Corona-Daten-Newsletter | Mittwoch, 24. November 2021 Mal wieder neue Regeln…

Nicole Franz
Bildrechte: MDR/Fabian Frenzel

Im multimedialen Corona-Daten-Update: In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gelten ab dieser Woche neue Corona-Regeln. Außerdem werden Patientenverlegungen nach dem sogenannten "Kleeblatt-Konzept" vorbereitet.

Frau mit FFP2-Maske
In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gelten verschärfte Corona-Regeln. Bildrechte: imago images/Rolf Poss | Grafik MDR

Liebe Abonnentinnen und Abonnenten, 

die vierte Welle ist in vollem Gange und die Landesregierungen in unseren drei Bundesländern haben neue Corona-Regeln verkündet. Wir schauen uns in diesem Corona-Daten-Update an, was von nun an wo gilt. Außerdem werden erste Patientenverlegungen in andere Bundesländer geplant. Mehr dazu nach den aktuellen Zahlen. 

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Auf einen Blick: Die aktuellen Zahlen

Dem Robert-Koch-Institut (RKI) sind am Mittwoch, den 24. November 2021, bundesweit 66.884 neu positiv Getestete gemeldet worden, die meisten davon aus Bayern (15.609), Baden-Württemberg (10.169) und Sachsen (8.738).

Die höchsten 7-Tage-Inzidenzen laut RKI verzeichnet Sachsen mit 936. Danach folgen Thüringen mit 722 und Bayern mit 644.

Sachsen

  • Aktive Fälle: 87.297 ↗ (+7.406 zum Vortag)
  • Hospitalisierungsrate*: 5,20 (+0,81)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 522, davon 255 beatmet , 114 freie COVID-19-Intensivbetten
  • Impfquote: 57,8 Prozent (vollständig geimpft)
  • 12-17 Jahre: 28,1 Prozent
  • 18-59 Jahre: 58,8 Prozent
  • 60+ Jahre: 79,3 Prozent
  • Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19: 10.819 (+19)

Thüringen

  • Aktive Fälle: 28.355 ↗ (+1.420 zum Vortag)
  • Hospitalisierungsrate*: 18,6 (+1)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 195, davon 109 beatmet, 79 freie 
  • COVID-19-Intensivbetten
  • Impfquote: 62,1 Prozent (vollständig geimpft)
  • 12-17 Jahre: 32,0 Prozent
  • 18-59 Jahre: 63,6 Prozent
  • 60+ Jahre: 82,6 Prozent
  • Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19: 4.910 (+18)

Sachsen-Anhalt

  • Aktive Fälle: 22.391 ↗ (+3.192 zum Vortag)
  • Hospitalisierungsrate*: 12,66 (+0,1)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 120, davon 71 beatmet, 54 freie 
  • COVID-19-Intensivbetten
  • Impfquote: 64,5 Prozent (vollständig geimpft)
  • 12-17 Jahre: 29,7 Prozent
  • 18-59 Jahre: 66,4 Prozent
  • 60+ Jahre: 84,7 Prozent
  • Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19: 3.753 (+20)


* Die Hospitalisierungsrate beschreibt die 7-Tage-Inzidenz der Hospitalisierungen. Durch Übermittlungsverzug wird die Rate in gewissem Maß unterschätzt werden, schreibt das RKI. Auch Recherchen der Zeit, des Spiegel und des Hessischen Rundfunks zeigen das. Ein deutschlandweit gültiger Grenzwert dafür, welche Hospitalisierungsrate bestimmte Maßnahmen nach sich zieht, wurde nicht festgelegt. Die Bundesländer beziehen die Rate derzeit in komplexe Berechnungen ein (Sachsen und Thüringen) oder überlassen die Entscheidung über Maßnahmen den einzelnen Landkreisen (Sachsen-Anhalt). Warum die Hospitalisierungsrate in der jetzigen Form als neue Corona-Kennzahl untauglich ist, erklärt MDR-Datenjournalist Manuel Mohr in diesem Artikel.
(Quellen: Schätzung der aktiven Fälle: eigene Berechnung, LAV Sachsen-Anhalt, TMASGFF, Sozialministerium Sachsen | Hospitalisierungsrate: RKI, Sozialministerium Sachsen, TMASGFF | Intensivpatienten: Divi | Impfquote: RKI | Todesfälle: LAV Sachsen-Anhalt, TMASGFF, Sozialministerium Sachsen, RKI)

Alle Grafiken und weiteren Zahlen finden Sie hier in den Übersichten der Kolleginnen und Kollegen.

