Corona-Daten-Newsletter | Montag, 26. Juli 2021 Corona-Impfstoffe: Schon bald proteinbasierte Alternativen?

Olga Patlan
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Heute im Corona-Daten-Update: Die Impfmüdigkeit erreicht einen neuen Tiefpunkt. Dagegen könnten eventuell neue Impfstoffe nach altbewährten Wirkmechanismen helfen, die noch dieses Jahr zugelassen werden sollen.

Eine Person bekommt eine Spritze, die Nadel dringt in die Haut am Oberarm ein.
Bildrechte: Colourbox.de

Guten Abend liebe Abonnentinnen und Abonnenten,

ich hoffe, Sie haben einen schönen Wochenstart gehabt. Ich muss mich direkt zu Beginn entschuldigen. Bei uns gab es heute technische Schwierigkeiten, weswegen das Update heute etwas knapper ausfallen muss. Dennoch möchte ich auf folgende Themen eingehen: 

  • Schon bald Impfstoffe nach altbewährtem Wirkprinzip?
  • Zahl der Erstimpfungen sinkt weiter
  • Diskussion um Einschränkungen für Ungeimpfte

Da immer wieder Fragen zu Corona-Infektionen trotz vollständigen Impfschutzes auftauchen, also sogenannte Impfdurchbrüche, möchte ich Ihnen zuerst folgendes Video der Kollegen vom NDR Info empfehlen

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Schon bald Impfstoffe nach altbewährtem Wirkprinzip?

Gute Nachrichten an der Impfstoff-Front: Noch in diesem Jahr könnten weitere Impfstoffe gegen das Coronavirus zugelassen werden. Darunter auch solche, die nicht genbasiert sind, sondern stattdessen auf altbewährte Wirkmechanismen setzen. Das könnte insbesondere für alle diejenigen spannend sein, die sich impfen lassen wollen, aber bei den neuartigen genbasierten mRNA-Impfstoffen skeptisch sind.

Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet (RND), hat das US-Pharmaunternehmen Novavax angekündigt, bis September die Zulassung für einen Covid-19-Impfstoff in der EU beantragen zu wollen. Das sogenannte Vakzin „NVX-CoV2373″ soll laut Studien des Herstellers zu mehr als 90 Prozent vor Infektionen mit der Alpha-Variante geschützt haben. Schwere Verläufe würden sogar bis zu 100 Prozent verhindert werden. Bis zu 70 Prozent würde der neue Impfstoff vor verschiedenen neuen Varianten schützen. 

Die Wirkung sei demnach ähnlich gut wie die der bereits zugelassenen mRNA-Impfstoffe. Der Impfstoff von Novavax basiert aber auf altbewährtem Prinzip: auf synthetisch hergestellten Spike-Proteinen des Virus und löst unmittelbar die Bildung von Antikörpern im Immunsystem aus. Die Zulassung soll noch im September beantragt werden.

Einen weiteren Proteinimpfstoff entwickelt auch der französische Pharmakonzern Sanofi, in Zusammenarbeit mit dem britischen Unternehmen GlaxoSmithKline (GSK), wie RND weiter berichtet. Eine Marktzulassung wird bis Ende 2021 erwartet. Die chinesische Firma Sinovac Life Sciences setzt ebenfalls auf ein altbekanntes Impfstoff-Prinzip: Das sogenannte "Coronavac" enthält abgetötete Coronaviren, die sich im Organismus nicht mehr vermehren, aber eine Immunantwort auslösen können. Der Impfstoff liege bereits bei der EMA zur Zulassung vor.

Proteinbasierte Impfstoffe eventuell besser verträglich

Laut Prof. Dr. Carlos Alberto Guzman, der Leiter der Abteilung Vakzinologie und Angewandte Mikrobiologie am Helmholtz-Zentrum, haben insbesondere proteinbasierte Impfstoffe Vorteile. In einem Interview mit der Deutschen Welle sagte er: "Proteinbasierte Impfungen sind einfach sehr gut bekannt, werden in der Regel besser toleriert, und es gibt da keine großen Fragezeichen. Ein Nachteil ist, dass die Entwicklung von proteinbasierten länger dauert als bei Vektoren- oder mRNA-Impfstoffen." Zudem biete insbesondere der Impfstoff von Novovax einen Vorteil: Er soll sowohl gegen Covid-19 und die Grippe gleichzeitig schützen.

