Corona-Daten-Newsletter | Montag, 22. November 2021 Weihnachtsstimmung und Corona: Wo Weihnachtsmärkte öffnen und wo nicht

Nicole Franz
Bildrechte: MDR/Fabian Frenzel

Im multimedialen Corona-Daten-Update: Kurz vor dem ersten Advent sind in Sachsen-Anhalt und Thüringen die ersten Weihnachtsmärkte losgegangen. Anders ist es in Sachsen: Hier sind bereits alle Adventsmärkte abgesagt.

Collage für den Corona-Newsletter: Der Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz Wernigerode
Bildrechte: imago/epd

Guten Abend liebe Abonnentinnen und Abonnenten,

am kommenden Wochenende ist bereits der erste Advent. Ich persönlich habe es mir nicht nehmen lassen und schon angefangen, meine Wohnung zu dekorieren. Wann man damit beginnt, da scheiden sich ja bekanntlich die Geister. Ebenso gespalten sind die Meinungen und Regeln zum Thema Weihnachtsmarkt. Mancherorts wurde er heute eröffnet, in anderen Städten bereits abgesagt. Wir schauen uns in diesem multimedialen Corona-Daten-Update an, wo Sie einen Weihnachtsmarkt besuchen können, wenn Sie das denn überhaupt wollen, und welche Regeln Sie dabei beachten müssen.

Der Weihnachtsmarkt in Magdeburg. 5 min
Bildrechte: Sebastian Mokross

Ihnen gefällt der Newsletter? Empfehlen Sie ihn gern weiter. Wenn Sie in Zukunft den Newsletter bequem und regelmäßig in Ihrem Mailpostfach erhalten wollen, können Sie sich kostenlos hier dafür anmelden.

Auf einen Blick: Die aktuellen Zahlen

Dem Robert Koch-Institut (RKI) sind am Montag, den 22. November 2021 bundesweit 30.643 neu positiv Getestete gemeldet worden, die meisten davon aus Bayern (8.426), Sachsen (5.899) und Baden-Württemberg (4.377).

Die höchsten 7-Tage-Inzidenzen laut RKI verzeichnet Sachsen mit 961. Danach folgen Thüringen mit 648 und Bayern mit 640.

MDR aktuell - Logo 4 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sachsen

  • Aktive Fälle: 78.393 ↗ (+2.269 zum Vortag)
  • Hospitalisierungsrate*: 4,39 (+0,18)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 462, davon 229 beatmet, 138 freie 
  • COVID-19-Intensivbetten
  • Impfquote: 59,9 Prozent (vollständig geimpft)
  • 12-17 Jahre: 31,2 Prozent
  • 18-59 Jahre: 59,7 Prozent
  • 60+ Jahre: 78,6 Prozent
  • Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19: 10.740 (+21) 

Thüringen

  • Aktive Fälle: 27.021 ↘ (-1.111 zum Vortag)
  • Hospitalisierungsrate*: 17,6 (-1,1)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 196, davon 109 beatmet, 29 freie 
  • COVID-19-Intensivbetten
  • Impfquote: 63,5 Prozent (vollständig geimpft)
  • 12-17 Jahre: 35,7 Prozent
  • 18-59 Jahre: 62,5 Prozent
  • 60+ Jahre: 81,6 Prozent
  • Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19: 4.867 (+6)

Sachsen-Anhalt

  • Aktive Fälle: 19.199 ↗ (+3.077 zum Freitag)
  • Hospitalisierungsrate*: 12,56 (-0,42)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 109, davon 60 beatmet, 74 freie 
  • COVID-19-Intensivbetten
  • Impfquote: 64,7 Prozent (vollständig geimpft)
  • 12-17 Jahre: 34,3 Prozent
  • 18-59 Jahre: 63,8 Prozent
  • 60+ Jahre: 82,8 Prozent
  • Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19: 3.709 (+22)


* Die Hospitalisierungsrate beschreibt die 7-Tage-Inzidenz der Hospitalisierungen. Durch Übermittlungsverzug wird die Rate in gewissem Maß unterschätzt werden, schreibt das RKI. Auch Recherchen der Zeit, des Spiegel und des HR zeigen das. Ein deutschlandweit gültiger Grenzwert dafür, welche Maßnahmen eine bestimmte Hospitalisierungsrate nach sich ziehen, wurde nicht festgelegt. Die Bundesländer beziehen die Rate derzeit in komplexe Berechnungen ein (Sachsen und Thüringen) oder überlassen die Entscheidung über Maßnahmen den einzelnen Landkreisen (Sachsen-Anhalt). Warum die Hospitalisierungsrate in der jetzigen Form als neue Corona-Kennzahl untauglich ist, erklärt MDR-Datenjournalist Manuel Mohr in diesem Artikel.
(Quellen: Schätzung der aktiven Fälle: eigene Berechnung, LAV Sachsen-Anhalt, TMASGFF, Sozialministerium Sachsen | Hospitalisierungsrate: RKI, Sozialministerium Sachsen, TMASGFF | Intensivpatienten: Divi | Impfquote: RKI | Todesfälle: LAV Sachsen-Anhalt, TMASGFF, Sozialministerium Sachsen, RKI)

Alle Grafiken und weiteren Zahlen finden Sie hier in den Übersichten der Kolleginnen und Kollegen.

