Corona-Daten-Newsletter | Mittwoch, 1. September 2021 Aktuelle Fragen rund ums Impfen

Julia Heundorf
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Die Inzidenz ist in Deutschland wieder vergleichsweise hoch – trotz Impfungen. Dadurch entstehen neue Fragen, zum Beispiel, ob geimpfte Personen in Quarantäne müssen, wenn sie positiv getestet werden oder wenn eine Kontaktperson positiv getestet wird.

Eine Person bekommt eine Spritze, die Nadel dringt in die Haut am Oberarm ein.
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Guten Abend liebe Abonnentinnen und Abonnenten,

die Inzidenz ist in Deutschland trotz Impfungen wieder vergleichsweise hoch. Damit kommen neue Fragen auf, zum Beispiel, ob geimpfte Personen in Quarantäne müssen, wenn sie positiv getestet werden oder wenn eine Kontaktperson positiv getestet wird. Außerdem rückt das Thema Dritt-Impfung in greifbare Nähe. In Thüringen geht es schon los. Mehr dazu erfahren Sie nach den aktuellen Zahlen. 

Außerdem fängt die Schule wieder an. Im aktuellen Corona-Podcast spricht Professor Alexander Kekulé über aktuelle Gefahren für Kinder, die ja bis zum einem gewissen Alter gar nicht geimpft sind. Aber es geht auch um die steigenden Inzidenzen und die Rolle von Geimpften und Ungeimpften dabei.

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Auf einen Blick: Die aktuellen Zahlen

Dem Robert Koch-Institut (RKI) sind seit dem Vortag 13.531 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Die bundesweite Inzidenz liegt bei 75,7.

Die meisten neuen Corona-Fälle in absoluten Zahlen wurden aus Nordrhein-Westfalen gemeldet (3.580), gefolgt von Bayern (2.067) und Baden-Württemberg (1.848). In Nordrhein-Westfalen liegt die Inzidenz im dreistelligen Bereich (120,3). Die zweithöchste Inzidenz auf Länderebene verzeichnet Bremen (94,5), die dritthöchste das Saarland (88,8). Insgesamt sind in ganz Deutschland seit Beginn der Pandemie knapp vier Millionen Menschen positiv auf Corona getestet worden.

In unseren drei Bundesländern sind die Inzidenzen vergleichsweise niedrig: In Thüringen liegt sie bei 24,8, in Sachsen bei 19,5, in Sachsen-Anhalt bei 16,9. 

  • Apropos Daten: In Berlin ist heute ein neues Zentrum der Weltgesundheitsorganisation WHO eröffnet worden. Dort sollen Informationen gesammelt werden, um Pandemien in Zukunft früher zu erkennen, etwa Daten über Tiergesundheit, Krankheiten, Bevölkerungsbewegungen und Klimawandelfolgen, die auch von Künstlicher Intelligenz verarbeitet werden sollen.

Im Folgenden nun die Zahlen aus unseren drei Bundesländern. Die Werte weichen in der Regel von denen des RKI ab, da sie etwas aktueller sind. Außerdem ordnet das RKI nachgemeldete Zahlen dem tatsächlichen Erkrankungs- oder Meldedatum zu, auch wenn sie dadurch aus der Zeitspanne der sieben Tage herausfallen.

Sachsen

  • Aktive Fälle: 2.190 ↗ (+121 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 24, davon 14 beatmet
  • Intensivbetten: 1.214 belegt, 259 frei, davon 122 Covid-spezifisch
  • Impfquote: 55,3 Prozent (Erstimpfung), 52,0 Prozent (Zweitimpfung)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 10.242 (+/-0)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 277.850 (+130)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 290.282 (+251)

Thüringen

  • Aktive Fälle: 895 ↗ (+104 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 10, davon 3 beatmet 
  • Intensivbetten: 541 belegt, 112 frei, davon 49 Covid-spezifisch
  • Impfquote: 58,5 Prozent (Erstimpfung), 55,9 Prozent (Zweitimpfung)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 4.445 (+/-0)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 125.879 (+43)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 131.219 (+147)

Sachsen-Anhalt

  • Aktive Fälle: 672 ↗ (+51 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 5, davon 4 beatmet 
  • Intensivbetten: 604 belegt, 127 frei, davon 45 Covid-spezifisch
  • Impfquote: 60,9 Prozent (Erstimpfung), 57,8 Prozent (Zweitimpfung)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 3.497 (+/-0)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 96.793 (+61)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 100.961 (+111)

Aktuelle Fragen rund ums Impfen

Müssen geimpfte Infizierte in Quarantäne?

  • Ja. "Impfdurchbruch" nennt man es, wenn sich jemand trotz Impfung mit dem Coronavirus infiziert. Das kann passieren. Laut RKI ist die Wahrscheinlichkeit für Geimpfte geringer, sich anzustecken und wiederum andere zu infizieren. Die Möglichkeit besteht aber.
  • Wer Symptome hat, muss sich auf das Coronavirus testen lassen. Fällt der Test positiv aus, gelten die gleichen Regeln wie für alle anderen auch. Das bedeutet: 14 Tage Quarantäne, auch für Geimpfte. Wer aber geimpft ist, keine Symptome hat und dann positiv getestet wird (zum Beispiel im Rahmen von Kontaktpersonen-Management), muss zunächst zwar in Quarantäne, kann sich aber nach fünf Tagen mit einem PCR-Test "freitesten."
  • Wer einfach nur Kontaktperson ist, muss erst einmal nur dann in Quarantäne, wenn sie oder er nicht durch Impfung oder frühere Erkrankung immungeschützt ist.