Zahl der Erstimpfungen sinkt weiter

Die Impfkamapagne in Deutschland stockt schon seit ein paar Wochen. Nun erreicht sie einen neuen Tiefpunkt. Die Zahl der Erstimpfungen ist so niedrig wie zuletzt im Februar, also vor rund einem halben Jahr, wie der Spiegel berichtet. Der Unterschied ist, dass es damals einen Imfpstoffmangel gab. 

Laut Impfdashboard des Bundesgesundheitsministeriums wurden am Sonntag 30.671 erste Impfdosen der Corona-Impfstoffe verabreicht. Das ist nach Angaben des Spiegels der geringste Tageswert seit dem 7. Februar. Insgesamt hätten in der vergangenen Woche 678.459 Menschen ihre erste Impfdosis gehabt. Das sei weniger als in der dritten Februarwoche. Die Impfbereitschaft in Deutschland fällt bereits seit 33 Tagen. Den vollen Impfschutz haben rund 49 Prozent der Bevölkerung.

Diskussion um Einschränkungen für Ungeimpfte 

Während die Impfbereitschaft nachlässt, steigen die Zahlen der Neuinfektionen wieder an. Deshalb ist eine neue Diskussion über Corona-Maßnahmen entbrannt und darum, ob es Unterschiede für Geimpfte und Nicht-Geimpfte geben soll.

Auf einen Blick: Die aktuellen Zahlen

Dem Robert Koch-Institut (RKI) sind am Montag, den 26. Juli 2021 bundesweit 958 neu positiv Getestete gemeldet worden (Stand 8:20 Uhr). Im Vergleich zum Montag vor einer Woche ist die Zahl der gemeldeten Neuinfizierten um rund 412 gestiegen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 14,3.

Im Folgenden nun die Zahlen nach Angaben der Sozialministerien und der Ministerien für Verbraucherschutz. Die Werte weichen in der Regel von denen des RKI ab, da sie etwas aktueller sind. Außerdem ordnet das RKI nachgemeldete Zahlen dem tatsächlichen Erkrankungs- oder Meldedatum zu, auch wenn sie dadurch aus der Zeitspanne der sieben Tage herausfallen.

Sachsen

  • Aktive Fälle: 771
  • COVID-19-Intensivpatienten: 16, davon 11 beatmet
  • Intensivbetten: 1.200 belegt, 271 frei, davon 129 Covid-spezifisch
  • Impfquote: 51,6 Prozent (Erstimpfung), 45,6 Prozent (Zweitimpfung)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 10.211
  • Schätzung der genesenen Patienten: 275.930
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 286.910

Thüringen

  • Aktive Fälle: 273
  • COVID-19-Intensivpatienten: 12, davon 10 beatmet
  • Intensivbetten: 536 belegt, 127 frei, davon 52 Covid-spezifisch
  • Impfquote: 55 Prozent (Erstimpfung), 48,5 Prozent (Zweitimpfung)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 4.413 (0)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 125.022 (+23)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 129.708 (+7)

Sachsen-Anhalt

  • Aktive Fälle: 116 
  • COVID-19-Intensivpatienten: 3, davon 1 beatmet
  • Intensivbetten: 605 belegt, 126 frei, davon 60 Covid-spezifisch
  • Impfquote: 56,6 Prozent (Erstimpfung), 47,9 Prozent (Zweitimpfung)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 3.454
  • Schätzung der genesenen Patienten: 95.908
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 99.478

Zum Schluss

Ich hoffe, Sie haben sich heute wieder gut informiert gefühlt. Falls Sie Anregungen oder Fragen haben, schreiben Sie uns gern. Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend!

Ihre
Olga Patlan

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 20. Juli 2021 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

nasowasaberauch vor 8 Wochen

Eine Pandemie ist eine Ausnahmesituation, die besondere Maßnahmen erfordert. Eine Impfpflicht für Berufsgruppe, die mit Menschen arbeitet ist usus und wer sich nicht impfen lassen will, der soll seine PCR und Schnelltests zukünfigt selber bezahlen. Alle Solidarität hat ein Ende. Die Verweigerer sollten sich die Deutschlandkarte mit der Verteilung der Neuinfektionen ansehen. Sie erinnert an den März 2020. Da war der Osten auch wenig betroffen, aber das dicke Ende kam.

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