Corona-Daten-Newsletter | Montag, 17. Mai 2021 Längere Impfpause, höherer Schutz

Julia Heundorf
Bildrechte: MDR/Kevin Poweska

Heute im multimedialen Corona-Daten-Update: Eine Studie in England zeigt, dass längere Impf-Abstände dazu führen, dass mehr Antikörper gebildet werden. Es gibt trotzdem Gründe, nicht zu lange mit der Zweitimpfung zu warten. Außerdem: Ein Thüringer kämpft auch ein Jahr nach seiner schweren Covid-Erkrankung mit den Folgen der Krankheit.

Auf einer Schulter klebt ein Pflaster.
Bildrechte: MDR/Fabian Frenzel

Guten Abend liebe Abonnentinnen und Abonnenten,

welcher Abstand zwischen den zwei Corona-Impfungen ist ideal? Die Antwort ist nicht ganz einfach: Es hängt von der geimpften Person ab, vom Impfstoff und von weiteren Faktoren. Weil wir es mit einer Pandemie zu tun haben, muss auch geguckt werden: Ist das, was für die Einzelperson ideal ist, auch ideal für die Gesellschaft? 

Mit Blick auf die Gesellschaft hat die englische Regierung im vergangenen Jahr die üblichen Impfabstände verlängert, um schneller mehr Menschen einmal impfen zu können. In der Folge haben Forscherinnen und Forscher die Auswirkungen untersucht. Das Ergebnis habe ich Ihnen – stark vereinfacht – bereits im Titel verraten. Bevor wir ins Detail gehen, blicken wir auf die aktuellen Zahlen.

Tagesaktuelle Zahlen und Stimmen zu Impfungen in Deutschland, hat meine Kollegin Claudia Plaß für MDR AKTUELL zusammengetragen. Den Überblick können Sie sich hier anhören:

Am frühen Abend hat außerdem Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bekanntgegeben, dass die Impfpriorisierung am 7. Juni bundesweit aufgehoben wird. Sicher werden Sie morgen dazu weitere Details von mir erfahren.

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Auf einen Blick: Die aktuellen Zahlen

Für ganz Deutschland hat das Robert Koch-Institut (RKI) 5.412 Neuinfektionen seit dem Vortag registriert. Die meisten Neuinfektionen sind aus Nordrhein-Westfalen gemeldet worden (1.676), aus Bayern (1.028) und aus Baden-Württemberg (615).

Die Inzidenz ist im deutschlandweiten Vergleich in Thüringen am höchsten. Sie beträgt dort 122, in Sachsen 112 und in Baden-Württemberg 101. Für Sachsen-Anhalt meldet das RKI aktuell eine Inzidenz von 87. Unsere drei Länder liegen alle über dem Bundesdurchschnitt, der derzeit 83 beträgt.

Die Inzidenzwerte in Mitteldeutschland sind deutlich gesunken. Zum Vergleich zitiere ich den Newsletter vom vergangenen Montag: "Die höchsten 7-Tage-Inzidenzen laut RKI verzeichnen deutschlandweit Thüringen (177), Sachsen (176) und Baden-Württemberg (145) Sachsen-Anhalt hat einen dem Wert von 126." Das RKI wies aber heute auch darauf hin, dass bei der Interpretation der Fallzahlen der Feiertag am letzten Donnerstag zu beachten ist. 

Hier nun die Zahlen aus unseren drei Bundesländern nach Angaben der Sozialministerien. (Die Werte weichen in der Regel von denen des RKI ab, da sie etwas aktueller sind. Außerdem ordnet das RKI nachgemeldete Zahlen dem tatsächlichen Erkrankungs- oder Meldedatum zu, auch wenn sie dadurch aus der Zeitspanne der sieben Tage herausfallen.)

Sachsen

  • Sachsen
  • Aktive Fälle: 13.214 ↘ (-519 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 353, davon 212 beatmet
  • Intensivbetten: 1.259 belegt, 213 frei, davon 84 Covid-spezifisch
  • Impfquote: 32,0 Prozent (Erstimpfung), 15,0 Prozent (Zweitimpfung)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 9.480 (+19)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 256.500 (+750)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 279.194 (+250)

Thüringen

  • Thüringen
  • Aktive Fälle: 8.073 ↘ (-734 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 156 , davon 93 beatmet
  • Intensivbetten: 554 belegt, 113 frei, davon 58 Covid-spezifisch
  • Impfquote: 33,7 Prozent (Erstimpfung), 15,1 Prozent (Zweitimpfung)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 4.103 (+1)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 112.868 (+854)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 125.044 (+121)

Sachsen-Anhalt

  • Aktive Fälle: 3.877 ↘ (-302 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 96, davon 62 beatmet
  • Intensivbetten: 682 belegt, 102 frei, davon 61 Covid-spezifisch
  • Impfquote: 35,4 Prozent (Erstimpfung), 11,3 Prozent (Zweitimpfung)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 3.230 (+5)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 89.544 (+371)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 96.651 (+74)

Alle Grafiken und weiteren Zahlen finden Sie hier in den Übersichten der Kolleginnen und Kollegen.

