Corona-Daten-Newsletter | Freitag, 23. April 2021 Was die Notbremse für Sie bedeutet

Fabian Frenzel
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Die bundesweite Notbremse tritt in Kraft. Im Newsletter fassen wir zusammen, was das für Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt bedeutet. Außerdem: Die Impfterminbuchung klappt größtenteils problemlos.

An einer Notbremse in einer Bahnhaltestelle hängt eine FFP2-Maske
Bildrechte: IMAGO / Future Image

Guten Abend liebe Abonnentinnen und Abonnenten,

die bundesweite Notbremse ist beschlossen und tritt in Kraft. Ausgangssperren und geschlossene Schulen sind vielerorts die Folge.
Den ganzen Tag haben wir in der Redaktion nur eine Frage diskutiert: Was ist ab wann und wo eigentlich geschlossen?

Und um ehrlich zu sein: Das stellte sich als eine nicht ganz so einfach zu beantwortende Frage heraus. Wir haben uns dennoch an einer bzw. mehreren Antworten versucht.

Ihnen gefällt der Newsletter? Empfehlen Sie ihn gern weiter. Wenn Sie in Zukunft den Newsletter bequem und regelmäßig in Ihrem Mailpostfach erhalten wollen, können Sie sich kostenlos hier dafür anmelden.

Notbremsen in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt

Wann die Notbremse greift, hängt davon ab, wie hoch die 7-Tage-Inzidenz ist. Der Wert gibt an wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gemeldet wurden. In allen Bundesländern greift die Notbremse, wenn in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt die 7-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über einhundert liegt.

Was genau dann passiert und wie die aktuellen Stände in unseren drei Bundesländern Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt sind, verlinke ich Ihnen hier. Klicken Sie einfach auf den Artikel, der Ihr Bundesland betrifft. Wir haben nach bestem Wissen und Gewissen versucht für Sie die gezogene Notbremse aufzudröseln.

Auf einen Blick: Die aktuellen Zahlen

Dem Robert Koch-Institut (RKI) sind am Freitag, den 23. April 2021 bundesweit 27.543 neu positiv Getestete gemeldet worden (Stand 8:20 Uhr). Im Vergleich zum Freitag vor einer Woche ist die Zahl der gemeldeten Neuinfizierten um rund 1.700 Fälle höher.

Die meisten Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag gab es heute in Nordrhein-Westfalen (+6.938), Bayern (+4.509) und Baden-Württemberg (+3.793). Die niedrigsten Werte wurden aus Bremen (+217) und dem Saarland (+288) gemeldet.

Die höchsten 7-Tage-Inzidenzen laut RKI verzeichnen Thüringen (223) und Sachsen (209).

Im Folgenden nun die Zahlen nach Angaben der Sozialministerien und Landkreise aus unseren drei Bundesländern. (Die Werte weichen in der Regel von denen des RKI ab, da sie etwas aktueller sind. Außerdem ordnet das RKI nachgemeldete Zahlen dem tatsächlichen Erkrankungs- oder Meldedatum zu, auch wenn sie dadurch aus der Zeitspanne der sieben Tage herausfallen.)

Sachsen

  • Aktive Fälle: 21.188 (+20 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 390 (-1), davon 232 (+1)
  • Intensivbetten: 1.405 belegt, 202 frei
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 9.006 (+46)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 224.900 (+1.550)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 255.094 (+1.616)

Thüringen

  • Aktive Fälle: 10.816 (+156 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 215 (+5), davon 117 beatmet (-1)
  • Intensivbetten: 652 belegt, 61 frei
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 3.766 (+30)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 97.486 (+739)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 112.068 (+925)

Sachsen-Anhalt

  • Aktive Fälle: 7.494 (-22 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 139 (-8), davon 88 (-1) beatmet
  • Intensivbetten: 704 belegt, 108 frei
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 3.034 (+13)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 76.511 (+812)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 87.039 (+803)

Alle Grafiken und weiteren Zahlen finden Sie hier in den Übersichten der Kolleginnen und Kollegen.

Terminvergabe beim Impfen funktioniert bei vielen gut

Im gestrigen Newsletter hatte ich Sie gefragt, wie bei Ihnen die Terminbuchung für die Corona-Impfungen bisher lief. Ihre Antwort: reibungs- und problemlos. Zumindest diejenigen, die mir geschrieben haben, waren bis auf wenige Ausnahmen durchweg zufrieden.

Hier nochmal die Geschichte von meinem Kollegen Martin Paul. Er hatte ziemlich zu kämpfen, bis er endlich einen Termin für seine Verwandten buchen konnte.

