Corona-Daten-Newsletter | Mittwoch, 18. August 2021 Inzidenz verliert als Maßstab an Wert

Julia Heundorf
Bildrechte: MDR/Kevin Poweska

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gelten bald neue Landesverordnungen. Die Inzidenz soll dann nicht mehr der alleinentscheidende Faktor für neue Maßnahmen sein. Stattdessen soll zum Beispiel mehr auf die Auslastung auf Intensivstationen geguckt werden – wie es in Sachsen bereits seit März getan wird.

Sieben-Tage-Inzidenz
Bildrechte: IMAGO / Rüdiger Wölk

Guten Abend liebe Abonnentinnen und Abonnenten,

in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gibt es in einigen Tagen neue Corona-Verordnungen. In allen drei Ländern verliert damit der Inzidenzwert an Bedeutung. Das liegt unter anderem daran, dass mit steigenden Impfquoten immer mehr Testpflichten, aber auch Testangebote wegfallen. Welche Werte in Zukunft stärker beachtet werden sollen, wenn es um Maßnahmen geht, erfahren Sie heute in diesem Update – nach den aktuellen Zahlen. 

Wir starten mit einer schönen Information: Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Halle hat seine ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer am Dienstag ausgezeichnet. DRK-Corona-Tester Fabian Pürschel hat MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE von seinem Ehrenamt berichtet.

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Auf einen Blick: Die aktuellen Zahlen

Dem Robert Koch-Institut (RKI) sind an einem Tag 8.324 neue Corona-Infektionen gemeldet worden, 2.691 davon aus Nordrhein-Westfalen, 1.104 aus Bayern und 1.047 aus Baden-Württemberg. Die Inzidenz liegt bei 40,8. Auf Länderebene ist die Inzidenz in Hamburg am höchsten (74,5), gefolgt von Berlin (69,2) und Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein (64,6).

In Sachsen beträgt die Inzidenz 14, in Sachsen-Anhalt und Thüringen 11,1.

Sachsen hat als letztes Bundesland die Impfquote von 50 Prozent überschritten.

Im Folgenden nun die Zahlen aus unseren drei Bundesländern. Die Werte weichen in der Regel von denen des RKI ab, da sie etwas aktueller sind. Außerdem ordnet das RKI nachgemeldete Zahlen dem tatsächlichen Erkrankungs- oder Meldedatum zu, auch wenn sie dadurch aus der Zeitspanne der sieben Tage herausfallen.

Sachsen

  • Aktive Fälle: 1.573 ↗ (+192 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 21, davon 11 beatmet 
  • Intensivbetten: 1.194 belegt, 273 frei, davon 130 Covid-spezifisch
  • Impfquote: 53,7 Prozent (Erstimpfung), 50,1 Prozent (Zweitimpfung)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 10.232 (+2)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 276.670 (+70)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 288.525 (+316) 

Sachsen-Anhalt

  • Aktive Fälle: 442 ↗ (+21 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 4, davon 2 beatmet 
  • Intensivbetten: 631 belegt, 116 frei, davon 54 Covid-spezifisch
  • Impfquote: 58,9 Prozent (Erstimpfung), 54,9 Prozent (Zweitimpfung)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 3.476 (+/-0)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 96.247 (+37)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 100.165 (+57)

Thüringen

  • Aktive Fälle: 418 ↗ (+62 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 8, davon 4 beatmet
  • Intensivbetten: 537 belegt, 114 frei, davon 48 Covid-spezifisch
  • Impfquote: 57,0 Prozent (Erstimpfung), 53,7 Prozent (Zweitimpfung)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 4.439 (+/-0)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 125.435 (+7)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 130.292 (+69)

Neue Corona-Strategien: Inzidenz verliert an Wert

Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen erlassen mit neuen Verordnungen unter anderem, dass bei den Corona-Strategien nicht mehr nur die Inzidenz als Maßstab genutzt werden soll.

  • In Thüringen bleibt die Inzidenz der Leitindikator, aber es wird auch auf die Belegung der Intensivbetten geschaut, auf die Hospitalisierung, die Ausbruchsumstände und die Impfquote.

