Corona-Daten-Newsletter | Freitag, 22. Oktober 2021 Ämter: Noch immer im Corona-Modus

Johanna Daher
Bildrechte: MDR/Marieke Polnik

Im multimedialen Corona-Daten-Update: Wie lange bleiben die Ämter noch im Corona-Modus? Außerdem: Der Blick auf die aktuellen Corona-Zahlen.

An einer Scheibe weist ein Schriftzug auf ein Bürgerbüro hin.
Einen Termin beim Bürgerbüro bekommen? Seit der Corona-Pandemie ist das noch schwieriger geworden. Bildrechte: MDR/Michael Rosebrock

Guten Abend liebe Abonnentinnen und Abonnenten,

haben Sie während der Corona-Pandemie mal versucht, Ihren Personalausweis zu erneuern? Ich musste das vor ein paar Monaten in Magdeburg machen, weil meiner leider abgelaufen war. Einen Termin bekommen? Super schwierig. Genau darüber wollen wir heute reden und die Frage beantworten: Wann kehren die Ämter aus dem Corona-Modus zurück?

Dafür möchte ich Ihnen als erstes dieses Audio meiner Kolleginnen und Kollegen von MDR Aktuell zum Thema empfehlen:

Ihnen gefällt der Newsletter? Empfehlen Sie ihn gern weiter. Wenn Sie in Zukunft den Newsletter bequem und regelmäßig in Ihrem Mailpostfach erhalten wollen, können Sie sich kostenlos hier dafür anmelden.

Behörden: Zwischen Corona-Modus und Tricks

Was Sie aus dem Audio-Beitrag mitnehmen können: 

  • Das Anhalten der Pandemie wirkt sich weiterhin auf die Vorgehensweise der Ämter aus - ein Ende ist hier noch nicht in Sicht. Dementsprechend bleibt das Terminvergabesystem, online oder per Telefon, weiterhin bestehen.
  • Auch wenn diese Vergabesysteme, wie in Leipzig, anzeigen, dass es gerade keine Termine in der nahen Zukunft gibt: ein genauer Blick lohnt sich. Denn man kann tagesaktuelle Termine bekommen, wenn man schnell ist und Punkt 8 Uhr und 12 Uhr versucht, einen Online-Termin zu buchen.
  • Falls Sie einen Notfall haben, gibt es ebenfalls Möglichkeiten, schneller dran zu kommen. Wie Hanna Saur von der Stadt Leipzig erklärt, gebe es immer eine "Fastline" für Notfälle, etwa bei verlorenen Personalausweisen.

Wie bereits gesagt, wollte ich gerne in Magdeburg einen Termin beim Bürgeramt haben. Im Gegensatz zu Leipzig, wo alle Anfragen abgearbeitet werden konnten, gibt es hier noch viel zu tun. Die Stadt Magdeburg versucht jetzt, was den Sommer hinweg nicht gelungen ist: die Wartezeit zu verringern – mit mehr Personal, längeren Öffnungszeiten. In dringenden Fällen kann man in Magdeburg neuerdings außerdem zwischen 8 und 9 Uhr auch ohne Termin kommen, erklärt Holger Platz, Beigeordneter der Verwaltung in Magdeburg. Ab 2022 sollen die Wartezeiten wieder kürzer werden, so seine Prognose.

Zur Erinnerung: So sah die Situation in Sachsen-Anhalts Bürgerbüros diesen Sommer aus:

Auf einen Blick: Die aktuellen Zahlen

Nachdem wir gerade eben schon das Anhalten der Pandemie angesprochen haben, werfen wir jetzt einen Blick auf die aktuellen Zahlen: Dem Robert Koch-Institut (RKI) sind am Freitag, den 22. Oktober 2021 bundesweit 19.572 neu positiv Getestete gemeldet worden (Stand 8:30 Uhr). Im Vergleich zum Freitag vor einer Woche ist die Zahl der gemeldeten Neuinfizierten um rund 8.000 höher.

Die meisten Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag gab es heute in Baden-Württemberg (+5.102), Bayern (+4.461) und Nordrhein-Westfalen (+2.284). Die niedrigsten Werte wurden aus dem Saarland (+97) und Bremen (+94) gemeldet.

Die höchsten 7-Tage-Inzidenzen laut RKI verzeichnet Thüringen (192,7). Danach folgen Bayern (153,9) und Sachsen (142,5).

Im Folgenden nun die Zahlen nach Angaben der Ministerien, von Behörden und der Landkreise. Die Werte können von denen des RKI abweichen, da sie etwas aktueller sind, dadurch jedoch durch Nachmeldungen korrigiert werden können. 