Längere Impf-Abstände, besserer Schutz

Je größer der Abstand zwischen zwei Impfungen, desto mehr schützende Antikörper werden gebildet – diese Erkenntnis erlangten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in England. Tests wurden bei über 80-Jährigen mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer durchgeführt.

Als es in England mit dem Impfen im vergangenen Jahr losging, hatte die Regierung entschieden, dass die zweite Impfung nach hinten verschoben werden kann. So konnten mehr Menschen zunächst erstgeimpft werden. Die zweite Impfung wurde auf den maximalen durch die klinischen Studien abgedeckten Zeitraum von 12 Wochen ausgedehnt.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigten in der Folge, dass die Menschen, die erst nach zwölf Wochen geimpft worden waren, bis zu 3,5 Mal so viele Antikörper hatten, wie die, die nach drei Wochen zum zweiten Mal geimpft wurden. Mehr zum Thema können Sie auch bei MDR WISSEN erfahren.

Dass der Impfschutz nach längerer Impfpause höher ist, hat auch Professor Alexander Kekulé von der Uni Halle am Samstag in seinem Podcast gesagt:

"Grundsätzlich ist es so, dass Impfstoffe – das wissen wir auch aus vielen anderen Beispielen – dann besonders gut wirken, wenn man die Booster-Impfung, also diese Auffrischungsimpfung, relativ spät macht. Also, eigentlich ist optimal sechs Monate später, diese Größenordnung. Oder sogar ein Jahr später."

Er ergänzte aber: "Wir sind hier in einer Pandemie und wir müssen möglichst schnell möglichst viele Leute halbwegs immun bekommen."

Am Samstag hat Professor Alexander Kekulé wieder Fragen von Hörerinnen und Hörern des Podcasts beantwortet: Greifen mRNA-Impfstoffe das Gefäßsystem an? Darf ein Arzt die Gabe von Astrazeneca ablehnen? Und er erklärt, ob man die Maskenpflicht für vollständig Geimpfte in Innenräumen aufheben könnte.

LIVESTREAM: Die Corona-Bürokratie – Scheitert Deutschland am Krisenmanagement?

Einige E-Mails haben uns in letzter Zeit erreicht mit der Frage: Warum kann ich meine Impfungen nicht mithilfe einer App nachweisen? Diese und andere Fragen diskutieren heute die Gäste bei "Fakt ist!" aus Dresden. Sie finden den Livestream über den Link unten. Ab 22:40 Uhr läuft die Sendung auch im Fernsehen. Digitaler Impfpass, Impf-Organisation sowie digitale Arbeit in Gesundheitsämtern werden Thema sein. Auch über Bildung, Katastrophenschutz und Wirtschaftshilfen wird die Runde in Dresden sprechen. Mit dabei sind Menschen aus Politik, aus der Telekommunikationsbranche und aus der Touristik.

Nach Corona-Intensivstation: Der lange Weg der Genesung

Ausschlag und Entzündung, ein gebrochener Fuß, schmerzhafte OP-Narben – mit diesen Folgen einer schweren Covid-Erkrankung hatte Andreas Weigel im letzten Jahr zu kämpfen und tut es noch. Eine Covid-Infektion hat seine Gesundheit nachhaltig beeinträchtigt. Davon hat er dem MDR THÜRINGEN JOURNAL erzählt.

Zum Schluss

Vielleicht ist Ihnen schon aufgefallen, dass ich Sie am liebsten mit Geschichten und Bildern niedlicher Tiere verabschiede. Heute geht es zum Schluss deshalb um kleine Nandus, die in Aschersleben per Hand aufgezogen werden. 

Ich melde mich morgen wieder mit aktuellen Zahlen, Daten und Entwicklungen. 

Mit freundlichen Grüßen
Julia Heundorf

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 11 | 17. Mai 2021 | 11:00 Uhr

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