2 der vergleichsweise harmlosen Omikron-Variante des Coronaviruses. Experimente an Hamstern hatten gezeigt, dass der Subtyp leichter ins Lungengewebe der Tiere eindringen und dadurch schwerere Krankheitsverläufe auslösen konnte. Da Hamster sehr ähnlich auf Sars-CoV-2 reagieren wie Menschen, waren die Mediziner alarmiert.

Entwarnung Ende Februar: Forscher aus Südafrika senden ein beruhigendes Signal. Nicole Wolter vom National Health Laboratory in Johannesburg und ihr Team sammelten Daten von Erkrankten, Labortests auf die Virusvariante und beschriebene Krankheitsverläufe. Bei der auf dem Preprintserver Medrxiv veröffentlichten Analyse kommen sie zu dem Ergebnis: BA.2 ist wahrscheinlich ansteckender als BA.1, sorgt aber nicht für schwerere Krankheitsverläufe.

Einziger Wermutstropfen: Die Forscher räumen ein, dass sich das Bild in anderen Ländern anders darstellen könne, da Südafrika wahrscheinlich eine hohe Immunisierung durch bereits überstandene Infektionen erreicht habe.

Auf einen Blick: Die aktuellen Zahlen

Dem Robert Koch-Institut (RKI) sind am Freitag, den 25. Februar 2022 bundesweit 210.743 neu positiv Getestete gemeldet worden (Stand 7:30 Uhr). Im Vergleich zum Freitag vor einer Woche ist die Zahl der gemeldeten Neuinfizierten um rund 10.000 niedriger.

Die meisten Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag gab es heute in Nordrhein-Westfalen (+40.229), Bayern (+39.092), Nordrhein-Westfalen (+997) und Baden-Württemberg (+28.799). Die niedrigsten Werte wurden aus dem Saarland (+2.588) und aus Bremen (+1.184) gemeldet.

Die höchsten 7-Tage-Inzidenzen laut RKI verzeichnen Bayern mit einem Wert von 1.717,3 und Sachsen-Anhalt mit 1.654,6.

Im Folgenden nun die Zahlen, auf die sich die Länderministerien beziehen und von Behörden und Landkreise. Diese Werte können unter Umständen von denen des RKI abweichen, da sie meist etwas aktueller sind.

Sachsen

Aktive Fälle: 107.968 ↗ (+700 zum Vortag)

Hospitalisierungsrate*: 5,18 (-1,4)
COVID-19-Intensivpatienten: 155, davon 61 beatmet, 222 freie 
COVID-19-Intensivbetten

Impfquote: 63,9 Prozent (vollständig geimpft)
12-17 Jahre: 41,0 Prozent
18-59 Jahre: 66,9 Prozent
60+ Jahre: 82,4 Prozent
Auffrischungsimpfung: 46,1 Prozent

Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19: 14.348 (+6)

Thüringen

Aktive Fälle: 48.208 ↗ (+1.779 zum Vortag)

Hospitalisierungsrate*: 10,6 (+0,6)
COVID-19-Intensivpatienten: 46, davon 19 beatmet, 110 freie 
COVID-19-Intensivbetten

Impfquote: 69,6 Prozent (vollständig geimpft)
12-17 Jahre: 48,5 Prozent
18-59 Jahre: 73,6 Prozent
60+ Jahre: 85,9 Prozent
Auffrischungsimpfung: 49,9 Prozent

Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19: 6.695 (+19)

Sachsen-Anhalt

Aktive Fälle: 69.619 ↘ (+4.047 zum Mittwoch)

Hospitalisierungsrate*: 8,99 (+2,2)
COVID-19-Intensivpatienten: 47, davon 18 beatmet, 110 freie 
COVID-19-Intensivbetten

Impfquote: 72,5 Prozent (vollständig geimpft)
12-17 Jahre: 46,5 Prozent
18-59 Jahre: 77,7 Prozent
60+ Jahre: 88,1 Prozent
Auffrischungsimpfung: 52,1 Prozent

Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19: 4.744 (+8)

* Die Hospitalisierungsrate beschreibt die 7-Tage-Inzidenz der hospitalisierten COVID-19-Fälle. Durch Übermittlungsverzug wird die Rate in gewissem Maß unterschätzt werden, schreibt das RKI. Auch Recherchen der "Zeit" und des "Spiegel" zeigen das. Ein deutschlandweit gültiger Grenzwert dafür, welche Maßnahmen eine bestimmte Hospitalisierungsrate nach sich zieht, wurde nicht festgelegt. Die Bundesländer beziehen die Rate derzeit in komplexe Berechnungen ein (Sachsen und Thüringen) oder überlassen die Entscheidung über Maßnahmen den einzelnen Landkreisen (Sachsen-Anhalt). Warum die Hospitalisierungsrate in der jetzigen Form als neue Corona-Kennzahl untauglich ist, erklärt MDR-Datenjournalist Manuel Mohr in diesem Artikel.

(Quellen: Schätzung der aktiven Fälle: eigene Berechnung, LAV Sachsen-Anhalt, TMASGFF, Sozialministerium Sachsen | Hospitalisierungsrate: RKISozialministerium Sachsen, TMASGFF | IntensivpatientenDivi | Impfquote: RKI | Todesfälle: LAV Sachsen-Anhalt, TMASGFF, Sozialministerium Sachsen, RKI)

Alle Grafiken und weiteren Zahlen finden Sie hier in den Übersichten der Kolleginnen und Kollegen.

