Flüchtlinge Über 100.000 Asyl-Erstanträge bis Ende September

Die Zahl der Menschen, die Asyl in Deutschland beantragen, ist im laufenden Jahr um mehr als 30 Prozent gestiegen. Vor allem registrierten die Behörden deutlich mehr Gesuche von Afghanen. Diese Entwicklung registriert auch die EU-Asylbehörde und mahnt, die Situation werde schwierig.

Afghanische Flüchtlinge, die aus Kabul evakuiert wurden, nach ihrer Ankunft auf der Air Base Ramstein
Deutlich mehr Geflüchtete aus Afghanistan ersuchen um Asyl in Deutschland. Bildrechte: dpa

Deutschland ist einem Medienbericht zufolge im laufenden Jahr der bisher wichtigste Zielstaat für Flüchtlinge und Migranten in der Europäischen Union. Wie die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Zahlen der EU-Asylbehörde EASO berichtet, haben bis Ende September 100.278 Menschen einen Asyl-Erstantrag gestellt. Diese Zahl nennt auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf).

Demnach wurden in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres in keinem anderen EU-Land so viele Asylanträge gestellt wie in Deutschland. Das zweitwichtigste Land für Schutzsuchende ist dem Bericht zufolge Frankreich mit über 54.000 Anträgen, gefolgt von Spanien und Italien.

Ein Drittel mehr Anträge als im Vorjahr

Die Zahl der Erstanträge ist insgesamt um über 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen, der allerdings stark von der Corona-Pandemie geprägt war mit geschlossenen Grenzen und der weitgehenden Einstellung des Flugverkehrs.

Deutlich mehr Gesuche von Afghanen

Den Daten des Bamf zufolge kamen die meisten Asylbewerber, die erstmals um Schutz nachsuchten, auch in diesem Jahr aus Syrien, Afghanistan und Irak. 40.472 Erstanträge stammten demnach von Menschen aus Syrien und 8.531 von Schutzsuchenden aus dem Irak. Mit etwas mehr als 15.000 legte die Zahl der Antragsteller aus Afghanistan um fast 140 Prozent zu.

Zahl der Asylsuchenden EU-weit gestiegen

Auch die EU-Behörde EASO meldet einen starken Anstieg von Asylgesuchen sowie einen neuen Höchststand von Anträgen afghanischer Asylbewerber. Direktorin Nina Gregori sagte den Funke-Medien, allein im August dieses Jahres seien rund 56.000 Fälle von internationalen Schutzgesuchen registriert worden. Das seien etwa 40 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit habe man fast das Niveau wie vor der Pandemie erreicht.

10.000 Asylanträge von Afghanen in einem Monat

Die EASO-Chefin sagte, allein von afghanischen Staatsangehörigen seien im August in der EU rund 10.000 Asylanträge gestellt worden, was ein "Rekord" sei und eine Steigerung um 38 Prozent gegenüber dem Vormonat Juli bedeute.

Angesichts des dritten Monats in Folge mit deutlich steigenden Zahlen mahnte Gregori, die EU müsse sich "auf eine schwere Situation der Migrationsbewegung aus Afghanistan" vorbereiten.

epd/dpa (kkö)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. Oktober 2021 | 06:00 Uhr

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