Zwei Männer mit Kopfhörern 9 min
Bildrechte: MDR/Martin Paul/Fabian Frenzel

09:03 min

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/video-511816.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Sylvia Carl aus Mülsen in Sachsen schrieb beispielsweise: „Ich habe einmal Ende Februar für meine Mama und einmal Anfang April für meinen Mann und mich auf dem Impfportal Sachsen Termine für das Impfzentrum in Zwickau gebucht. Beide Male gab es keine Probleme!“ Sie habe allerdings keine Einschränkungen bei ihrer Terminauswahl gemacht und sei völlig flexibel bei Uhrzeit und Datum gewesen. Außerdem zeigte Sie sich sehr dankbar über das hilfsbereite Personal im Impfzentrum in Zwickau.

Das kam ebenfalls deutlich in Ihren Mails heraus. Viele sind dankbar für die Menschen, die sich um das Impfen kümmern.

Auch Herr Peter aus Magdeburg war sehr dankbar dafür. Er war sehr flink bei der Terminbuchung. „Irgendwann in der ersten Januarhälfte las ich, dass ab morgen die Webseite für die Termine freigeschaltet sei. Um 0:01 Uhr war ich online.“ Er bekam einen Termin im 50 Kilometer entfernten Staßfurt. „Da ich trotz über 80 noch fahrtüchtig bin, klickte ich an und alles andere lief dann wie von selbst.“ Jetzt sei Herr Peter viel entspannter, halte sich aber trotzdem weiter an die AHA-Regeln.

Ditmar Pauke hatte sich ebenfalls problemlos einen Impftermin mit wenigen Klicks buchen können. Er hob hervor, dass man sich den Info- und Anamnese-Bogen zu Hause ausdrucken und in Ruhe durchlesen konnte. „Alles hat bei mir beim ersten Zugriff geklappt.“

Mittlerweile Impfen auch die Hausärzte. Das haben Helmut Domnick und seine Frau genutzt. Sie haben sich bei ihrem Arzt auf eine Warteliste setzen lassen. „Nach etwa zwei Wochen erhielten wir telefonisch unseren Termin. Beim Impfen erhielten wir gleich den zweiten Termin.“

Allerdings gab es auch Negativbeispiele. Simone Hänsch hatte sich zum Beispiel auf eine Warteliste bei ihrem Hausarzt setzen lassen und es auch über die 116117-App probiert. Leider hat Sie seit 14 Tagen weder beim Hausarzt noch über die App einen Termin bekommen. „Zuerst hatte ich mich sehr gefreut, weil bei uns gleich fünf Impfzentren eingerichtet wurden. Und eins ganze fünf Minuten von meiner Wohnung entfernt. Aber das scheint geheim zu sein. So geheim, dass noch nicht einmal ein Schild zur Kennzeichnung aufgehängt ist.“ Allerdings hat Frau Hänsch mittlerweile am 27. April einen Impftermin bekommen und auch die Info erhalten, dass Online bald wieder Termine in ihrer Region buchbar seien.

Eine weitere Newsletter-Abonnentin schreibt, dass sie bis tief in die Nacht versucht hatte, einen Termin zu bekommen. Sie bekam am Schluss eine Fehlermeldung und wusste nicht, ob ihr Termin bestätigt ist oder nicht. Leider erhielt sie auf persönliche Mails und Bitten keine Antwort. Auch nicht darauf, ob sie zusammen mit ihrem Mann (beide sind über 80 und schwerbehindert) einen Termin bekommen könnten. Letztlich hat es am Ende nur geklappt, weil ihr ihre Kinder geholfen haben. Von verantwortlicher Stelle hat sie keinerlei Antworten auf ihre Hilferufe bekommen.

Auch wenn es bei den meisten von Ihnen gut abzulaufen scheint, gibt es dennoch hier und da Probleme. Mein Appell an Sie: Lassen Sie sich von Freunden und Verwandten bei der Terminbuchung helfen. Unterstützen Sie sich gegenseitig.

Übrigens hat ein Kollege von VICE einen Tipp, wie man völlig legal eine Impfung erhalten kann, obwohl man in der Impfpriorisierung noch gar nicht dran wäre. Hausärzte dürfen nämlich von der Priorisierung abrücken, wenn Impfstoff zu verfallen droht. Lassen sich also zu wenige Patienten von einem Hausarzt impfen, kann der Arzt auch andere Patienten, die eigentlich noch nicht an der Reihe wären, vorziehen. Was Sie dafür machen müssen, können Sie hier nachlesen.