Corona-Medikament Paxlovid für Risikogruppen einsetzbar

Menschen, die ein hohes Risiko haben, bei einer Covid-19-Infektion schwer zu erkranken, können auf das neue Medikament Paxlovid zugreifen. Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung kann das Medikament ab heute verschrieben werden. Medizinische Fachgesellschaften empfehlen, das Medikament zunächst vor allem bei sehr alten oder sehr stark übergewichtigen Menschen oder Menschen mit Diabetes, chronischen Nierenleiden, Immunschwäche, Krebs sowie Herz- und Lungenkrankheiten einzusetzen.

Paxlovid wird in Tablettenform verabreicht und kann nach einer Verschreibung zu Hause eingenommen werden. Das ist ein großer Vorteil gegenüber den Antikörpertherapien, die vor allem in Krankenhäusern durchgeführt werden.

Leider können bei den Tabletten, wie bei den meisten Arzneimitteln, Nebenwirkungen auftreten: Beeinträchtigung des Geschmackssinns, Durchfall, Erbrechen und Kopfschmerzen.

Das Medikament sollte so früh wie möglich nach der Covid-Diagnose verschrieben werden. Dazu wurde laut Kassenärztlicher Vereinigung ein spezielles Verfahren eingeführt. Der Arzt kann nach einem Gespräch mit dem Patienten ein Rezept ausstellen und direkt an die Apotheke übermitteln, sobald ein positives Testergebnis auf Corona vorliegt. Hierfür reicht zunächst auch ein positiver Antigenschnelltest aus, der dann aber noch durch einen PCR-Test bestätigt werden soll.

Impfstoff von Novavax angekommen

In Thüringen sind heute die ersten 36.000 Impfdosen des Covid-19-Impfstoffs vom US-Hersteller Novavax eingetroffen. Der Impfstoff soll in Thüringen zunächst vorrangig für Beschäftigte in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Arztpraxen und weiteren Einrichtungen, die von der ab Mitte März geltenden Teil-Impfpflicht betroffen sind, zur Verfügung gestellt werden. Vom Novavax-Mittel erhoffen sich Gesundheitsministerium und Kassenärztliche Vereinigung einen Schub für die seit Wochen stagnierende Impfkampagne.

Der Nachbarfreistaat Sachsen soll eine erste Lieferung von 69.000 Impfdosen am Montag bekommen. Laut dem sächsischen Gesundheitsministerium können Pflegekräfte ab sofort Termine über das Impfportal des Deutschen Roten Kreuzes in 13 staatlichen Zentren buchen.

Auch Sachsen-Anhalt will nächste Woche mit Novavax-Impfungen starten. Die ersten Impfdosen wurden heute an den Landkreis Wittenberg ausgeliefert. Wie Thüringen hat das Bundesland zunächst 36.000 Dosen zur Verfügung.

Ende der epidemischen Lage in Thüringen

In Thüringen ist die epidemische Lage ausgelaufen. Seit heute gelten teils erheblich gelockerte Corona-Regeln. So müssen beispielsweise Demonstrationen oder politische Kundgebungen künftig nicht mehr an einem festen Ort stattfinden - Demonstrationszüge etwa sind wieder erlaubt. Außerdem können Freizeitparks, Bars, Diskotheken und Bordelle wieder unter Auflagen öffnen. 

Auch die strengeren "Hotspot-Regeln" in Regionen mit besonders hohen Inzidenzen sind aufgehoben. Einen umfassenden Überblick finden Sie hier.

Zum Schluss

Auch wenn ein Blick auf die Nachrichten aus der Ukraine nur auf wenig Gutes hoffen lassen, wünsche ich Ihnen mit diesen positiven Corona-Nachrichten einen guten Start ins Wochenende. Nächsten Montag begrüßt Sie an dieser Stelle meine Kollegin Fabienne von der Eltz. Wenn Sie auf dem neuesten Stand bei der Krise in der Ukraine bleiben wollen, finden Sie alle Informationen hier.

Herzliche Grüße

Max Schörm

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | 25. Februar 2022 | 11:00 Uhr

2 Kommentare

MDR-Team vor 18 Wochen

Hallo, in dem ersten Artikel selbst steht:
"Die sehr umfangreiche Studie aus Japan befindet sich noch im "Preprint"-Stadium, muss also noch von unabhängigen Experten begutachtet werden, und sie ist eine reine Laborstudie. [...] Für die Studie lagen nur 17 Proben von genesenen Menschen vor, die mit BA.1 infiziert waren, darunter nur drei von Ungeimpften. Bei ihnen konnte nur ansatzweise beobachtet, aber nicht statistisch signifikant nachgewiesen werden, was bei Hamstern und Mäusen eindeutig war: dass eine frühere Infektion mit BA.1 nicht vor einer weiteren Infektion mit BA.2 schützt. Das, so schreiben die Autoren, sollte in einer künftigen Untersuchung eingehend überprüft werden."
Liebe Grüße aus der MDR.de-Redaktion

DermbacherIn vor 18 Wochen


Wie titelte frau bei MDR WISSEN ONLINE so schön:
!Studie: Omikron-Subtyp BA.2 deutlich gefährlicher als BA.1
Stand: 18. Februar 2022, 16:10 Uhr"
https://www.mdr.de/wissen/corona-studie-omikron-subtyp-ba-zwei-deutlich-gefaehrlicher-als-ba-eins-100.html
oder
"Expertenrat hat Bedenken wegen Subtyp BA.2
Stand: 14. Februar 2022, 17:11 Uhr"
https://www.mdr.de/wissen/corona-expertenrat-hat-bedenken-wegen-sich-ausbreitender-omikron-untervariante-100.html
Und jetzt das..., ich bin enttäuscht.

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