Sachsen

  • Aktive Fälle: 12.068 ↗ (+1.197 zum Vortag)
  • Hospitalisierungsrate*: 3,2
  • COVID-19-Intensivpatienten: 122 (+6), davon 56 beatmet (+6), 175 freie 
  • COVID-19-Intensivbetten
  • Impfquote: 56,3 Prozent (vollständig geimpft)
  • 12-17 Jahre: 24,2 Prozent
  • 18-59 Jahre: 56,8 Prozent
  • 60+ Jahre: 78,3 Prozent
  • Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19: 10.360 (+6)

Thüringen

  • Aktive Fälle: 7.070 ↗ (+667 zum Vortag)
  • Hospitalisierungsrate*: 3,1
  • COVID-19-Intensivpatienten: 47, davon 16 beatmet, 86 freie 
  • COVID-19-Intensivbetten
  • Impfquote: 60,2 Prozent (vollständig geimpft)
  • 12-17 Jahre: 27,1 Prozent
  • 18-59 Jahre: 61,1 Prozent
  • 60+ Jahre: 81,6 Prozent
  • Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19: 4.515 (+9)

Sachsen-Anhalt

  • Aktive Fälle: 3.270
  • Hospitalisierungsrate*: 2,93
  • COVID-19-Intensivpatienten: 33, davon 18 beatmet, 76 freie 
  • COVID-19-Intensivbetten
  • Impfquote: 63 Prozent (vollständig geimpft)
  • 12-17 Jahre: 25 Prozent
  • 18-59 Jahre: 64 Prozent
  • 60+ Jahre: 84 Prozent
  • Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19: 3.572

* Die Hospitalisierungsrate beschreibt die 7-Tage-Inzidenz der hospitalisierten COVID-19-Fälle. Durch Übermittlungsverzug wird die Rate in gewissem Maß unterschätzt werden, schreibt das RKI. Auch Recherchen der "Zeit" und des "Spiegell" zeigen das. Ein deutschlandweit gültiger Grenzwert dafür, welche Maßnahmen eine bestimmte Hospitalisierungsrate nach sich ziehen, wurde nicht festgelegt. Die Bundesländer beziehen die Rate derzeit in komplexe Berechnungen ein (Sachsen und Thüringen) oder überlassen die Entscheidung über Maßnahmen den einzelnen Landkreisen (Sachsen-Anhalt). Warum die Hospitalisierungsrate in der jetzigen Form als neue Corona-Kennzahl untauglich ist, erklärt MDR-Datenjournalist Manuel Mohr in diesem Artikel.

(Quellen: Schätzung der aktiven Fälle: eigene Berechnung, LAV Sachsen-Anhalt, TMASGFF, Sozialministerium Sachsen | Hospitalisierungsrate: RKISozialministerium SachsenTMASGFF | IntensivpatientenDivi | Impfquote: RKI | Todesfälle: LAV Sachsen-Anhalt, TMASGFF, Sozialministerium Sachsen, RKI)

Alle Grafiken und weiteren Zahlen finden Sie hier in den Übersichten der Kolleginnen und Kollegen.

Außerdem möchte ich Ihnen diese spannende Datenanalyse meines Kollegen Manuel Mohr empfehlen. Er hat sich angeschaut, wie die Corona-Zahlen im Herbst 2020 im Vergleich zu diesem Herbst aussehen, welche Unterschiede es gibt und was bei dem Vergleich beachtet werden muss:

Schwangere sollten sich gegen Grippe impfen

Schwangere haben es meiner Meinung nach während der Pandemie besonders schwer: Sie sind für sich und ihr Baby verantwortlich, lange war für sie unklar, ob sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen können oder nicht. Wozu Frauenärztinnen und -ärzte jetzt raten: Dass sich Schwangere neben Corona auch gegen Grippe impfen lassen, da ihr Immunsystem besondere Unterstützung braucht.

Dr. Cornelia Hösemann, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe aus Großpösna in Sachsen erklärt: "Das eine ist, wir haben gefühlt jeden Tag mehrmals zur Covid-Erkrankung zum Pandemiegeschehen Informationen erhalten und haben ein bisschen aus dem Blick bekommen, dass wir für unsere Gesundheit ja auch noch andere Impfungen zur Verfügung haben und dass diese wieder in den Fokus müssen."

So eben auch die Grippeschutzimpfung. Wenn Sie aktuell schwanger sind, sind das die wichtigen Infos für Sie zum Thema:

Zum Schluss ...

... wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende! Sollte das Wetter wieder etwas besser, weniger stürmisch und trockener werden, empfehle ich Ihnen einen Spaziergang. Und das zum Beispiel vorbei an den schönen, alten Obstalleen, die es in Sachsen-Anhalt gibt. Zu dem ganzen Thema habe ich übrigens auch eine Fernsehsendung als Anschau-Tipp für Sie, die Sie untenstehend finden.

Bis bald!

Ihre Johanna Daher

Historische Obstallee bei Elsdorf. 30 min
Historische Obstallee bei Elsdorf. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Unterwegs in ... Sa 23.10.2021 18:15Uhr 29:34 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Mit Bestätigung dieser Anmeldung zu diesem Service willigen Sie in die Speicherung der von Ihnen eingetragenen Daten ein. Diese werden vom MDR ausschließlich dazu verwandt, Ihnen den ausgewählten Service bereitzustellen. Sie werden von uns nicht an Dritte weitergegeben oder Dritten überlassen.

Sie haben jederzeit die Möglichkeit, mit E-Mail an webmaster@mdr.de den Inhalt Ihrer Einwilligung abzurufen und zu verändern sowie die Einwilligung mit Wirkung für die Zukunft zu widerrufen. Nach Widerruf bzw. Deaktivierung/Abmeldung des Services werden Ihre Daten gelöscht.

Hinweise zum Datenschutz und Informationen zur Verarbeitung Ihrer Daten finden Sie in der Datenschutzerklärung des MDR.

Die mit einem * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 22. Oktober 2021 | 06:05 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus Deutschland