Daten-Update zeigt: Mehr Impfungen, Inzidenz stagniert

Wie jeden Freitag gibt es auch heute wieder ein ausführliches Daten-Update. Und es zeigt: Immer mehr Menschen in Deutschland sind geimpft und die Inzidenz ist in der vergangenen Woche kaum gestiegen. Doch gerade bei den jüngeren Menschen sieht es aktuell noch anders aus: wenige geimpft und die Inzidenz steigt. Den Artikel mit Details und Grafiken packe ich Ihnen mal hier hin.

Zum Schluss

Damit ist diese Newsletter-Woche auch schon wieder rum. Ich verabschiede mich von Ihnen mit einem Tipp aus der ARD-Mediathek. Eine vierteilige Doku zeigt die Arbeit auf der Intensivstation der Charité in Berlin. Gedreht wurde die Doku im vergangenen Winter mitten in der Pandemie. Sicherlich nicht die leichteste Kost. Trotzdem empfehle ich Ihnen das fürs Wochenende. Sie finden sie hier.

Am Montag übernimmt meine Kollegin Julia Heundorf wieder den Newsletter. Ich verabschiede mich und wünsche ihnen ein schönes Wochenende.

Fabian Frenzel

Ihr Feedback an uns

Sie haben eine Frage, wollen uns loben oder Feedback geben? Schreiben Sie uns an corona-newsletter@mdr.de

Sie wollen wissen, worum es in den vorherigen Newslettern ging? Kein Problem. Öffnen Sie einfach aus der nachfolgenden Übersicht den gewünschten Newsletter.

Mit Bestätigung dieser Anmeldung zu diesem Service willigen Sie in die Speicherung der von Ihnen eingetragenen Daten ein. Diese werden vom MDR ausschließlich dazu verwandt, Ihnen den ausgewählten Service bereitzustellen. Sie werden von uns nicht an Dritte weitergegeben oder Dritten überlassen.

Sie haben jederzeit die Möglichkeit, mit E-Mail an webmaster@mdr.de den Inhalt Ihrer Einwilligung abzurufen und zu verändern sowie die Einwilligung mit Wirkung für die Zukunft zu widerrufen. Nach Widerruf bzw. Deaktivierung/Abmeldung des Services werden Ihre Daten gelöscht.

Hinweise zum Datenschutz und Informationen zur Verarbeitung Ihrer Daten finden Sie in der Datenschutzerklärung des MDR.

Die mit einem * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 11 | 23. April 2021 | 11:00 Uhr

5 Kommentare

Matthi vor 7 Wochen

Ich finde es erstmal gut das jetzt endlich viele Leute die unter und über 60 Jahre alt sind mit Vorerkrankungen sich Impfen lassen können. Was mir gar nicht gefällt ist das die Bundeseinheitliche Bremse Freitag beschlossen und sofort Samstag in Kraft getreten ist, auf der anderen Seite wartet die Bundesregierung bis zum Sonntag für Indien Maßnahmen. Anscheinend reicht es noch nicht das erst ca. 20 Fälle der Indischen Mutation haben. Da sind andere Länder wieder schneller da wurden schon gestern Flüge aus Indien gestoppt.

Reuter4774 vor 7 Wochen

Impfen hat bei mir prima geklappt, BEIM HAUSARZT! Ich kann auch nicht nachvollziehen, warum man teure Impfzentren mit ewigem Anfahrtsweg ( toll für Ältere und sonstige Ortsfremde) installiert, statt die Fachleute impfen zu lassen. Einfach die Arztpraxen mit entsprechender Kühlmöglichkeit ausstatten und Kollegen zur Unterstützung dort hinschicken. Deren täglich Brot das ist, die sämtliche Patientendaten haben ihre Patienten problemlos erreichen???
Aber das " planen" fachfremde, dem Alltag sehr Entrückte am Schreibtisch.
Und ein Letztes, warum wurd nicht klar kommuniziert, das die meisten Impfungen im Leben Vektorimpfstoffe waren und sind? Können wir ohne Panik vor irgendwas ( Corona, Impfstoff. .) wirklich nicht mehr leben? Ich bin eine Frau im " gefährlichen " Alter mit Thrombose Vorerkrankungen und habe keinerlei Probleme mit meiner Astra Zeneca Impfung zu beklagen!
Also nicht jede normale Impfreaktion oder vereinzelt auftretende tatsächliche allergische Reaktionen so hochspielen.

Rychlik vor 7 Wochen

durch Arbeit zu Wohlstand + Luxus + Pferdchen + Kreuzfahrt usw,
abends daheim sichert Relaxen + Ausschlafen, denn Schlaf ist so wichtig

Mehr aus Deutschland

Marco Wanderwitz auf der Pressekonferenz zum Zukunftszentrum Deutsche Einheit 1 min
Bildrechte: mdr