Erste Weihnachtsmärkte in Sachsen-Anhalt und Thüringen haben eröffnet

In einigen Städten in Sachsen-Anhalt und Thüringen haben heute die Weihnachtsmärkte eröffnet. In Magdeburg gilt kein 3G oder 2G im Freien, es gibt allerdings auch keinen hochprozentigen Alkohol. Glühwein mit "Schuss" gibt es dieses Jahr also nicht. Außerdem soll es eine andere Musikauswahl geben als sonst, damit keine "Partystimmung" aufkommt. Die Öffnungszeiten sind ebenfalls etwas kürzer als gewöhnlich. Unter der Woche schließt der Weihnachtsmarkt um 21 Uhr, am Wochenende um 22 Uhr. Was der Betreiber des Magdeburger Weihnachtsmarktes zu den Corona-Regeln und der Eröffnung des Marktes sagt, können Sie sich hier anhören:

Der Weihnachtsmarkt in Magdeburg. 5 min
Bildrechte: Sebastian Mokross

Der Adventsmarkt in Dessau öffnet unter der 3G-Regelung. Ein kurzfristig aufgestellter Bauzaun soll den Veranstaltern zufolge den Zugang nur für Genesene, Geimpfte und Getestete sicherstellen. Jugendliche unter 18 Jahre sind davon ausgenommen. Unabhängig davon gelten Abstands- und Maskenpflicht.

In der Lutherstadt Wittenberg gibt es keine Einschränkungen, also keine 3G-Regel im Freien. Abstands- und Maskenpflicht gelten dennoch weiter.

In Halle hat die Stadt die Regeln für den Weihnachtsmarkt heute noch einmal verschärft. Die Stadt verzichtet beispielsweise auf eine feierliche Eröffnung des Marktes am Dienstag. Das geplante Kultur- und Musikprogramm wird nicht stattfinden, um Menschenansammlungen vor der Bühne zu vermeiden. An Buden, wo es Getränke und Speisen gibt, gilt 3G. Zudem werde die Zahl der Aufsichts- und Kontrollkräfte erhöht. Weiterhin gelten bereits beschlossene Maßnahmen: Der Markt wird auf vier Standorte aufgeteilt. Wenn der 1,5-Meter-Abstand nicht gewahrt werden kann, herrscht Maskenpflicht. Im Innenbereich herrscht 2G/3G und es gibt keine Tische.

In Aschersleben, Wernigerode und Köthen wurden die Weihnachtsmärkte bereits abgesagt

In Eisenach, Gotha und Erfurt eröffnen heute und morgen ebenfalls die Weihnachtsmärkte. In allen drei Städten gilt 2G. Auch Weimar plant am Dienstag mit dem Weihnachtsmarkt zu starten. Da in Thüringen die neue Landesverordnung nur 2.000 Menschen zulässt, ist die Stadt Erfurt kreativ geworden. Aus dem großen Markt auf dem Domplatz werden jetzt drei kleinere. Der Domplatz insgesamt wird eingezäunt. Es gibt vier Eingänge mit insgesamt 30 Schleusen. Dort müssen die Besucher nachweisen, dass sie geimpft oder genesen sind.

Die Betreiber der Weihnachtsmärkte in Thüringen können sich aber nicht in Sicherheit wähnen. Vor der Kabinettssitzung heute Abend ist ein Entwurf für eine neue Corona-Verordnung des Landes bekanntgeworden. Ein Punkt darin ist das Verbot von Weihnachtsmärkten. Über die neuen Regeln muss noch abgestimmt werden. Es ist auch noch offen, wann die Verordnung in Kraft treten soll

Übersicht über die Weihnachtsmärkte

Wie bereits beschrieben, finden in Sachsen-Anhalt und Thüringen manche Adventsmärkte statt und manche nicht. Hier finden Sie eine Übersicht, welche Märkte Sie besuchen können:

Frustration über abgesagte Märkte

In Sachsen dürfen dieses Jahr erneut keine Weihnachtsmärkte stattfinden. Auch in einigen Städten Mitteldeutschlands fallen die Weihnachtsmärkte aus. Die Frustration einiger Händler ist verständlicherweise groß. Der Zuckerwerkhändler Chris Göttermann hat eigentlich einen Stand auf dem Jenaer Weihnachtsmarkt. Normalerweise verkauft er dort Lebkuchen und gebrannte Mandeln. "Diese vier Wochen sind die Hauptgrundlage des Geschäfts. Das restliche Jahr verkaufen wir auch, aber der Weihnachtsmarkt ist die Haupteinnahmequelle, diese Zeit ist für unser Geschäft entscheidend." Chris Göttermann hofft aber auf Corona-Hilfen, wie vergangenes Jahr. Neben staatlichen Hilfen haben Bäckerfilialen und verschiedene Restaurants seine gebrannten Mandeln über den Straßenverkauf verkauft.