Das gilt seit Montag in Sachsen

Seit dem 22. November gilt in Sachsen eine Corona-Notfallverordnung. Der Unterschied zu den bisherigen Schutzverordnungen besteht darin, dass es keine Abstufung der Regeln aufgrund von Inzidenzen oder Krankenbettenbelegungen mehr gibt. Gründe dafür sind das dramatische Infektionsgeschehen im Freistaat und die Überlastung der Kliniken.

Das Ziel der Notfallverordnung ist es, möglichst viele Kontakte zu reduzieren. Dafür werden unter anderem Kultur-, Freizeit- und Sporteinrichtungen geschlossen. Der Einzelhandel darf nur noch zwischen 6 und 20 Uhr öffnen und nur mit 2G. Ausgenommen von der Regel sind Geschäfte zur Grundversorgung, zum Beispiel Apotheken, Lebensmittelgeschäfte, Drogerien und Optiker. Außerdem gelten 3G am Arbeitsplatz und eine Homeoffice-Pflicht, wo immer das möglich ist. Darunter zählen vor allem Büroarbeit oder vergleichbare Tätigkeiten. 

Alle Corona-Regeln von A bis Z, die aktuell in Sachsen gelten, können Sie hier nachlesen:

Das gilt seit Mittwoch in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt gelten seit Mittwoch, 24. November, schärfere Corona-Regeln. In vielen Innenräumen gilt ein 2G-Zugangsmodell. Neben Geimpften und Genesenen dürfen auch Kinder bis zum vollendeten 18. Lebensjahr bestimmte Räumlichkeiten betreten. Dazu zählen beispielsweise die Innengastronomie, Freizeiteinrichtungen und Vergnügungsstätten, Hotels und Ferienwohnung (Ausnahme: Beherbergungen aus beruflichen Gründen) sowie touristische Angebote wie Reisebusse, Schiff- oder Stadtrundfahrten. Dort, wo 2G gilt, müssen außerdem Hygienemaßnahmen wie Abstandsregeln und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes eingehalten werden. 

2G+ gilt in Clubs, Diskotheken und beim Chorgesang. Vom Tragen einer Maske, von Abstandsregelungen sowie Kapazitätsbegrenzungen kann bei 2G+ abgewichen werden.

3G gilt auf Weihnachtsmärkten, auf Messen und in Ausstellungen, im ÖPNV und bei körpernahen Dienstleistungen (z.B. Friseur, Kosmetik, Physiotherapie, Tattoostudio).

Von Donnerstag an können Erziehungsberechtigte Kinder von der Präsenzpflicht in Schulen befreien. Dafür muss ein schriftlicher Antrag bei der Schule gestellt werden. Die Befreiung muss mit dem geltenden Infektionsschutzgesetz begründet werden. So können vulnerable Gruppen, seien es die Schüler selbst oder deren Haushaltsmitglieder, als Grund angeführt werden. Die Abmeldung vom Präsenzunterricht kann nur wochenweise, nicht an einzelnen Tagen erfolgen. Der letzte Schultag vor den Weihnachtsferien wird auf den 17. Dezember vorverlegt.

Mehr zu den Regeln in Sachsen-Anhalt und wie diese kontrolliert werden, sehen Sie hier:

Das gilt ab Donnerstag in Thüringen

Die Landesregierung in Thüringen hat einen Teil-Lockdown angekündigt. Für Menschen, die nicht geimpft oder genesen sind, gilt eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr. Außerdem dürfen Ungeimpfte sich nur noch mit bis zu zwei weiteren Personen treffen, die nicht zum eigenen Haushalt gehören.

