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VorsorgeBrustkrebs-Früherkennung wird ausgeweitet

von MDR AKTUELL

21. September 2023, 15:28 Uhr

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Nun werden die Früherkennungsmöglichkeiten ausgeweitet. Auch Frauen ab 70 sollen ab dem 1. Juli 2024 kostenfrei zur Mammographie gehen können. Damit wird eine Aktualisierung der europäischen Brustkrebsleitlinie der EU-Kommission umgesetzt.

Die Altersgrenze der kostenlosen Brustkrebsvorsorge für gesetzlich Versicherte wird von 69 auf 75 Jahre angehoben. Ab dem kommenden Sommer sollen Frauen bis zu diesem Alter alle zwei Jahre an einem sogenannten Mammographie-Screening zur Früherkennung teilnehmen können. Bisher galt das nur für die Altersgruppe zwischen 50 und 69 Jahren.

Umsetzung einer neuen EU-Brustkrebsleitlinie

Die Neuregelung beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss, das höchste Gremium der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen aus Vertretern der Ärzteschaft, der Krankenkassen und der Krankenhäuser nach eigenen Angaben. Hintergrund ist eine Aktualisierung der europäischen Brustkrebsleitlinie der EU-Kommission, die empfiehlt, auch jüngere und ältere Frauen in die Früherkennung einzubeziehen.

Der Ausschuss hatte das unabhängige Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen mit einer Nutzenbewertung beauftragt. Das Institut kam zu dem Schluss, dass die Vor- die Nachteile überwiegen. Mögliche Schäden durch falsch-positive Befunde oder Überdiagnosen würden jeweils dem brustkrebsspezifischen Überlebensvorteil gegenüberstehen, der überwiege, hieß es.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen

Mit zuletzt rund 70.000 diagnostizierten Neuerkrankungen jährlich ist Brustkrebs (Mammakarzinom) nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Das mittlere Alter, in dem Frauen die Diagnose Brustkrebs erhalten, liege bei rund 64 Jahren. Zudem gebe es heute bessere Heilungschancen als vor zehn Jahren.

2,5 Millionen Frauen profitieren von Neuregelung

Etwa 2,5 Millionen Frauen zusätzlich könnten nach Angaben aus dem Gemeinsamen Bundesausschuss von der Ausweitung der Früherkennung profitieren. Umgesetzt werden soll die Neuregelung zum 1. Juli 2024. Ab dann sollen sich die neu anspruchsberechtigten Frauen für einen Untersuchungstermin anmelden können. Mit Info-Broschüren etwa in Arztpraxen soll zuvor über die Einzelheiten informiert werden. Automatische Einladungen zum Screening wie bei den bisherigen Altersgruppen sind wegen der Umstellung erst später geplant.

Auch untere Altersgrenze wird überdacht

Die untere Altersgrenze, die momentan bei 50 liegt, wird ebenfalls überdacht. Wie das Verbraucherschutzministerium mitteilte, arbeitet das Bundesamt für Strahlenschutz an einer wissenschaftlichen Bewertung, die Anfang des kommenden Jahres vorliegen soll. Bei einer Empfehlung könnten dann auch Frauen ab 45 Jahren zur kostenlosen Mammographie.

dpa (das)

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Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 21. September 2023 | 13:30 Uhr