  • In Sachsen-Anhalt wird die Inzidenz laut Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) weiterhin Gesetzesgrundlage sein. Auch hier gilt die Verordnung voraussichtlich ab Montag. Es soll aber in Zukunft auch darauf geschaut werden, wie die Intensivstationen ausgelastet sind, wie schwer Infizierte erkranken, wie viele Betroffene beatmet werde müssen und wie hoch die Impfquote in einem Landkreis oder einer Region ist. Damit sollte es in Landkreisen und Städten mehr Flexibilität beim Pandemie-Management geben.


  • In Sachsen hat Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) angekündigt: "Grundsätzlich werden alle Angebote und Geschäfte inzidenzunabhängig öffnen können – natürlich unter den bekannten Schutzvorkehrungen." Wenn es notwendig wird, werde es allerdings notwendige Einschränkungen geben. Die Inzidenz solle dann weiterhin "nicht der einzige Maßstab" sein. In Sachsen wird bereits seit März zusätzlich zur Inzidenz ein Frühwarnsystem der Bettenbelegung in den Krankenhäusern herangezogen.

Was außerdem los war

Den Erfolg der mRNA-Impfstoffe wollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nun auf andere Krankheiten ausbilden, darunter Grippe, Malaria und HIV. Sogar im Kampf gegen Krebs wird in Laboren mit mRNA-Technologie gearbeitet. 

Moderna wird nun erste Testphasen mit einem HIV-Impfstoff auf mRNA-Basis starten.

(Auf dem Twitter-Bild der amerikanischen Nachrichtenorganisation "Now This" steht auf Deutsch etwa: "Moderna ist bereit, Tests für HIV-Impfstoffe auf Grundlage von mRNA-Technologie zu starten.")

Zum Schluss

"Kathi"-Kuchenmischungen aus Halle gibt es nun seit 70 Jahren. MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE war zum Jubiläum zu Besuch. Das Video gebe ich Ihnen noch mit auf den Weg. Die nächste Ausgabe des Corona-Daten-Updates erhalten Sie am Montag. Alle wichtigen Informationen und Entwicklungen erfahren Sie weiterhin auf unseren Webseiten

Am Freitag erscheint eine neue Ausgabe unseres Klima-Updates. Bei Interesse können Sie sich dafür hier anmelden.

Bleiben Sie gesund! 
Viele freundliche Grüße
Julia Heundorf 

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSEN-ANHALTHEUTE | 17. August 2021 | 19:00 Uhr

3 Kommentare

DermbacherIn vor 15 Wochen

Die Inzidenz als medizinischer Indikator für Erkrankte pro 100.000 wird hier komplett missbraucht, weil man hier lediglich auf Testpositive pro 100.000 schaut und nicht Erkrankte. Das sollte mittlerweile doch auch die letzte JournalistIn des MDR verstanden haben!
Warum ist das ein Problem? Weil man so diese Inzidenz schlichtweg durch die variierende Testanzahl beeinflusst. Das ist doch wohl nicht so schwer zu verstehen, oder?
Weiterhin wird sich hier wieder mal auf eine Modellrechnung bezogen, wo jegliche Validierung der Ausgangsparameter fehlt und durch nichts belegt wird. Und das ausgerechnet auch noch die Leute des DIVI die ihre Expertise ja eindrucksvoll durch das Datenchaos, welche sie zu verantworten haben, " belegt" haben.
Es geht immer munter so weiter. Planlos durch die Pandemie. Kann man sich nicht ausdenken, so eine Story.

DermbacherIn vor 15 Wochen

Die gesamten Corona-Maßnahmen von Bund, Ländern und Kommunen stehen und fallen mit dem Inzidenzwert. Liegt er unter einem Schwellenwert, darf gelockert werden, übersteigt er einen anderen Schwellenwert, muss die „Notbremse“ gezogen werden. Dabei wird nicht mehr hinterfragt, was dieser Inzidenzwert eigentlich aussagt. Das ist fahrlässig und töricht, da diese Größe willkürlich und nicht geeignet ist, um mit ihr derart schwere Eingriffe in die Gesellschaft zu rechtfertigen.

DermbacherIn vor 15 Wochen

Der PCR-Test ist ein hilfreicher Labor-Parameter in der Diagnostik von Erkrankungen und darf auch nur hier verwendet werden (laut WHO). Als alleiniges Testverfahren im millionenfachen Screening von Gesunden auf SARS-CoV-2 und als politische Begründung für die vom Staat verfügten Einschränkungen der Grundrechte ist er obsolet.

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