Müssen Arbeitnehmer ihren Impfstatus mitteilen?

  • Nein. Das Kabinett hat die Corona-Arbeitsschutzverordnung verlängert und ergänzt. Demnach muss weiterhin niemand dem Chef oder der Chefin sagen, ob man geimpft ist noch nicht.
  • Wenn Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber den Impfstatus kennen, müssen sie ihn aber berücksichtigen, wenn es um erforderliche Schutzmaßnahmen geht.
  • Und: Sie müssen ihre Mitarbeitenden in Zukunft über Risiken einer Covid-Erkrankung und Impfmöglichkeiten informieren und sie gegebenenfalls für Impftermine freistellen.

Was weiß man über die Dritt-Impfung?

  • Sie wird auch als Auffrischungs- oder Booster-Impfung bezeichnet. Das Thema Dritt-Impfung ist heute aktuell, weil a) Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bereits damit beginnen und b) die deutschen Kassenärztinnen und -ärzte die Ständige Impfkommission (Stiko) aufgefordert haben, eine offizielle Empfehlung für die Drittimpfung auszusprechen.
  • Das RKI sowie zwei Virologen sagten der Tagesschau, dass sie eine Stiko-Empfehlung bald erwarten. Laut RKI werden aktuell "international diverse Studien zu der Fragestellung durchgeführt, ob und gegebenenfalls in welchem Zeitabstand eine COVID-19-Auffrischimpfung notwendig sein wird".

Sachsen-Anhalt: So sind Schulen auf das neue Schuljahr vorbereitet

Die Schule geht in Sachsen-Anhalt am Donnerstag wieder los – mit Präsenzpflicht. Wer nicht geimpft ist, muss sich testen lassen. Ein Schulleiter erzählt von den notwendigen Vorbereitungen der Corona-Schutzmaßnahmen und für den Notfall auch des Digitalunterrichts. Außerdem hat der Vorsitzende des Landesschülerrats mit Moderatorin Susi Brandt gesprochen. Er sagt: Die Situation ist "recht gut", aber von Schule zu Schule auch unterschiedlich. Teilweise sei die technische Ausstattung sehr gut, teilweise verbesserungswürdig. Er plädiert für so viel wie möglich Präsenzunterricht sowie Corona-Tests.

Mehr Infos zum Schulstart finden Sie in den folgenden Beiträgen:

Zum Schluss

gebe ich Ihnen heute noch eine Warnung mit: Betrügerinnen und -betrüger nutzen immer öfter die Pandemie, um Geld von Menschen zu ergaunern. Sie rufen etwa an und tun so, als seien sie Verwandte, die teure Medikamente bräuchten, und setzen die Angerufenen unter Druck. Zuletzt ist das in Chemnitz und Umgebung passiert. Eine ältere Frau wollte etwa einen fünfstelligen Beitrag bei der Bank abholen. Eine Mitarbeiterin wurde stutzig und der Betrug wurde aufgeklärt, bevor die Frau das Geld weitergeben konnte. Aber bei der Sparkasse Chemnitz sind solche Fälle in den vergangenen zwei Wochen neunmal bekannt geworden.

Also: Seien Sie vorsichtig mit Anrufen. Und bleiben Sie gesund. Ich melde mich am Freitag wieder mit Corona-Updates. 

Mit freundlichen Grüßen
Julia Heundorf

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN-JOURNAL | 01. September 2021 | 14:00 Uhr

6 Kommentare

DermbacherIn vor 42 Wochen

Wieder werden Szenarien durchgespielt und Wellen vorausgesagt!
Mit Zahlen kann man wunderbar spielen, es geht permanent um eine Massen-Impfung, kein Mittel ist zu schade, um dieses Ziel zu erreichen, pauschal sollen alle Bürger "durchgeimpft" werden, wer das nicht möchte, ist nicht mehr tragbar für die Gesellschaft. "OFF Limits" für Ungeimpfte ist das Wunschdenken mancher Geimpften.
Das Vertrauen in diese Impfstoffe, scheint sich auch bei Geimpften in Grenzen zu halten!
Diese Solidarität, ich schütze auch meine Mitmenschen mit einer Impfung, scheint in Anbetracht der Auffrischimpfungen ein wenig übertrieben.
Das Augenmerk nur auf Nichtgeimpfte zu legen, ist aktuell angesagt!
Von was möchte man ablenken?

DermbacherIn vor 42 Wochen

Des Weiteren sollte man zur Beurteilung der epidemiologischen Lage mehr Wert auf den Immunitätsstatus in der Bevölkerung legen, als sich nur auf die Durchimpfung zu konzentrieren.
Dazu wären von den verantwortlichen Stellen repräsentative Stichproben notwendig, die labortechnischen Voraussetzungen (Immunitätstest: Antikörper & T-Zellen) sind laut Pressemitteilung des Berufsverbandes deutscher Laborärzte gegeben.

DermbacherIn vor 42 Wochen

Noch anzumerken ist: Dass die Inzidenzen höher sind als vor einem Jahr, liegt aber auch daran, dass die Dunkelziffer von potenziell Infizierten durch viele notwendige Tests viel geringer ist: Abreise, Restaurants, Veranstaltungen, dies gab es letztes Jahr nicht. Damals startete die große Testoffensive erst Mitte August mit dem bekannten Chaos. Davor wurden nur Personen mit direktem Kontakt und Symptomen getestet. Wichtig ist daher die Beobachtung von unterschiedlichen Faktoren und nicht nur die alleinige und nichtssagenden Bundeswocheninzidenz. Das darf man aber sagen.

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