Holger Zastrow veranstaltet mit seiner Firma "Plan de Saxe" sowohl den Augustusmarkt auf der Dresdner Hauptstraße als auch den Canaletto-Markt in Pirna. Zastrow beziffert den finanziellen Schaden für beide Märkte auf 500.000 Euro. Sein Vertrauen in die sächsische Landesregierung ist durch die kurzfristige Absage der Märkte erschüttert. "Der Weihnachtsmarkt in Pirna ist komplett aufgebaut und der Augustusmarkt in Dresden befindet sich in den letzten Zügen. Ich habe auf die Zusage des Ministerpräsidenten vertraut und investiert. Hinzu kommen Kosten für Außenwerbung und Anzeigen. Die sind alle gebucht und werden erscheinen", erklärt Zastrow. Er befürchtet außerdem Auswirkungen auf seine Geschäftsbeziehung zu Schaustellern oder Künstlern.

Einen kleinen Trost gibt es für Weihnachtsfreunde aus Dresden: Der Striezelmarkt wurde zwar geschlossen, einige Attraktionen wie der Weihnachtsbaum, die Krippe, der Schwippbogen und die Pyramide sollen erstmal stehen bleiben und beleuchtet werden.

geschlossene Weihnachtsbuden auf dem Striezelmarkt. 3 min
Bildrechte: Konstantin Henß

MDRfragt: Knappe Mehrheit der Mitteldeutschen für Absage von Weihnachtsmärkten

Bei der aktuellen Befragung von MDRfragt, an der sich knapp 30.000 Mitteldeutsche beteiligt haben, ist eine knappe Mehrheit von 51 Prozent dafür, dass dieses Jahr überhaupt keine Weihnachtsmärkte stattfinden. Nur etwas weniger (45 Prozent) finden hingegen, dass es sie geben sollte. Drei Viertel der Befragten fehlt es bei all den Corona-Auflagen außerdem an der typischen Weihnachtsmarktstimmung in diesem Jahr. Alle Ergebnisse der Umfrage können Sie sich hier anschauen:

3G-Regel am Arbeitsplatz

Ab Mittwoch gilt am Arbeitsplatz die 3G-Regel. Das heißt, wer nicht geimpft oder genesen ist, muss jeden Tag mit einem negativen Corona-Test auf der Arbeit erscheinen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Entweder, man geht in ein Testzentrum und lässt dort einen Schnelltest (24h gültig) oder einen kostenpflichtigen PCR-Test (48h gültig) machen, oder man testet sich auf der Arbeit mit Hilfe des Vier-Augen-Prinzips.

Logo der Hörfunkwelle MDR AKTUELL 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Unsere Reporterin hat sich über Kosten und Kontrollen erkundigt

MDR AKTUELL Mo 22.11.2021 06:06Uhr 03:00 min

https://www.mdr.de/mdr-aktuell-nachrichtenradio/audio/audio-1890230.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Was heute außerdem interessant ist

Zum Schluss

In diesem Newsletter waren Weihnachtsmärkte das dominierende Thema. Deshalb möchte ich Sie zum Schluss noch auf eine weihnachtliche Sammelaktion hinweisen: Die Tafel in Zwickau sammelt Weihnachtspäckchen für Kinder. Kleidung, Spielsachen, Süßigkeiten, Schulsachen, Gutscheine aller Art oder Hygieneartikeln werden gebraucht. Von Obst, Alkohol und Plüschtieren bittet die Tafel abzusehen. Vielleicht wohnen Sie ja in der Region und möchten einem der Kinder eine kleine Freude bereiten.

Damit verabschiede ich mich für heute. Haben Sie noch einen schönen Abend und lassen Sie sich die Vorweihnachtszeit nicht allzu sehr vermiesen!

Beste Grüße
Nicole Franz

Ihr Feedback an uns

Sie haben eine Frage, wollen uns loben oder Feedback geben? Schreiben Sie uns an corona-newsletter@mdr.de

Sie wollen wissen, worum es in den vorherigen Newslettern ging? Kein Problem. Öffnen Sie einfach aus der nachfolgenden Übersicht den gewünschten Newsletter.

Mit Bestätigung dieser Anmeldung zu diesem Service willigen Sie in die Speicherung der von Ihnen eingetragenen Daten ein. Diese werden vom MDR ausschließlich dazu verwandt, Ihnen den ausgewählten Service bereitzustellen. Sie werden von uns nicht an Dritte weitergegeben oder Dritten überlassen.

Sie haben jederzeit die Möglichkeit, mit E-Mail an webmaster@mdr.de den Inhalt Ihrer Einwilligung abzurufen und zu verändern sowie die Einwilligung mit Wirkung für die Zukunft zu widerrufen. Nach Widerruf bzw. Deaktivierung/Abmeldung des Services werden Ihre Daten gelöscht.

Hinweise zum Datenschutz und Informationen zur Verarbeitung Ihrer Daten finden Sie in der Datenschutzerklärung des MDR.

Die mit einem * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | MDR SACHSEN | 21. November 2021 | 17:20 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus Deutschland