Es wird zudem eine 2G-Pflicht im Einzelhandel geben. Ebenso wie in Sachsen sind hier Geschäfte des täglichen Bedarfs ausgeschlossen. Auch Gaststätten dürfen in Innenräumen nur noch Geimpfte und Genesene bewirten.

Es gibt aber auch weitreichende Einschränkungen für alle Geimpften und Genesenen: Volksfeste und Weihnachtsmärkte werden untersagt. Clubs, Bars, Diskotheken, Freizeitparks, Indoor-Spielplätze sowie Freizeitbäder, Saunen, Thermen und Schwimmhallen müssen schließen. Der Schulsport wird von der Regel ausgenommen. Fitnessstudios und ähnliche Freizeitsport-Angebote in Innenräumen sind weiterhin möglich, allerdings nur noch für Genesene und Geimpfte, die zusätzlich getestet sind (2G+) – eine Ausnahme gilt für den Kinder- und Jugendsport.

Weitere Regeln für Thüringen können Sie sich hier durchlesen oder als Video anschauen:

Patientenverlegungen beginnen – auch in Thüringen

Da viele Kliniken und besonders die Intensivstationen überlastet sind, müssen manche Patienten in andere Landkreise und zum Teil sogar andere Bundesländer verlegt werden. Heute wurden 80 Anträge für eine bundesweite Verlegung von Patienten über das sogenannte Kleeblatt-Verfahren gestellt. 14 davon aus Thüringen.
Eigentlich bilden Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin das "Kleeblatt Ost". Bei Überlastungen können die Patienten zunächst in eines der Bundesländer verlegt werden, das ebenfalls zum Kleeblatt, in diesem Fall "Ost" gehört. Wenn in einer dieser Regionen absehbar keine freien Plätze mehr vorhanden sind, wird die Verlegung auch in andere Gebiete organisiert. Das "Kleeblatt Ost" hat nach Angaben des Innenministeriums die Stufe Rot erreicht. Deshalb werden keine Patienten mehr aufgenommen. Die 14 Patienten aus Thüringen müssen wahrscheinlich nach Hamburg, Bremen, Niedersachsen oder Schleswig-Holstein verlegt werden.

Meine Kollegen von #MDRklärt haben sich angeschaut, was passiert, wenn in einer Klinik keine Intensivbetten mehr frei sind. Dafür wurde das bereits erwähnte Kleeblatt-Prinzip entwickelt, das im Notfall Engpässe abfangen soll. Bevor das angewandt wird, versuchen die Kliniken erstmal die Patienten in der näheren Umgebung unterzubringen. Denn Transporte von Patienten stellen eine erhebliche zusätzliche Gefährdung da, außerdem braucht es intensivmedizinisch erfahrenes Personal, das den Transport begleitet.

Was heute außerdem wichtig war

  • SPD, Grüne und FDP haben heute auf Bundesebene ihren Koalitionsvertrag vorgestellt. Unter anderem soll der Kohleausstieg "idealerweise" auf 2030 vorgezogen werden. Außerdem soll der Mindestlohn auf 12 Euro pro Stunde angehoben werden. 
  • Halle bläst seinen Weihnachtsmarkt nach nur einem geöffneten Tag ab. Mit Inkrafttreten der neuen 3G-Regel ist der Markt aus Sicht der Stadt unmöglich geworden – und wurde nun abgesagt. Nun wollen Stadt und Händler bis zum Wochenende eine Alternative anbieten.

Zum Schluss

Den heutigen Newsletter möchte ich gerne etwas verspielt beenden – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Haben Sie früher oder auch heute mal mit "Ankersteinen" Skulpturen zu Hause nachgebaut? Der Spielzeughersteller aus Rudolstadt hat die bunten Steine nun auch in neuen Farben und Formen auf den Markt gebracht. 

Damit verabschiede ich mich für heute. Am Freitag wird meine Kollegin Susann Lehmann Sie über die neusten Entwicklungen informieren.

Beste Grüße
Nicole Franz

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN JOURNAL | 23. November 2021 | 19:00 Uhr

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